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11.06.2009
Auf zum Endspurt (Wolfgang Back)

Jetzt heißt  es noch einmal aktiv werden. Am 16. Juni läuft die Möglichkeit ab, gegen die Sperrung und Indizierung von Internetseiten zu petieren. Diese Möglichkeit, die der Deutsche Bundestag hier online zur Verfügung stellt, sollte von vielen Menschen genutzt werden, um das Internet unbeschadet zu lassen. Das, was Frau von der Leyen dort vorhat, ist völlig unsinnig, aber äußerst gefährlich, weil hiermit eine heimliche Zensur eingeführt werden kann.
Würde die Ministerin sich umtaufen lassen in Ursula von den Laien, dann könnten wir das Vorhaben besser einordnen. Dieser Link führt direkt zur Ergebnisseite. Es https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860
Es wurde kräftig petiert. Heute am Donnerstagabend zählte die Petition bereits 116.700 Mitzeichner, was nach dem 2. Platz aller Onlinepetitionen riecht. Wenn wir noch einmal zulegen können und alle Bekannte und Freunde aktivieren, dann könnte es auch Platz 1 werden. Das Ziel heißt 130.000 Mitzeichner. Platz 1 nimmt wohl eine Abstimmung über die Mineralölsteuer ein. Bis zum 16. Juni ist noch Zeit. Ran an die Buletten.

Vielleicht aber löst sich das Problem auch von selbst. Nach der Lektüre der Pressemeldung vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur  könnte man auf die Idee kommen.

 
CDU: Kampf gegen Kinderpornographie im Internet scheitert am BKA-Dienstweg

Mangelhafte Organisation der Polizei verhindert Löschen krimineller Webseiten / Studie der Universität Cambridge bestätigt
Berlin, 4. Juni 2009. Mangelhafte Organisation und bürokratische Abläufe beim Bundeskriminalamt (BKA) behindern den Kampf gegen kinderpornographische Inhalte im Internet. Diesen Skandal hat jetzt eine Äußerung der Parlamentarischen Geschäftsführerin der CDU/CSU-Fraktion, Martina Krogmann, in einem Beitrag auf der Internet-Plattform abgeordnetenwatch.de zutage gefördert.[1]

Bekannte Webseiten mit Darstellungen von Kindesmissbrauch würden nicht kurzfristig gelöscht, weil Hinweise auf dem Dienstweg versanden, so die Berichterstatterin der CDU/CSU für den umstrittenen Gesetzentwurf zur Einrichtung von Internet-Sperren in Deutschland. Sie bestätigt damit indirekt die Ergebnisse einer jüngst bekannt gewordenen Studie der Universität Cambridge, nach der kinderpornographische Webseiten wesentlich länger im Netz verbleiben als andere illegale Inhalte.

Krogmann zufolge können solche Seiten bei Hosting-Anbietern im Ausland nicht gelöscht werden, weil das BKA entsprechende Hinweise zunächst auf dem internationalen Dienstweg an die ausländischen Polizeibehörden weiterleitet, anstatt direkt die Provider zu benachrichtigen. Hiermit wolle das BKA Rücksicht auf die Befindlichkeiten ausländischer Behörden nehmen.

Wörtlich erklärte Krogmann in der Antwort bei Abgeordnetenwatch: Das BKA "informiert die jeweiligen Polizeibehörden über die dafür vorgesehenen internationalen Organisationen. Dieser Weg nimmt einige Zeit in Anspruch. Da die fraglichen Seiten oft nur einige Tage ihre Domain behalten, ist die Seite schon weitergewandert." Die Einhaltung des Dienstweges, so Krogmann weiter, rechtfertige das BKA mit der "Achtung vor der Souveränität der Staaten".

Deutsche Provider zeigen sich auf Nachfrage verwundert über diese Aussagen. "Wenn ausländische Behörden uns über strafbare Inhalte auf unseren Servern informieren, prüfen wir das genauso wie entsprechende Meldungen aus anderen Quellen", erklärt Andreas Maurer, Pressesprecher beim Webhoster 1&1. "Und dann nehmen wir die Inhalte vom Netz und erstatten gegebenenfalls selbst Strafanzeige bei den deutschen Behörden. Erst recht bei Kinderpornographie!"

Für den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur sind die Aussagen der Unionspolitikerin unfassbar. "Offenbar sind für das BKA bürokratische Abläufe ein höheres Gut als die Menschenwürde missbrauchter Kinder", erklärt Alvar Freude, Mitgründer des AK Zensur. "Löschen statt Sperren ist möglich, aber der 'Dienstweg' soll dem entgegen stehen?"

Die Äußerungen von Frau Krogmann erklären zugleich die Ergebnisse einer Studie der Universität Cambridge.[2] Demnach sind Banken im Kampf gegen strafbare Inhalte im Netz wesentlich effektiver. Betrügerische Webseiten, mit denen Kontodaten von Bankkunden ausgespäht werden sollen - so genannte "Phishing"-Seiten -, werden durchschnittlich binnen vier Stunden vom Netz genommen. Kinderpornographische Webseiten werden dagegen erst nach durchschnittlich 30 Tagen gelöscht, wie die Wissenschaftler Tyler Moore und Richard Clayton der Universität Cambridge in ihrer Studie festgestellt haben.

Dabei existieren schon heute Alternativen zu den ineffizienten Behörden-Dienstwegen. So kontaktiert etwa das von der EU initiierte internationale Netzwerk INHOPE direkt die Provider, damit kinderpornographische Inhalte an der Quelle gelöscht und Beweise zur Ergreifung der Täter gesichert werden. Auch der AK Zensur hat mit unbürokratischen Hinweisen erfolgreich zahlreiche kinderpornographische Webseiten abschalten lassen.[3] Werden dagegen Internet-Sperren eingesetzt, versagen diese Mechanismen. Die illegalen Inhalte bleiben weiter im Netz, die Betreiber werden vorgewarnt und der Missbrauch unschuldiger Kinder fortgesetzt.

"Die Befürworter der Netzsperren stellen sich ein Armutszeugnis aus", zeigt sich die Initiatorin der Petition gegen Internetzensur[4], Franziska Heine, empört. "Frau von der Leyen bekämpft Probleme, die hinter ihrem Rücken das BKA selbst verursacht. Der Kampf gegen Kinderpornographie im Internet sollte mit mehr Sachkenntnis, Ernsthaftigkeit und wahrem Engagement geführt werden - das sind wir den Missbrauchsopfern schuldig!"


[1] http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_martina_krogmann-650-5576--f186555.html#q186555
[2] <http://www.cl.cam.ac.uk/~rnc1/takedown.pdf
[3]http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html
[4] https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860





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