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14.06.2009
Ein offener Brief? (Wolfgang Back)

Die Petition als erster Versuch geht richtig gut ab. Doch wahrscheinlich werden wir die 128.000 nicht schlagen, so dass sie als Nummer 2 in die Hitparade der ePetition eingehen wird.
Doch ich sehe diese Möglichkeit, sein demokratisches Gewissen zu erleichtern erst ganz am Anfang. Wenn wir erst einmal gelernt haben, auf diesem Wege Millionen Menschen aktivieren zu können, dann wird man sich auch von Seiten der Politik auf den Ausgang schielen. Bis dahin wird man so Typen wie Wiefelspütz vergessen haben, der doch tatsächlich in seinem Blog geschrieben hat: „Petieren ist ja schön und gut – doch das Ergebnis wird keinen Einfluss auf unsere politischen Entscheidungen haben. Ist das zu fassen?
Doch irgendwie müssen wir den Leuten, die so viel Mist verbockten doch die Welt erklären. Ich habe daher vor, den abgedruckten „Offenen Brief“ an Frau von der Leyen abzuschicken.
Noch ist der Brief formbar und ich bitte um angeregte Diskussion.

Offener Brief an Frau Ministerin Ursula von der Leyen, Familienministerium der Bundesrepublik.

Sehr geehrte Frau Dr. von der Leyen,
Sie haben mit ihrem Vorstoß, eine Sperrung von kinderpornografischen Seiten vorzunehmen, eine Diskussion angestoßen, die ziemlich über das Ziel hinausschoss. Das, was Sie vorhatten, ist sicherlich löblich; doch das Prozedere, wie dies geschehen soll, ist nicht hinnehmbar. Offensichtlich fehlen Ihnen und Ihren Mitarbeitern entsprechende Erfahrungen, wie das Internet heutzutage technisch aufgebaut ist. Ich habe Ihre Äußerungen in den Medien verfolgt und stand kurz vor einer Anzeige wegen Rufschädigung. Sie haben in einem Interview von 80 Prozent normalen Internetusern gesprochen; dagegen stellten Sie Leute, die versierter sind und DNS Sperren umgehen können. Diese 20 Prozent der versierten Internetuser sind in hohem Maße „pädokriminell“. Haben Sie sich das wirklich so überlegt und in vollem Bewusstsein ausgesprochen? Dann werde ich im Nachhinein noch eine Anzeige wegen Beleidigung und Rufschädigung einleiten.

Sie werden mich nicht kennen. Ich gehöre anerkanntermaßen zu den sogenannten Pionieren der Informationstechnologie. Meine Person wird unter den 150 Pionieren im MuseumsForum des Heinz Nixdorf Museums in Paderborn aufgeführt. Ich gehöre zu den „Startern“ der Deutschen Mailboxszene und habe, lange bevor das Internet sich ausbreitete, im Deutschen Bildschirmtextsystem lange Jahre das beliebteste Programm betreut und initiiert.

Warum, so frage ich mich, lassen Sie sich nicht von Leuten beraten, die einen umfassenden Überblick über alle Entwicklungen haben? Warum lassen Sie sich so beraten, dass letztendlich Ihr Name als Fachfrau Schaden leidet. Dass man mit Ihrem Namen schon Schindluder treibt, zeigt die kolportierte Form „Ursula von den Laien“.

Eine ePetition des Bundestages gegen die Indizierung und Sperrung von Internetseiten  dürfte Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen sein. So weit ich dies beurteilen kann, hat diese Petition immerhin den 2. Platz in der Rangliste erreicht. Mit  wahrscheinlich über 125.000 Petenten liegt die Petition ganz vorne.
Wenn man diese Zahl natürlich nur mathematisch zur Kenntnis nimmt, dann ist die prozentuale Beteiligung gegenüber der Bevölkerung der Bundesrepublik natürlich im schwachen Prozentbereich. Doch die Möglichkeit, die elektronische Stimme zu erheben, ist noch sehr unbekannt. In Zukunft werden Sie mit Petenten in Millionenhöhe konfrontiert werden. Die Menschen, die zu diesem Mittel greifen, sind nicht die schlechtesten Demokraten, sie werden immerhin aktiv und geben ihre Identität preis, was zum Petieren dazugehört..

Ein Tor, der diese Stimmen nicht wahrnimmt.

Sehr geehrte Frau Ministerin, ich hoffe, dass entsprechende Fachleute – auch aus Ihrem Umfeld  - Sie zum Umdenken bereits aufgefordert haben.
Und nun kommen Sie bitte nicht wieder mit dem Argument, dass ich mit meinen Forderungen zu den „pädokriminellen“ Figuren gehöre, weil ich ein versierter Comuternutzer bin. Wenn Sie die Petition richtig lesen, dann werden Sie die Motivitation erkennen können. Es geht nur um das gefährliche „WIE“, das Sie einschlagen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Back



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