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28.11.2009
Die Fa. Google hat mir sorgar geantwortet (Wolfgang Back)

Ich bin wahrlich kein Freund von den Machenschaften von Google. Sie nehmen sich enorm viel heraus und verletzen ständig nationale Gesetze. Google Earth ist zwar eine spannende Anwendung und auch ich habe da schon Orte besucht, zu denen ich wahrscheinlich nie hinkommen werde. Ich verbrachte letztens auf den Falkland Inseln einen einstündigen Besuch und stellte danach fest, dass ich jetzt nicht mehr dort hin fahren muss.Dank der vielen Fotos, die gar von solchen entfernten Ecken existieren, kann man sich ein Bild von der Landschaft und dem Ort machen.
Natürlich hat Google Earth auch seine rechtlich bedenklichen Ecken und Kanten. Die Art und Weise, wie man ein Programm in die Welt setzte hat wohl keine Vorgänger.
Einige Jahre vorher musste in Deutschland noch jede Luftaufnahme, die veröffentlicht werden sollte, vom Regierungspräsidenten gegen Gebühr genehmigt werden. Ich weiß noch davon zu berichten, dass man oft auf heißen Kohlen saß, weil der Sendetermin näher kam und die Luftbildgenehmigung noch nicht eingegangen war. Wäre die Rechtsprechung fortgeschrieben worden, dann hätte Google Earth zumindest keine Chance.
Problematisch ist auch heute noch: wer darf darauf bestehen, dass sein Grundstück unscharf gezeigt wird? Eigentlich jeder, der diese Veröffentlichung nicht möchte. Doch da wird mit zweierlei Maß gemessen. Ich erinnere an eine CC2 - Sendung, bei der wir mit einem Rechtsanwalt diskutierten, der sein Grundstück unscharf gemacht haben wollte, weil sein Nachbar (ein hoher Bankmanager aus Frankfurt) ein solche Markierung hatte.

Doch jetzt geht es um Google Streetview. Google Streetview ist eine große Angelegenheit. Dass man beim Google Earthen manchmal den Wunsch hat, tiefer einzudringen, ist wahrscheinlich sehr menschlich. Und Google will diesen Wunsch erfüllen.

Da es noch keine Deutsche Applikation von Street View gibt, habe ich mir einmal intensiv die existierenden Bilder von Paris angesehen.
Paris gehörte zu meinen Lieblingsstätten, die ich auch als Student sehr oft besucht habe. Es war ein besonderes Erlebnis, dass ich in bekannten Straßen und Stadtteilen herumstöbern konnte.
Und dies mit hoher Auflösung. Doch das Angebot von Google, die Personen unscharf darszustellen, ist nicht durchgehend gewährleistet. Auch die Verschleierung von Nummernschildern ist nicht immer gelungen.
Eine Antwort habe ich einmal vernommen: "Man kann Einspruch erheben, wenn man sich dort bewegte und die Verwaschung nicht ausreichend ist."
Das kann es aber nicht sein. Das widerspricht in allen Punkten der Deutschen Rechtsprechung. Jeder Mensch hat ein Recht auf die Veröffentlichung seines Bildes zu widersprechen. Und dies nicht erst im Nachhinein. Die Genehmigung muss vorher eingeholt werden.
Daher finde ich, dass wir errungene Rechte nicht einfach über Bord werfen können. Ich klage das Recht ein auf das eigene Bild und auf das Recht, Eigentum und persönliche Dinge (Nummernschild) nicht zu veröffentlichen.

Deshalb schickte ich einen Einspruch an Google, um im Vorfelde zu reagieren und nicht darauf warten zu müssen, dass man einer Veröffentlichung widersprechen kann, die bereits stattgefunden hat.



Diesen Einspruch habe ich per Fax nach Hamburg geschickt, um eine akzeptierte Rechtsform zu wahren. Email war mir zuwindig. Ich war mir eigentlich absolut sicher, dass ich nie eine Antwort bekommen würde, obwohl ich auf einer Bestätigung des Einspruchs pochte. Und siehe da, die Antwort kam als Brief mit 55 Cent frankiert bei mir an. Ich will die Antwort nicht verstecken.



Mal sehen, was daraus wird. Wenn jeder den Einspruch einreicht, dann kommen dunkle Zeiten für Google auf. Wenn sie tatsächlich das wahrmachen, dass man irgendwie Einsicht vor der Veröffentlichung bekommen soll, dann wird das wohl nie etwas mit Streetview in Deutschland.



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