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30.05.2009
Es geht immer weiter mit dem CCZwei (Wolfgang Back)

Wie mir ständig das Internet fehlt, habe ich ja schon beschrieben. Doch gerade jetzt wäre es für die Recherche schon sehr wichtig. Als Rentner hat man ja keinen Urlaub mehr und deshalb kann man auch in der Zeit, in der man nicht zu Hause ist, arbeiten. Und zwar so richtig schön intensiv. In ISPRA gibt es ein riesiges Europäisches Forschungsinstitut, von dem man nicht unbedingt sehr viel gehört hat.
ISPRA liegt in Norditalien am Lago Maggiore und ist ca. 70 km von Ascona entfernt. Ich hatte schon in Köln Termine gemacht, um dort einen oder zwei Fernsehbeiträge zu realisieren.
Der Kameramann Arne kommt am 9. in Malpense mit einem Billigflug für 2 Euro (60 all together) und fliegt am 10. 6. wieder mit einem Billigflug (38 Eurocent) wieder zurück.

Ich war vergangene Woche zur Vorbesichtigung in Ispra und war erstaunt über das Gelände und über die Vielzahl der Institute. 1700 Wissenschaftler aus Europa arbeiten und forschen dort. Schon 1958 hat der italienische Staat das Gelände an die Europäische Gemeinschaft geschenkt. Damals war noch die Erforschung der Atomkraft das größte Ziel. Obwohl Italien schon vor 25 Jahren den Ausstieg aus der Kernkraft vollzog, existiert in ISPRA noch eine Zelle, die weiterhin Forschung betreibt. Auch der Big Boss der Forschungsanlage kommt derzeit aus Karlsruhe vom Nuklearinstitut. Einen Reaktor betreibt man aber nicht mehr.
Man denkt allerdings über neu sichere Verfahren nach, die auch die Entsorgung einschließen.
Ich bin da sowieso zweigeteilt. Ich habe ja in Aachen Energietechnik studiert und damals war die Kernenergie noch nicht ganz verteufelt. Das, was man uns lehrte klang sehr vernünftig und zukunftsträchtig. Ich denke immer noch zurück an Prof. Denzel, der uns seine Vision mehrmals auftischte: man sollte eine Insel evakuieren, dort ein mächtiges Kernkraftwerk aufbauen und per Supraleitung die Bundesrepublik quasi verlustfrei versorgen.
Sei es wie es ist.
Jetzt habe ich mir ein Institut ausgesucht, das ein wenig unproblematischere Probleme behandelt. Es geht dabei um den Schutz des Bürgers in der EU. Der Institutsdirektor ist ebenfalls Deutscher und sehr kompetent. In einem 2 ½ Stunden Gespräch konnten wir die Einzelheiten  der Forschungsthemen erfahren.
Zusammengefasst: Es geht bei diesen Forschungen immer um Probleme der Europäischen Union. Werden von den Politikern neue Richtlinien entwickeln, so lassen sie zuerst die Forscher von ISPRA an den Konsequenzen forschen. Dabei ist Sicherheit ein großes Thema.
Es ist ein bequemes Arbeiten, denn immerhin werden 85 Prozent der Kosten von Brüssel bezahlt. Die anderen 15 Prozent kommen aus Aufträgen, die die einzelnen Kommissare vergeben. So sind zum Beispiel die neuen ePässe ein Thema. Und nicht nur der Fingerabdruck und der RFID Chip sind Thema der Forschung, da dieses Gebiet als abgeschlossen gilt.  Es geht auch um neuere Sicherheitsmerkmale, von denen wir hoffentlich in dem Beitrag mehr erfahren werden.
Auch Software Radios sind in die Forschung eingebunden. Dabei geht es nicht um das Radiohören. Heute kann man im freien Verkauf softwaremässig durchstimmbare Platinen oder Fertiggeräte kaufen. Damit lässt sich sehr viel Unsinn betreiben. Um ein falsches  GPS – Signal auszusenden, auf das dann viele Navigationsteilnehmer hereinfallen, braucht man zwar Wissen – aber die Hardware kann man legal zusammenkaufen. Dazu gehört genauso das Mobiltelefon, die Wegfahrsperre beim Auto und andere technische Geräte. Mal sehen, was wir im Beitrag zu sehen bekommen.
Die Welt der Logistik wird immer wichtiger. Transporte von Asien und nach Asien werden immer häufiger ausgeführt. Die Einheit „Container“ ist dabei das wichtigste Transportmittel. Doch diese Container sind auch sehr gefährdet, was Diebstahl und Manipulation angeht. Wie kann man Container öffnen, ohne das vorhandene Siegel zu zerstören? Spezialisten habe Wege gefunden, wie sie die wertvollsten Dinge aus den Containern stehlen können. Auch hier hoffen wir auf neue interessante Ideen.
Ein weiteres Thema wollen wir angehen, bei dem wir jedoch nicht wissen, was wir in zwei Drehtagen alles zustande bekommen. Jedenfalls hat man schon längere Zeit eine Technologie verfolgt, die lückenlos die Fleischkette eines Tiers verfolgt. Man hat dies mit Schweinen, Schafen und  Ziegen experimentell untersucht. Den Tieren wird ein verkapselter RFID Chip im Fressen zugemischt. Dieser Chip ist so schwer, dass er im Magen der Tiere liegen bleibt und nicht ausgeschieden wird. Jetzt lassen sich alle Vorgänge dokumentieren, auf dem Chip speichern und die Informationen auslesen.
Auch bei einem Tiertransport werden Umgebungsparameter eingespielt, aus denen man auslesen kann, ob der Transport den Vorschriften entsprach. Auch bei der Weiterverarbeitung der Tiere wird per RFID Chip alles notiert. Selbst das Schnitzel in der Kühltheke soll einen genauen Lebenszyklus des Tieres aufweisen.
Ich glaube, wenn wir diese Themen ordentlich aufgelöst bekommen, dann haben wir für unsere Fernsehsendung wieder ein paar Highlights.
Kommen wir zum Anfang zurück: die Email aus ISPRA  habe ich noch nicht. Es sind 40 MByte, von denen ich nicht weiß, wie ich sie überhaupt empfangen soll. Aber die Lösung: ein guter Bekannter bringt mir morgen den Stick mit dieser Email vorbei. Gut, dass ich ihn zur Vorbesichtigung eingeladen habe.  Jetzt bedanke ich mich bei 361758 *4 für den Transport ins Internet.


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