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30.08.2009
Die Wahl ist gelaufen (Wolfgang Back)

Heute saß ich wieder in einem Kölner Wahllokal und habe dort als Wahlhelfer gearbeitet. Bei der Europawahl in diesem Jahr war ich verhindert. Somit war diese Wahl meine erste Wahl nach 2004 und meine erste Wahl wieder ohne Wahlcomputer.
Das Ergebnis der Handwahl drückte sich dann nach 18:00 Uhr aus. Als die Wahlurne auf den Kopf gestellt wurde, ging das große Sortieren los. Zunächst alle roten Scheine auf einen Haufen. Ebenso die blauen und weißen Blätter. Dann die einzelnen Farben zählen und dann die Blätter nach Parteien sortieren und anschließend zählen. Obwohl wir kein schlechtes Team waren, dauerte das Ganze bis 20:00 Uhr.
Mit den Computern konnten wir gegen 18:15 Uhr das Wahllokal verlassen.
Nun haben die Verfassungsrichter einen Riegel vor die Verwendung von Wahlcomputern geschoben. Doch das Verbot ist nicht endgültig. Es wurden einige Mängel gerügt. Das größte Manko ist, dass eine Computerwahl mit den vorhandenen Maschinen nicht nachprüfbar ist, weil keine Duplikate in Papierform o.ä. vorhanden sind. Das ist in der Tat ein Mangel. Wenn man imLokal xy etwas vermutet, so hat man nur das eine Ergebnis aus dem Computer. Man kann nicht durch Nachzählen das Wahlergebnis nachprüfen.
Doch irgendetwas wird man erfinden müssen, um diese blödsinnige und zeitraubende Zählarbeit zu ersetzen.
Wenn man die Wahl so lassen will, wie sie heute abgelaufen ist, dann braucht man doch nur einen Blattzähler zu entwickeln, der mit einer einfachen OCR ausgerüstet ist.
Ich denke da an die Maschinchen auf der Bank, die ruckzuck einen Packen Papiergeld zählen.
Man kann die Wahl auch auf elektronische Wahlmaschinen trimmen, wenn man zusätzlich zu der elektronischen Wahl eine Kopie auf Papier erzeugt. Das würde das Ergebnis wieder überprüfbar machen.
Eine Lücke in dem Ablauf einer Wahl wurde damals nicht angesprochen. Ich werde mich jetzt mit ein paar Briefen in das Geschehen einklinken. Der Schriftführer eines Wahllokals organisiert am Vorabend der Wahl einen Koffer mit den Unterlagen, der dann am nächsten Morgen im Wahllokal präsent ist.
Bei diesen Unterlagen ist das Wählerverzeichnis ein brisantes Dokument. Hier sind Wähler (in unserem Falle über 1200 Wähler) verzeichnet, die dort mit Name, Titel, Geburtsdatum,Adresse verzeichnet sind. Diese Datei in Papierform ist als sehr sensibel anzusehen, weil hier die Informationen des Einwohnermeldeamtes in aktuellster Form gedruckt sind. Das Verzeichnis ist in Tabellenform angelegt, so dass man mit einer einfachen OCR das Dokument scannen kann und eine ASCII Datei erzeugen kann, die dann in eine Datenbank überführt werden kann. Dann kann man mit Computerkraft die Datei durchsuchen. Alter und Titel korrelieren mit der Adresse und ähnlichem.

Ich werde bei der nächsten Wahl fordern, dass man dieses Wählerverzeichnis nicht unbeobachtet nutzen kann. Die teilweise amtlichen Informationen gehören nicht unbeobachtet in eine fremde Hand.
Dieses Denken, wie es heute durch die Weitergabe des Wählerverzeichnisses geschieht,  stammt aus einer vergangenen Welt. Damals lebten wir noch in einer Karteikartenzeit und es war schwierig, verwertbarte Informationen zu automatisieren. Quasi musste man die Informationen im Handbetrieb umschreiben. Doch heute geht alles automatisch und so können gespeicherte Daten schnell zu maschinenlesbaren Daten mutieren.


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