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30.07.2009
Entschuldigung, ein bisschen Schmunzeln musste ich schon (Wolfgang Back)

Nach langer, langer Wahlpause bekam ich heute das Schreiben von der Stadt, dass ich mal wieder zum Wahlhelfer bestellt wurde. In meinem Wähllokal, das mir schon ans Herz gewachsen ist, wurde mir der Stellvertrende Vorsitzposten verpasst.
Wenn ich zurückdenke an die Zeit, als es noch um Wahlcomputer ja oder nein auch hier auf der Seite ging, da denke ich mit Grauen an die vielen Emails, die mich beschimpften und mich in die Hölle wünschten.
Ich hatte die falsche Meinung zu Tage gelegt und mich für elektronische Wahlmaschinen ausgesprochen. Zwar nicht explizit für dieses holländische Modell, das mir schon immer etwas sehr primitiv und ohne professionellen Schliff vorkam. Alles war noch sie riesig und plump, als wären wir gerdade der C64 Zeit entfleucht.


Die "verwunschene Wahlmaschine NEDAP"

Die Kölner hatten ja Glück mit ihren vielen Wahlmaschinen. Sie schickten sie nach der letzten Wahl nach Holland zu der Firma, die sie überarbeiten sollten. Dass das Karlsruher Urteil zu den Wahlmaschinen etwas später kam und vorerst die Maschinen verboten wurden, passte mit dem Brand in der holländischen Fabrik gut zusammen. Die ausgeglühten Kisten brauchten wenigstens nicht mehr zurücktransportiert werden.
Jetzt sehen wir zwei kommenden Wahlen ins Gesicht. Wahlen, bei denen das kleine Einmaleins wieder gefragt ist. 1+1=2 und so weiter reicht aber völlig aus, um den Job begleiten zu dürfen.

Doch diesmal musste ich leicht schmunzelnd die beigefügten Blätter lesen, die mit dem ersten Brief mitkamen. Da es wahrscheinlich immer schwieriger wird, Wahlhelfer mit Höherer Mathematik (1+1=2) zu finden, bietet man jetzt an, einen eigenen Wahlvorstand zu bilden. Dafgür gibt es dann noch einmal 25 Euro extra. Lohnt sich also. Fünf Leute werden für so einen Wahlvorstand gebraucht. In die beigefügte Liste hätte  ich nun 5 willensstarke und mathematisch begabte und nicht vorbestrafte - aber mündige Kölner eintragen können, die dann wahrscheinlich auch alle zu einem neuen Wahlvorstand für ein Wahllokal zusammengestellt worden wären. Aber warum habe ich geschmunzelt?
Ich hätte zum Beispiel Peter, Klaus, Manfred, Claudia und Patrick, alle CDU-Mitglieder vorschlagen können. Oder andersherum mit dem Parteibuch der SPD 5 Personen.
Das ist eigentlich der Horror für eine freiheitliche Wahl. Wenn 5 Nasen gleicher Coulör das Wahllokal besetzt halten, dann ist der Manipulation Tür und Tor geöffnet. 3 Wahlhelfer müssen immer im Wahllokal anwesend sein. Das macht es noch leichter. Wenn die 3 zusammenhalten wie Pech und Schwefel, dann hat man genügend Zeit, gegen Ende der Wahl einige Leute, von denen man weiß, dass sie noch nicht wählen waren, dennoch "wählen" zu lassen, indem man den Zettel ausfüllt, das Kreuzchen macht und es in die Urne wirft. Natürlich darf man es nicht übertreiben, aber so 30 bis 50 Stimmen sind da immer drin.
Vielleicht kommt man ja auf die Idee und bildet einen Kreis von Überprüfern. Die gehen nach der Wahl von Haus zu Haus und überprüfen alle Wähler, ob sie auch wirklich gewählt haben. Wenn man dann diesen Kreis auch wieder selbst vorschlagen kann, dann weiss man wenigstens, dass es eine perfekte demokratische Wahl war.


Bei der letzten Wahl war ich noch richtig kreativ. Jeder, der zur Wahl kam, konnte die aktuelle Wahlbeteiligung sehen. Doch es hat kaum jemanden interessiert. Deshalb ist es gfraglich, ob ich mir noch einmal die Mühe machen werden.

Elektronischen Wahlen gehört die Zukunft. Dazu stehe ich nach wie vor.Wenn man mit den entsprechenden Mitteln arbeitet, dann habe auch die Karlsruher Richter nichts dagegen. OpenSource Software, die jeder einsehen kann ist die Forderung Nummer 1. Ein Beleg, der in einer Truhe oder ähnlichem verbleibt, soll nach dem Willen der Richter verbleiben. Doch das ist schon wieder ad absurdum zu führen, wenn man sich obiges Beispiel reinzieht.
Ich habe vorgesorgt und habe mir einen Nachhilfelehrer engagiert, der mit mir die Höhere Mathematik des Wählens durchkaut. Bei 3+1=4 bin ich immerhin schon.

Am nächsten Montag haben wir übrigens den Vorsitzenden der Piratenpartei, Jens Seipenbusch, in der Sendung. Sie ist 30 Minuten lang und wir waren nach der Aufzeichnung der Meinung, dass diese Leute für das Engagement belohnt werden müssen. Noch steht meine Stimmabgabe nicht fest. Eine große etablierte Partei wird jedoch mit meiner Stimme nicht beglückt werden. Wir müssen für einen Schock der Etablierten sorgen. Mit jeder Stimme, die den Kleinen gegeben wird, schwindet auch die Vergütung der Großen für den Wahlkampf. Jede Stimme weniger ist auch weniger Geld. Mich würde es freuen, wenn wir die jungen Leute aktivieren könnten, ihrem Lebensstil und ihrer Lebensphilosophie entsprechend die richtige Partei zu wählen. Wer nicht wählen geht, verpasst jede Chance, etwas zu bewegen.


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