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06.12.2009
Da kann keiner so recht Auskunft geben. (Wolfgang Back)

Ich habe mir heute Abend einmal Gedanken über die Radarfallen gemacht und kam zu keinem exakten Ergebnis. Das ist eigentlich traurig, dass man mit einem gesunden Menschenverstand keine eigenen -juristisch gefestigten- Folgerungen ziehen kann. Es bleibt eine Grauzone übrig, die Betrachtungen relativ erscheinen lässt. Das kann eigentlich so nicht bleiben - der Bürger muss Klarheit in den Vorschriften erkennen.
Bleiben wir einmal in der Vergangenheit. Schon frühzeitig in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Autoverkehr stärker und man musste Reglements einführen, um den Wildwuchs nicht ausborden zu lassen.
Es kamen die ersten Ungetüme, die den Beinamen "Radar" stolz trugen und vorbeifahrende Fahrzeuge in der Geschwindigkeit messen konnten. Bis zu diesem Zeitpunkt musste man Lichtschranken oder später Erdschleifen nutzen, um die Durchfahrgeschwindigkeit zu messen.
Diese Radarstationen waren sogar mobil, so dass der Autofahrer immer damit rechnen musste, dass er überwacht werden konnte. Die damaligen Messgeräte waren Ungetüme und sehr wahrscheinlich auch nicht sehr genau in der Messung.
Dennoch wurden die Boliden von den Autofahrern von Anfang an gehasst. Auf den Messungen wurden Strafen erteilt, die oftmals nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmten. Doch Gericht war Gericht.
Das Wissen ob dieser neuen technologischen Fortschritte war zunächst sehr gering. Doch es gab einige versierte Techniker, die sich schon frühzeitig die Radarstationen als Feinde aussuchten.
Das Herz der Anlage bestand aus einer GUN Kanone, die einen Radarstrahl projizierte, dessen Echo dann gemessen wurde. Je kleiner das Echo, desto schneller das herannahende Auto.
Es wurde den Autofahrern eingeredet, dass diese Messmethode äußerst genau betrieben werden kann, wobei die Genauigkeit von vielen Parametern abhängig war. Bestimmte Gegenden mit Reflexionseigenschaften verfälschten den Messwert; doch kein Autofahrer konnte dagegen protestieren.
Es dauerte nicht lange, bis findige junge Leute sich einen Scherz aus der Zerstörung der Anlage machten. Mit dem elektromagnetischen Wissen und mit der Kenntnis der Verwundbarkeit der GUN Kanaone in der Radaranlage, bauten sie Gegenwehrmassnahmen aus. Sie fuhren im richtigen Tempo an der Radarstation vorbei und schossen dann allerdings mit einer GUN Kanone, die ein Vielfaches der Sendeleistung besaß, zurück. Meistens trafen sie die Gun Kanone des Polizeigerätes so unglücklich, dass die Anlage ausfiel. Der Erfolg konnte einige hundert Meter weiter beobachtet werden: "Wenn die Polizei einpackte und nach Hause fuhr, dann hatte man gewonnen."

Diese Situation führte zwar nicht dazu, dass Geschwindigkeitskontrollen abgeschafft wurden; doch es waren immense Kosten für die Polizei, die Geräte wieder herrichten zu lassen. Also mussten sie noch mehr Geld einbringen.

Der nächste Affront kam hinterher: Wenn die so wild mit einem Radarstrahl in die Gegenrichtung schießen und diesen auf einer bestimmten Frequenz modulieren, dann müsste man doch weit vorher diesen Strahl im eigenen Auto feststellen können. Und genau das war möglich. Das Radarwarngerät war geboren.
Im eigenen Auto machte es schon einige hundert Meter vorher auf die Existenz eines Radarstrahls aufmerksam: es piepste mehr oder weniger laut.
Auch das konnte den Beamten nicht gefallen, denn sie hatten immer weniger "Kunden". Auch wenn sie solche Radarwarngeräte an den Stoßstangen feststellten, dann war das so. Eine rechtliche Handhabe war am Anfang nicht zu erreichen.
Doch dann gab es ein Urteil, dessen Wortlaut ich nur noch bruchstückhaft im Kopf habe. Aufgrund des Empfanges von mehr als einem Bit bedurfte der Radarwarner eigentlich einer postalischen Zulassung, die man natürlich verweigerte.
Dieses "mehr als ein Bit" ist ein solcher Käse, auf dem sich die Rechtsprechung aufbaute, so dass man heute eigentlich dagegen angehen müsste.
Doch später kamen dann Frequenzwechsel der Radarkanonen hinzu, die dann wieder einige Radarwarngeräte unbrauchbar machten. Doch durch den Einsatz der Lasermessgeräte kam wieder eine neue Qualität hinzu. Jetzt konnte man sehr viel genauer das angepeilte Fahrzeug in seiner Geschwindigkeit messen - Streuverluste konnten kaum noch empfangen werden. Doch auch dieses änderte sich wieder. Vor allem schützte man sich in Amerika vor den Laserpistolen und alle USA Besucher brachten sich ein solches Radarwarngerät mit, das auch die Pistolen erkennen konnte.
Doch schon bald stellte sich heraus, dass die amerikanischen Frequenzbereiche nicht viel mit den deutschen Überwachungsfrequenzen zu tun haben.
Doch wie sieht es heute aus?

Heute nutzt kaum noch jemand die Existenzeines Radarstrahls. Heute kann man natürlich die sogenannten Starenkästen als fixe Punkte in sein Navigationssystem als Koordinaten übernehmen. Da kommt das Wissen um eine Radarüberwachung aus den vorgegebenen Koordinaten aus der Datenbank und den aktuell gemessenen Daten aus dem GPS Signal.

Ist das strafbar, wenn man diese Kombination benutzt? Kann wohl nicht sein, denn man hört keinen Radarstrahl oder ähnliches ab. Da sich stationäre Radarfallen nur an neuralgischen Punkten befinden, wo erhöhte Unfallgefahr gemessen wurde, kann ein Hinweis auf eine solche Gefahrenstelle nicht illegal sein. Und alle Geräte, die ich kenne,verweisen lediglich auf solche Gefahrenpunkte.
Die Sache mit den Gefahrenpunktblitzer scheint damit eigentlich gegessen zu sein und dennoch hört man immer wieder, dass Leuten die Geräte abgenommen werden, die solche Gefahrenpunkte anzeigen.
Meiner Ansicht nach darf dies nicht sein und wir müssen uns alle dagegen wehren.

Doch jetzt kommen wir zu den mobilen Stationen, die auch überall auftauchen können und Geschwindigkeitsmessungen machen können.
Darf man als Autofahrer, wenn man einen solchen Blitzer erkennt, anderen mitteilen, dass hier eine Blitzstation arbeitet?
Wahrscheinlich darf ich nicht den anderen Autos entgegenfahren und lichthupend gestikilierend mitteilen, dass sie etwas erwartet. Das könnte man als verkehrsbeeinflussende Massnahme unterbinden.

Doch verbietet mir jemand, dass ich einem Freund oder einem digitalen Freund den Standort einer Blitzanlage mitteile. Genauer gesagt: "Ich schicke ein GPS Signal, bestehend aus zwei Koordinaten, die gerade beim Vorbeifahren an der Blitzerstation aktuell sind, an eine Datenbank, die von Freunden aufgebaut wurde.
Darin kann man keine böse Absicht erkennen. Ich möchte nur, dass mein Freund über das Bescheid weiß, was ich weiß.

Morgen mehr ....

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