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06.09.2009
Geschichten, die das Leben schrieb. (Wolfgang Back)

Ab und zu gibt es bei uns Geschichten aus der Vergangenheit, die meistens sehr ungewöhnlich sind.

Wie plötzlich alle Monitore nicht zugelassen waren.

Wir machen einen Zeitsprung in die Mitte der 80er Jahre. Überall entstand ein Aufbruch der Computer in Privathand. Es wurde langsam interessant, mit einem solchen Gerät irgendetwas lösen zu wollen, was man vielleicht auch beruflich verwerten konnte.
Man muss sich vorstellen, dass ein breites Feld unbeackerter Softwarelösungen vor einem lag. Es gab kaum Hausverwaltungen für den Computer, es gab kaum Buchhaltungsprogramme, es mangelte an geeigneten Datenbankprogrammen. Ein unbestelltes Feld lag brach.

Die Messegesellschaften hatten erkannt, dass die kleinen Computer mittlerweile so viel Interesse hervorriefen, dass man damit Ausstellungen gestalten konnte. Auch die Kölner Messe wollte dabei sein und sie startete mit einer Messe namens C, der lediglich das Jahr nachgestellt wurde. Also C85, C86 und C87 – und dann war es auch schon vorbei.

Ich beziehe mich auf die C85, bei der der Computerclub auch Aussteller wurde. Wir hatten eine Menge zu zeigen. Wir schafften es, mehr als 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zu zu bestücken..

Unter anderem hatten wir auch die Deutsche Bundespost mit einem Messwagen eingeladen. Sie sollten zeigen, wie man Störstrahlungen entdeckt und darstellen kann. Doch wir hatten uns damit selbst ein Ei gelegt, wobei das Küken fast auf der Messe geschlüpft wäre.

Zu der Mannschaft des Postmesswagens gehörte ein junger Ingenieur, der gerade die Schule verlassen hatte und ein Wissen mitbrachte, von dem keiner von uns etwas ahnte.
Dieser junge Ingenieur hatte es auf Geräte abgesehen, die nicht das benötigte Zulassungssiegel trugen. Diese VDE (Verein Deutscher Ingenieure) Siegel fehlten größtenteils auf den Monitoren, die zur Darstellung der Computer benutzt wurden.

Nachdem er bei unserem eigenen Stand sein Unwesen getrieben hatte und fast alle Monitore als untauglich erklärte, verschwand er in der Messe. Wie ich später erfuhr, lief er ziemlich an allen Ständen vorbei und hatte nur eins im Sinn: „Wie sieht es mit der  Zulassung der Monitore aus?“
Die anderen Stände waren auch nicht viel besser, als wir. Es gab Vieles zu bemängeln.
Mittlerweile hatte die Messeleitung von diesen Aktionen etwas mitbekommen. Denn es stand mittlerweile die Existenz der Messe auf dem Spiel. Wenn der Supertechniker das wahr gemacht hätte, was er stets propagierte, dann wäre dies eine C85 geworden, bei der kaum ein Monitor den Test bestanden hätte. Die Besucher hätten zu Hause bleiben können.

Ich kann mich noch entsinnen, wie der Messechef zu uns an den Stand kam und fragte: „Was machen wir denn mit dem Verrückten? Der macht uns die ganze Messe kaputt. Können wir den vielleicht besoffen machen, damit es ihm am nächsten Tag so schlecht geht, dass er nicht mehr zur Messe kommen kann?“  

Doch alle waren skeptisch, ob der überhaupt Alkohol anpackt. Und so war es auch, er verabscheute jedes alkoholische Getränk, war voll gespickt mit jeglichen Vorschriften, die er überall angewandt wissen wollte.

Auch wir waren ziemlich hilflos, denn der Typ hatte ja eigentlich Recht. Nur, wie sollten wir jetzt noch alles umbiegen und neue zugelassene Monitore besorgen? Dazu fehlte uns auch das Geld.

Als ich dann hörte, dass der Messechef sich mit einem höher gestellten Beamten aus der Oberpostdirektion in Köln unterhielt, rechnete ich mit einer brauchbaren Lösung. Und so kam es dann auch. Unser Übereifriger wurde für den nächsten Tag zu einem wichtigen Termin nach Bonn geschickt, der mindestens so lange dauerte wie die Messe stattfand
Ob so etwas richtig ist, kann wohl kaum jemand neutral beurteilen. Natürlich hatte der übereifrige Ingenieur Recht – doch es standen andere Interessen dagegen , die in diesem Moment höher bewertet wurden. Wir hatten danach eine sehr erfolgreiche Messe. Auch das Postmobil spielte eine große Rolle.


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