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16.05.2008
Es hat sich viel getan in wenigen Jahren (Wolfgang Back)

Heute habe ich einen kleinen philosophischen Tag eingelegt. Ich habe über die Veränderung unserer Gesellschaft nachgedacht und festgestellt, dass sich da immens etwas getan hat - zwar schleichend aber immer wieder neu. Da wir viele Zuhörer in der jungen Altersklasse haben, die die alten Geschichten nicht selbst erleben konnten, ist ein Reflektieren über die Entwicklungen legitim.
Früher war das europäische Ausland noch eine ganz andere Nummer. Wer nach England oder Irland fuhr, der war zunächst einmal kommunikationstechnisch weit weg. Ich kann mich noch entsinnen, als es mir 1988 gelang von einer öffentlichen Telefonzelle in Irland nach Hause anzurufen, dass dies ein Erlebnis der besonderen Art war. Ich fühlte mich schon in die Moderne geschleudert, weil eine Verbindung aus der letzten Ecke Europas so einfach zustande kam. Ich spürte die Vision, die heute gang und gäbe ist: "Die Kommunikation wird einmal global möglich sein." Dazu ist es ja gekommen- und zwar schneller, als man vermutet hätte. Ich erinnere mich noch an die Eröffnung des C-Netzes. Das war 1985 auf der IFA in Berlin. Das sogenannte Autotelefon, das B-Netz hatte ausgedient. Mit insgesamt 27 Tausend Nutzern war das Netz schon überbucht. Wer ein Autotelefon sein eigen nennen wollte, der musste triftige Gründe vorbringen, um an eine Lizenz zu kommen. 30.000 Mark kostete ein Autotelefon. So konnte es nicht bleiben, wenn Kommunikation ein Grundbedürfnis des Menschen ist.
Das C-Netz war dann für 400.000 User ausgelegt. Wer sollte denn jetzt von 27.000 auf eine solche astronomische Teilnehmerzahl aufstocken. Doch es lief ja ganz anders. Ruckzuck wurden Verträge unterschrieben und schon wenige Jahre später war das C-Netz ausgebucht und eigentlich am Ende. Jetzt kam natürlich auch die Öffnung der Grenze zur DDR hinzu und die Wiedervereinigung lief. Jetzt waren Telefonanschlüsse rar. Im Osten funktionierte wohl kein Festnetz mehr, so dass man auf das mobile Netz umsteigen musste.
Durch einen technischen Trick hat man dann das Netz aufgebohrt. Die vorgesehenen Bandbreiten hat man reduziert, so dass jetzt 800.000 Kunden aufgenommen werden konnten.
Auch diese Zahl war bald erreicht. Man muss sich vorstellen, dass die Gesprächsgebühr irgendwie 1,80 DM pro Minute abgerechnet wurde.
Ende der 1980er Jahre hofften alle schon auf das neue Netz, das mit so vielen Milliarden bezahlt werden musste. Das D-Netz sollte jetzt in allen Punkten eine Entlastung bringen.
Beim Aufbau des Netzes kam Mannesmann ein bisschen vom Plan ab. Sie verspäteten sich um fast ein Jahr. Ich dachte schon, dass die den Zinsaderlass gar nicht überstehen können. Die Milliarden für die Lizenz, die Milliarden für den Finanzdienst für den verspäteten Anfang; das führte wohl zur Insolvenz.
Da hatte ich mich aber getäuscht. Weiß das noch jemand, wieviel Mannesmann beim Verkauf an Vodafon gekostet hat? Ich glaube, es waren so um die 148 Milliarden. Kann sein, dass das richtig ist, kann sein, dass das falsch ist.
Ich will hier einmal aufhören und werde es später weiterführen, wenn man so etwas überhaupt lesen will.

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