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09.11.2008
Wo bleibt denn eigentlich diese Wunder DVD? (Wolfgang Back)

Ich könnte fast das Heulen anfangen, wenn ich an diese Odyssee denke. Was war das für ein peinliches Unterfangen. Mit dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, habe ich mich vielleicht etwas zu weit aus dem Fenster gehängt. Als alles getestet und geprüft war, habe ich wie klein Fritzchen eine DVD als Master gebrannt. Ich probierte es auf 4 Rechnern aus und erlebte ein Sonnenscheingefühl: alles lief prima. Der Fehler war jedoch, dass ich auf einem Vista Rechner den Master brannte und anschließend auf Vista Rechnern das Ergebnis überprüfte.



Als die DVD auf dem Weg zum Kunden war, war auch alles in Ordnung. Nur im Forum fing es an, zu rumoren. Da meldeten sich die Linux Leute und auch die Apple User, dass bei ihnen "tote Hose" sei. Auch die DVD Standalones machten nicht mit. Daran hatte ich auch gar nicht gedacht, dass jemand sich eine DVD darauf ansehen/anhören möchte. Es gingen jedenfalls einige hundert Exemplare in die Welt.
Als wir dann auf die Macken bei der Pressung eingingen, stoppte von einem Tag zum anderen der Abverkauf. Plötzlich wollten alle die DVD auch auf einem Stand Alone Player abspielen.

Und jetzt begann die größte Datenrallye aller Zeiten. Im Forum wurde diskutiert und diskutiert und dann wurde probiert und probiert. Man stellte fest, dass es DVD Player aus dem 30 jährigen Krieg gibt, die das Format nicht verstehen. Man stellte fest, dass der ZX81 und gar der Commodore 64 Schwierigkeiten beim Lesen der DVD hat.

Unter der Leitung von RDK, Rolf Dieter Klein, wurde eine eierlegende Wollmilchsau ins Leben gerufen. Diese DVD hatte soviele verschiedene Player angesammelt, dass der Speicherrahmen bei weitem nicht mehr ausreichte. Die Information, die beim Zuschauer/hörer ankommen sollte, hatte, wenn ich mich recht erinnere, 2,3 GB Audioinformation und so um die 600 MB Videoinformation. Das macht eine normale DVD noch lange nicht voll. Denn das sind erst ca. 3 GB bei möglichen 4,7 GB.

Wenn ich mir überlege, was dann passierte, dann könnte ich mir die Haare raufen. Man stellte im Forum fest, dass die übrigen 1,7 GByte bei weitem nicht ausreichen, um die verschiedenen Player mit auf die DVD zu bringen. RDK nannte mir eine Zahl, die ich kaum glauben konnte: "es gibt über 144 verschiedene DVD Formate." Nur, muss man diese Exoten alle vorhalten?. Das Ziel war "ja". Wenn, dann machen wir es richtig.

Schon kurze Zeit danach kam die Hiobsbotschaft aus dem Forum: "Die DVD reicht nicht, um ein universelles Abspielen zu ermöglichen." Es wird auf jeden Fall eine DVD R5. Das heißt, dass es eine Doppelversion mit über 9 GB Datenvorrat werden sollte. Wohlgemerkt, der Inhalt war der selbe wie bei der ersten Version: 3 GB. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, vergingen einige Wochen. Die neue DVD, die wir in der Sendung versprochen hatten, ließ auf sich warten. Bis das Signal kam: "Jetzt ist alles in Ordnung, <mussten wir lange warten." Für mich wurde die Situation immer peinlicher. Ich hätte gerne schnell unseren Patzer ausgewischt gehabt. Wir boten ja an, dass man die DVD umtauschen kann . Als Schmankerl setzten wir darauf, dass die DVD von uns beiden signiert wird.

Daraufhin meldeten sich 68 User, die einen Umtausch vornehmen wollten. Interessant waren etwa 5 Bestellungen, bei denen es gar nicht um die DVD ging, sondern die lediglich die Autogramme haben wollten. Macht also 63 Exemplare.

Schön und gut kann man sagen. Aber wo ist die neue DVD? Dazu muss ich kurz ausholen. Wenn man eine DVD zur Pressung in Auftrag gibt, dann verlangt das Presswerk eine Freistellung von allen Urheberrechten. Ist zum Beispiel Musik gespeichert, so muss man die Länge und den Titel melden. Wir haben auch Musik auf der DVD. Es ist aber unsere eigene Vorspann/Nachspannmusik, die wir für uns haben komponieren lassen. Deshalb wurden wir auch von der GEMA freigestellt. Zusätzlich muss man an Eides statt testieren, dass man keine Bildrechte verletzt hat. Das ist etwas heikler und man navigiert da als Autor im großen Bereich des Goodwills.

Doch da genau hakte es. Manfred Kloiber, als Geschäftsführer unserer Firma Voxmundi, bei der W&W noch nicht einmal Angestellte sind, konnte diese eidesstattliche Erklärung nicht abgeben. Er monierte einige Bilder, die meiner Ansicht nach völlig unproblematisch waren. Sogar Vista Bildschirme empfand er als Microsoft schützenswert. RDK, der einige Bilder entfernen sollte, wies auf die bevorstehenden Arbeiten hin. Um alles das ehrenamtlich umzusetzen wollte er 4 Wochen einplanen, um die nötigen Tests zu machen.

Ich empfand das, in Garmisch sitzend, als völlig überzogen und erklärte mich bereit, die komplette Verantwortung für das Projekt zu übernehmen. Als die GEMA Anmeldung grünes Licht für die Produktion gegeben hatte, lief der Auftrag an das Presswerk. Es wäre sonst eine DVD entstanden, die mindestens 10 Bilder nicht gezeigt hätte, die auf der ersten DVD und auch bei uns im Programm vorhanden sind.

Schon wieder war Zeit ins Land gezogen, schon wieder gab es keine neue DVD. Doch der Auftrag ist erteilt und Mitte November müsste nun wahrlich die Deadline sein. Ich bedaure den armen Herrn Ritter, der gerne seiner Pflicht nachkommen würde und die Exemplare verschicken würde - der aber keine Ware in den Händen hat.

Und um allen Leuten, die mich in der letzten Zeit als Rabattraffke bezeichnet haben, entgegen zu kommen.: Die neue DVD Aktion habe ich selbst angeleiert und auch selbst bezahlt. Ich kann auch den Mehrpreis nennen, der bei einer R9 DVD zu zahlen ist. Wir haben 200 Exemplare (68 sind angemahnt) pressen lassen für einen Gesamtpreis von 1000 Euro. Macht einen Stückpreis von 5 Euro im Einkauf.
Wer also für 8 Euro die teuerste DVD der Welt mit den meisten Abspielmöglichkeiten aller Zeiten, haben möchte, der sollte sofort bestellen.

Ich hoffe, dass es jetzt niemanden mehr gibt, der uns vorwirft, wir würden nicht ehrlich informieren.
Und die Frage vom Anfang: "Wo bleibt denn die Wunder DVD"?
Et kütt, et kütt!

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