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13.06.2009
Die Idiotie von den sicheren Pässen. (Wolfgang Back)

In all den Jahren, in denen ich bereits Bundesbürger bin, habe ich mehrmals einen neuen Ausweis ausgestellt bekommen. Normalerweise war das kein großer Akt. Ich legte den alten Pass vor und bekam dafür nach einigen Wochen einen neuen Pass.
Da ich niemals die Prozedur mitmachen musste, die eintritt, wenn man seinen Ausweis als gestohlen oder verloren meldete, kann ich nur spekulieren. Wer eine gültige Geburtsurkunde vorweisen kann, der wird sicherlich bedient werden. Wer dann die nötigen Bilder noch herbeizaubert, der wird in einigen Wochen einen neuen Pass der Bundesrepublik in den Händen halten.
Jetzt wurde der Pass ja bedeutend sicherer gestaltet, wie Onkel Wolfgang vom Innenmisterium uns allen mitteilte. In dem Reisepass findet jetzt neueste Elektonik statt: ein Chip namens passiver RFID beinhaltet zusätzlich zu der lesbaren  und sichtbaren Version das Bild des Passinhabers. Zusätzlich sind zwei Fingerabdrücke als zusätzliches Sicherheitsmerkmal abgespeichert.
Nicht genug: die Zukunft soll noch mehr Elektronik bieten. Es wurde von der Bundesdruckerei schon ein Joint Venture mit Samsung angekündigt, das es ermöglicht, die Bilder als Animation , quasi als Video, zu speichern.
Ich erinnere mich da an die Grenzkontrollen der ehemaligen DDR. Da musste ich aus dem Auto aussteigen und mich vor dem Beamten drehen, damit der Grenztyp mein Gesicht aus verschiedenen Positionen sehen konnte. Das wird dann nicht mehr nötig sein, weil die Technik die Drehung vornimmt. Purer Fortschritt.  
Ich habe die Demo der Bundesdruckerei gesehen, die  ein  Passbild in einem ePass der Zukunft dreht. Dass dies alles ohne eingebaute Batterie funktioniert, ist kein Kunststück. Die nötige Energie wird vom Lesegerät geliefert, das dann allerdings jeder Polizist mit sich führen muss.
Weitere biometrische Merkmale sollen evtl. ebenfalls im ePass festghalten werden. So kann man sich vorstellen, dass ein Iris Scan von sicherheitsrelevanter Aussage ist. Ein Stimmmuster von der Person könnte ebenfalls herangezogen werden. All dies ist in Vorbereitung und könnte irgendwann Wirklichkeit werden.
Vielleicht kommt man noch auf die Idee, einen GPS – Sensor  - oder einen europäischen Galileo Empfänger einzubauen. Dann weiß man immer, wo der Bürger gerade ist. Sollte er Hilfe benötigen, so wäre dies kein Problem.
Den Passfälschern wurde und wird es wahrlich schwer gemacht. Andere Merkmale, die sich im UV Licht zeigen, Wasserzeichen u.v. mehr stellen Hürden im Fälschen dar.
Es scheint so, als wäre das Handwerk den Fälschern gelegt worden. Schöne neue sichere Passwelt.
Ob die Fälscher nicht auch schon längst mitbekommen haben, dass es viel viel einfacher ist, Geburtsurkunden zu fälschen? So weit ich mich erinnern kann, sind diese Dokumente aus den Standesämtern lediglich Kopien mit einem Stempel drauf. Ein Stempel? Macht ein Stempel heute noch Probleme?

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