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02.07.2010
Den Test bestanden (Wolfgang Back)

Die Schweiz hat ihre eigenen Gesetze. Alle 20 Jahre werden alle Häuser und Wohnungen auf elektrische Sicherheit geprüft. Am Anfang wusste ich nicht genau, was da eigentlich geprüft werden sollte. Doch diesmal hatten wir eine Karte im Briefkasten, dass der Prüfer dann und dann vorbeikommt und ein Protokoll über die vorgefundene Elektroinstallation erstellen wird. Die gefundenen Fehler müssen dann durch einen Elektiker in einer bestimmten Zeit abgestellt sein. Eine Nachprüfung führt dann zu der Urkunde oder eben nicht.

Ich war gespannt, was der Prüfingenieur bei uns finden würde. Eigentlich dachte ich, dass so weit alles o.k. sein müsste. Doch da hatte ich mich getäuscht. Es begann im Badezimmer. Da war ein Schalter ohne Gummikappe zu nahe an der Badewanne. O.K. - das gilt auch bei uns. Im Spiegelschrank ist eine Steckdose für den Rasierapparat. Zusätzlich aber ist auch eine Steckdose in dem Gehäuse untergebracht. Doch diese Steckdose hat keine 3 Pole, sondern nur 2. Das Haus wurde 1963 erstellt und da war die Bestimmung noch nicht so. Ich schlug vor, diese Steckdosenlöcher mit 2 Komponentenkleber zulaufen zu lassen. Diese Idee fand der Prüfer nahezu genial. Denn eigentlich hätte ich das komplette Teil für 150 Franken ersetzen müssen.

Dann waren einige Stehlampen dran. Die hatten alle keine Erdung. Und im Flur hing eine Lampe mit einem Metallring, die nicht geerdet war. Diese aufgezeigten Mängel wollte ich dann selbst beheben. Eigentlich hieß das: das zweiadrige Kabel zu den Lampen durch ein dreiadriges Kabel ersetzen und den Nullleiter an die Metallteile der Lampe führen.

Und dann kam die größte Aufgabe. Der Rahmen des kleinen Sicherungskastens in der Wohnung ist aus lackiertem Metall. Auch bei ihm fehlte die Erdung. Der Prüfer wies mich darauf hin, dass hier ein 6 mm Draht nötig ist. Eine Klemme sei bereits vorgesehen.

Als ich dann den Kasten ausbaute und eine Klemme vorfand, die maximal 1,5 mm Draht aufnehmen konnte, machte ich mir Gedanken über die Vorschrift. Dabei war ich schnell zu dem Schluss gekommen, dass die Vorgabe völlig unsinnig ist. Von dem Rahmen soll ja nur eine evtl. Fehlschaltung fern gehalten werden. Das geht auch mit 1,5 mm Durchmesser.
Mein Glück war, dass bei uns im Haus umgebaut wird und ich einen Elektriker bei der Arbeit ein Stockwerk tiefer fand. In meinem perfekten Italienisch versuchte ich mein Problem zu erklären. 6mm oder 1,5mm. Als ich den Handwerker an den Sicherungskasten in der anderen Wohnung führte und ihm das Erdungskabel zeigen wollte, fehlte dieses dort auch, obwohl die Wohnung bereits als "abgenommen" gilt. Der Handwerker greift in seine Kiste und gibt mir etwa 50 cm flexibles gelb/grünes 1 mm Durchmesser - Kabel. Ist "o.k." sagte er noch.
Nunmehr sind wir im Besitz einer Bescheinigung, dass unsere Wohnung im elektrischen Himmel schwebt. Alles sicher und alles o.k. Der nächste Besuch wurde bereits auf dem Formular angekreuzt. Die Möglichkeiten waren 1 Jahr, 2 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre und 20 Jahre. Angekreuzt ist "20 Jahre". Jedoch wurde noch kein Prüftermin im Jahre 2030 vorgeschlagen.

Ich muss zur Kritik hier anführen, dass das Schweizer Netz keine richtige Erdung vorsieht. Die Erde ist der Nullleiter oder Mittelpunktleiter. Solche Installationen hatten wir uns auch eine lange Zeit. Doch heute würde ich eine auf jeden Fall eine eigene Hauserdung präferieren.

Da ich in unserem Sicherungskasten auch keine Spur eines FI- Schalters vorfand, dachte ich schon, dass wir bei der Prüfung durchfallen werden. Doch der Prüfer verschwendete keinen Gedanken an eine solche Schutzmaßnahme.
Andere Länder - andere Sitten. Doch ich bin Besitze einer sicherheitstechnischen Unbedenklichkeitsbescheinigung.

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