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03.05.2008
Die Urlaubszeit kommt auf uns zu (Wolfgang Back)

So langsam wird es ernst mit der Urlaubsplanung. Damals bei meinem alten Arbeitgeber hat man sich das leicht gemacht. Man hat einfach ein Sommersonderprogramm erfunden, das meistens aus der Konserve lebte. Das könnten wir eigentlich auch machen, denn keiner zwingt uns, die Sendungen fortzführen. Doch das wollen wir Ihnen doch nicht antun und werden jeden Montag neu eine Sendung einstellen. Doch einige davon mussten wir dann etwas vorproduzieren, wodurch sie nicht an Aktualität verlieren werden. Es sind Themen, die eine längere Haltbarkeitsdauer haben. Dennoch überlegt man hin und her, ob das wohl richtig ist. Bei den persönlichen Planungen war kein gemeinsamer Nenner zu finden, so dass sich die Zeiten nicht decken. Am besten  habe ich es natürlich als Rentner. Ich werde für gute 4 Wochen in die Schweiz nach Ascona verschwinden.
Ich bin immer noch auf der Suche nach einer Möglichkeit, dort temporär das Internet zu bedienen, denn die Texte und Bilder müssen ja auf den Server gebracht werden. Da ich noch am nächsten am Spielort sein werde, muss ich eben den Zugang schaffen. Manfred Kloiber wird sich im Süden von Italien austoben, Wolfgang Rudolph fährt wieder nach Dänemark.
Das, was ich bisher so nachlesen konnte, gibt es keine für mich passende Flatrate. Das Mindestabonnement ist 4 Monate und die möchte ich doch nicht dableiben.
Mittlerweile gibt es eine Menge Hotspots in den Hotels, die Stundentarife anbieten. Ich werde sicherlich in meiuner Wohnlage das eine oder andere Hotel anknabbern können. Doch das billigste Angebot ist ein 4 CHfrs pro Stunde Tarif über UMTS/HSDPA. Warum gibt es keinen Monatstarif, wie er immerhin von den Telekom Hotspots bei uns angeboten wird. Das ist zwar meistens ein WLAN Hotspot; Hauptsache er funktioniert. Auf der diesjährigen CeBit hatte ich ein Monatsabo für 29,80 Euro gebucht, um im Hotel Internet machen zu können. Das klappte eigentlich hervorragend. Aber die Tarifstruktur ist auch etwas bekloppt. Eine Stunde kostet 8 Euro und ein Monat Flat eben diese 29,80 Euro.
In punkto Internet sind wir noch nicht ganz in Europa angekommen.

Das erste Terminproblem hat sich bereits eingestellt. Die Sendung am Pfingstmontag ist ja wieder eine 1 Stunden Sendung. Sie war schon lange geplant und der Studiotermin festgezurrt. Doch was macht man, wenn die Person, um die es geht, an diesem Tag plötzlich nicht kann. Dann muss man umdisponieren. Und diesmal geht es eben nicht ganz ohne Blessuren ab. Der Notfallplan legte jetzt den Aufnahmetermin am Pfingstsamstag 10:00 Uhr morgens fest. Etwas anderes war nicht mehr drin. Doch Wolfgang Rudolph ist dann schon längst auf seinem Pfingsturlaub, der schon vor langem geplant war.

Somit werde ich die Stunde zusammen mit meinem Gesprächspartner ausfüllen. Es ist Professor Ulrich Trottenberg, der zu den wissenschaftlichen Größen gezählt werden kann. Er ist Institutsdirektor an einem Fraunhoferinstitut, er ist Universitätsprofessor an der Uni in Köln, er ist Direktor bei der DLR usw. usw.


Prof. Dr. Ulrich Trottenberg

Trottenberg hatte in den 80er Jahren ein Riesenprojekt angestoßen: die SUPRENUM. Es sollte der schnellste und effektivste Rechner der Welt werden. Es wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Der Rechner erfüllte dann auch die Vorstellung, doch der wirtschaftliche Aufwand war so immens, dass es keine Nachfolgemodelle gab.

Die Wissenschaftswelt ließ sich über Jahre hinweg die Suprenum als Flop nicht entgehen. Doch letztlich wurden mit der Entwicklung einer solchen Maschine auch wertvolle Konsequenzen gelernt. Da die Suprenum massiv parallel rechnen sollte, hat man festgestellt, dass es einfach an Menschen fehlt, die parallel denken können. Ein Problem übrigens, das bis heute noch nicht gelöst ist. Es gab dann nach Suprenum neue Ansätze mit den sog. Transputern, die ebenso parallel rechnen sollten. Hier setzte man auf eine Programmiersprache, die das parallele Rechnen in Maschinencode umsetzen sollte. Doch daraus wurde auch nichts. Die Transputer verschwanden wieder so, wie sie gekommen sind.

Lange Zeit hatten die Entwickler dann ein Spielfeld, das sie mit ihren Entwicklungen perfekt besetzen konnten. Sie bauten immer schnellere Prozessoren und konnten damit über einiges hinwegtäuschen. Doch nach einiger Zeit war es dann mit den immer schnelleren Prozessoren zu Ende. Sie stellten selbst ihre Grenzen. Noch schneller bedeutete noch mehr Energie und damit noch mehr Kühlung. Und jetzt kommt plötzlich wieder die parallele Welt auf uns zu. "Wir bauen mehrere Prozessoren, die alle im vernünftigen Bereich takten und schalten sie zusammen." Parallel - also doch.

Ich bin heute schon gespannt, wie wir die Sendung gestalten können. Ich hoffe, sie wird kein bisschen langweilig und wird Entwicklungen der Zukunft aufzeigen.

Ich denke mir eine Dreiteilung der Sendung.
1.) Vergangenheit mit Suprenum und den Motivationen eine solchen Computer zu bauen. Aufstieg und Euphorie.
2.) die heutige Welt und ihre Computer. Weitgehend serielle von Neumann-Struktur und kaum parallele Ansätze. Multicoretechnologie muss zur Ausnutzung ihrer potenziellen Fähigkeiten aber wieder neue parallele Ideen einbringen.
3.) der Blick in die Ferne. Rechenleistungen per GRID Computing  und Lösungen mit vollkommen neuen mathematischen Ansätzen.
4.) Grid Computing und alle neuen Entwicklungen lassen vor allem neue mathematische Modelle und Simulationen entstehen. Hoffentlich wird man nicht feststellen, dass es schon fast zu spät ist, um mit unserer Natur einen friedlichen Kompromiss zu schließen.

Wer also am Pfingstmontag nicht einschaltet, der ist selbst dran schuld. Ich finde es gut, dass so viele Zuhörer auch unsere Sondersendungen zu würdigen wissen. Die drei letzten Ausgaben mit dem Sohn von Konrad Zuse, den Amateurfunkern und Hannes Keller fanden in der Kritik volle Zustimmung. Auch diese Sendung könnte wieder zum Nachdenken und zur Wissensbildung gereichen.

Ich selbst habe eine besondere Beziehung zu dem Suprenum Projekt, obwohl ich damals gar nichts damit zu tun hatte. Mir wurde ein Viertel der Hauptplatine geschenkt. Die Platine hat natürlich einen Ehrenplatz in meinem Zimmer. Nach der Sendung werde ich sie auch abbilden.


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