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23.12.2008
Gute Gedanken und gute Ideen bleiben erhalten. (Wolfgang Back)

Heute bekam ich ein Email, die mich sehr stolz machte:
Guten Tag, Ich wollte nachfragen,ob sie mir vielleicht Informationen über den Know-How-Computer schicken können,denn ich schreibe meine Facharbeit über diesen Papiercomputer. Ich würde mich sehr über Informationen freuen. MfG, Sabrina xxxx.

Der Papiercomputer war eigentlich ein Wahnsinnsprojekt, das wir in Deutschland durchzogen. Wir verschenkten immerhin 400.000 Papiercomputer. In einer Zeit, als kaum jemand einen eigenen Heimcomputer besaß. Die Idee war sehr samariterhaft: wenn die Leute sich keinen Computer anschaffen können (ein Apple Computer kostete ohne Monitor über 4000 Mark.), dann sollen sie wenigstens programmieren können.
Mit dem Papiercomputer kann man alle Probleme dieser Welt programmieren, wenn man genügend Zeit mitbringt, um auf das Ergebnis zu warten.
Ulrich Rohde und ich lagen auf dem Boden meiner Kölner Wohnung und schoben Bauklötzchen hin und her, bis wir die endgültige Struktur entwickelt hatten. 5 Befehle reichten uns, um alle Probleme der Mathematik zu lösen. Klar: alles baut aufeinander auf: die Multiplikation ist eben auf eine Addition zurückzuführen. 3+3+3 =9 ist gleich 3*3. Wenn man in dieser Form weiterdenkt, dann ist jede mathematische Aufgabe aus Grundelementen lösbar.
Das, was wir uns aneigneten, wurde in anderer Form schon von dem englischen Computerstar von Neumann vorgedacht. Doch sein Ziel war es, einen realen Computer zu bauen; unser Ziel bestand darin, eine Lernhilfe zu konstruieren. Ich hoffe, dass U. Rohde diese Zeilen auch zu lesen bekommt, denn er wird sich darüber freuen, dass auch heute noch über das spartanische System Papiercomputer diskutiert wird.

Leider mussten wir auch erkennen, dass nur wenige Menschen in der Lage waren, das gebotene Handwerkszeug umzusetzen. Es gab damals zwei Studenten von der RWTH Aachen, die auf 16 DIN A 4 Seiten die Programmierung einer einfachen Sinusaufgabe vorstellten. Doch es gab niemanden, der das hätte nachhalten können. Die beiden sind heute bestimmt Professoren und es wäre eine kolossale Nummer, wenn sie sich einmal bei mir melden würden. Wir wissen zwar nicht, ob sie es richtig gemacht haben, weil niemand es nachprüfen konnte; doch der Weg der Programmierung sah zumindest recht professionell aus. All dies geschah zu einer Zeit, als Computer noch rar vertreten waren.


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