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16.08.2009
Geschichten, die das Leben schrieb (Wolfgang Back)

Es ist ja nun bekannt, dass es den Computerclub im WDR Fernsehen seit 1983 regelmäßig auf der Mattscheibe gab. Doch für viele jüngere Zuschauer dürfte es unglaublich klingen, was ich jetzt zu erzählen habe. Und doch muss ich mich mit der Geschichte beeilen, denn es wird nicht mehr lange dauern, bis der selbe Zustand wie 1983 eintreten wird. Dann ist nämlich das Teil, das besprochen werden soll wieder so unmodern geworden, dass es kaum noch jemand kennt.
Es geht heute um ein Diskettenlaufwerk. Für viele Zeitgenossen ist dies mittlerweile ein historisches Produkt. Doch die meisten werden zumindest noch mit dem Namen etwas anfangen können. 1983 – zu unserer Anfangszeit – war das noch ganz anders. Kaum jemand hatte ein Diskettenlaufwerk sein eigen. Die Geräte waren übermäßig teuer und haben mal schnell 1000 Mark gekostet. Doch für Freaks war es ein „Must“, irgendwann auch ein Diskettenlaufwerk sein eigen zu nennen, um endlich den Kassettenrekorder, der die Speicherung und das Auslesen übernahm, in die Ecke zu stellen.
Jedenfalls hatten wir in einer der ersten Sendungen ein Diskettenlaufwerk als Mittelpunkt der Sendung. Wir wollten erklären, wie so etwas funktioniert und welche Vorteile eine Diskette gegenüber einem Band hat.
Damals gehörte die Computerei noch zu den Geheimwissenschaften und alle Kameraleute, die uns für die Aufzeichnung der Sendung zugeteilt wurden, waren bekennende Gegner der Computertechnik und hatten daher auch eine entsprechende Abneigung, die Sendung überhaupt zu produzieren.
Ich werde es daher nie vergessen, wie ich in der Moderation von einem Diskettenlaufwerk sprach und auch noch mit der Hand auf das Laufwerk griff, als der Kameramann eine Totale des Studios zeigte. Da er nicht wusste, was ein Diskettenlaufwerk ist, hat er sicherheitshalber einmal alles gezeigt, was seine Linse hergab, anstatt das Gerät in Großaufnahme zu zeigen.
Ich verstehe schon, dass es damals für jemanden sehr schwer war, Dinge zu begreifen, von denen er absolut keine Kenntnis hatte. Die Disketten waren jahrelang unser bestes Spreichermedium, da es „removable“ war, wie heute die USB-Sticks. Dass man auf den Disketten nur wenig speichern konnte aus heutiger Sicht, war damals ganz anders: die Speichermöglichkeiten waren einfach riesig. – So glaubten wir wenigstens. Ich habe oben angesprochen, dass man sich beeilen muss, um das Wissen um Disketten noch abfragen zu können. Denn die Jugendlichen von heute haben nur noch ein müdes Lächeln für diese Art der Speicherung übrig.
Auch die heutigen Sticks werden nicht ewig den Standard bestimmen. Ich habe noch Sticks mit 1MB Speicherkapazität und bin damit Besitzer exotischer Geräte. Mittlerweile sind wir natürlich im GByte Bereich angekommen und werden bald auch den ersten TerByte Stick begrüßen dürfen. Die Schallgrenze von 1 TB bei Festplatten wurde erst vor Jahresfrist geknackt, mittlerweile ist die Speicherkapazität auf 2 TB geklettert.
Ich bin mir einigermaßen sicher, dass bei einer Revival Sendung mit dem Kameramann von damals, das richtige Zeigen eines Terabytesticks kein Problem verursachen würde. Doch es gäbe einen riesengroßen Unterschied: damals war dem Kameramann die Diskette ziemlich “Wurscht“, heute hätte er den Stick gar zu gerne für seine privaten Zwecke.


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