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23.01.2010
Gestern habe ich Abschied von mir selbst genommen (Wolfgang Back)

Im Forum habe ich gelesen, dass man über diesen Blog diskutierte. Vor allem waren einige der Meinung, dass der Blog kein CCZwei Blog sei, sondern
zu sehr auf W.B. zugeschnitten sei. Das mag sein. Doch wenn ich nur über CCZwei Themen berichten würde, dann käme da nicht die Sequenz zustande.
Ich kann private Meldungen mit CCZwei Meldungen kaum auseinanderhalten, da der CCZwei sehr stark mein Leben bestimmt.
Es ist nicht nur der Produktionstag, der oft genug ansteht Es kommen viele Vorbereitungstage hinzu, die man für die Aufbereitung von Neuigkeiten für Audio und Fernsehen braucht.

Die meisten Forumsmitglieder jedoch wünschen sich auch private Informationen von mir und auch von W.R. Deshalb haben wir erst vor kurzer Zeit die Autoren im Blog genannt
Daher möchte ich heute etwas über den genannten Titel von oben schreiben.

Im Zuge meiner Neuorganisation der Garage war gestern so richtig eine Fleißarbeit angesagt Ich hatte fein säuberlich im WDR alle Abrechnungen für Gehalt und Reiseabrechnung gesammelt und diese Dokumente immer weiter bei Umzügen mitgeschleppt.
Am Ende war es dann klar: Die Pensionierung kam und ich musste alles, was ich für nötig befand, mitnehmen. Da solche alten Dokumente keine aktuelle Bedeutung haben, kamen sie natürlich in das Stapelwunder Garage.

Jetzt war es so weit. Ich wollte mich als fast vierjähriger Rentner von all diesen Dokumenten trennen. Da die Dokumente wirklich alle persönlichen Daten preisgeben und die Reiseabrechnungen dokumentieren, wo ich überall war, wollte ich natürlich die Daten nicht einfach der Müllabfuhr übergeben.

Sie sollten professionell entsorgt werden. Irgendwo hatte ich einen Aktenvernichter für den kleinen Mann. Das Gerät mit riesigem Netzgerät musste sich im Keller befinden. Bis ich alles dort untersucht hatte und schließlich das Gerät gefunden hatte, sah der Keller ähnlich chaotisch aus wie derzeit die Garage.

Es begann jetzt eine mehrere Stunden andauernde Prozedur.
In den Aktenvernichter musste ich nun jedes einzelne Dokument einstecken, um es in dünne Streifen schneiden zu lassen. Maximal drei Blätter konnte die Maschine auf einmal durchtrennen.
Am Anfang entdeckte ich viel zu viel an kleinen Fakten Plötzlich hatte ich ein Ticket nach Island in der Hand. Ich konnte es nicht über mich bringen, das Dokument zu schreddern, ohne gelesen zu haben, wann ich
in Island war. Ich konnte mich noch gut an den Trip erinnern, der 1985 stattfand. Ich spürte, dass ich nicht jedes Dokument nachverfolgen kann, da ich dann niemals fertig werden würde.

Das gelebte Leben strömte so dahin. Mit jeder Abrechnung, die geschreddert wurde, waren Erlebnisse verloren. Nein, natürlich waren die Erlebnisse nicht für mich verloren; doch ein eventueller Beweis dafür war dahin. Manchmal musste ich mich zwingen, die Dokumente in den Schlitz zu stecken, da man erkennen konnte, dass es eigentlich um interessante Informationen ging. Ich konnte es nicht lassen, das Ticket nach Gröneland zu untersuchen. Plötzlich kamen Erinnerungen auf, die ich bis heute nicht vergessen habe. Doch ich will nicht ausschweifen. Es ging weiter und weiter. Völlig emotionslos durchlief ein Dokument nach dem anderen den Schredder. Doch dann plötzlich entdeckte ich Bilder im Schredder. Ich riss sofort die Dokumente heraus, um nachzuschauen, was sich da jetzt verabschiedet.
Intendant Pleitgen gratulierte mir auf dem Bild für meine 25 jährige Zugehörigkeit zum WDR. Ich habe das Bild dann doch aufgehoben, obwohl ich selbst keine enge Beziehung dazu habe. Doch ich wollte das Bild der Familie zeigen.

Die geschredderten Streifen Papier nehmen viel Platz ein. Doch ich bekam mein Leben komplett in die Mülltonnen mit den blauen Deckeln hinein. Ich musste zwar viel nachdrücken, damit die Deckel passend nach unten gingen

Am Abend war ich froh, dass nun alles vorbei ist. Ob ich jemals in Mexiko oder Alaska war, ob mein Flug nach Kairo stattfand, ob Argentinien und Patalonien zur Reise gehörte, ist jetzt nur noch ein Gerücht.

Letztendlich bin ich aber durch diese Aktion neu geboren worden - ohne Altlasten.


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