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18.07.2010
Auch private Dinge gehören zum Blog (Wolfgang Back)

Am Freitag war die Beerdigung meiner Mutter. Viele Menschen sind sicherlich betroffen, wenn die Mutter diese Erde verlässt. Bei mir war es jedoch ein lange währender Abschied über fast 10 Jahre. Die Krankheit Alzheimer hat ihren besonderen Verlauf. Wenn nach und nach das Interesse an aktuellen Vorgängen erlischt und Angehörige nicht mehr erkannt werden, so tritt eine Änderung des Körpers auf, der interessante Rückschlüsse gewährt.
Nach und nach wurde die Gesichtshaut meiner Mutter von sämtlichen Falten befreit, so als wäre jeglicher Stress oder jegliche Aufregung verschwunden. Zum Schluss hatte sie rote Bäckchen und eine tadellose Haut; so als wollte sie an einem Schönheitswettbewerb für Senioren teilnehmen.

Was ist das nur für eine Krankheit, die erst vor wenigen Jahren als solche eingestuft wurde. Natürlich erkrankten auch früher schon Menschen daran; doch es wurde dann immer der Karteikasten "Demenz" eröffnet. Es weiß auch heute noch niemand, ob sich die Veränderungen der Menschen im Alter mit dem Begriff "Demenz" erklären lassen.

Fast zehn Jahre lang rutschte meine Mutter in die Alzheimer Krankheit hinein. Am Anfang war es gar nicht so klar, ob Antworten, die etwas komisch anmuteten in einer anderen Welt vielleicht Bestand hatten. Bei mir war eine Antwort ausschlaggebend dafür, dass ich meine Mutter verloren hatte.
Ich versuchte ihr mitzuteilen, dass ein alter Bekannter gestorben ist. Ihre Antwort "Ach, das ist aber schön" ließ mich aufhorchen. Hier gab es einen Defekt, der früher natürlich nie passiert wäre.

Es ist schon endgültig, wenn die Eltern die Welt verlassen haben. Auch wenn die Trauer über fast ein Jahrzehnt verteilt war, so ist die Endgültigkeit doch ein Einschnitt.

Voller Stolz empfand ich stellvertretend für meine Mutter, dass noch mehr als 60 Trauergäste sich in der Kirche und am Friedhof einfanden. Für Jemanden, der mit 88 Jahren diese Welt verlassen hat und schon fast 10 Jahre keine Kontakte mehr pflegen konnte, ist dies eine üppige Trauergemeinde.

Als ich am späten Nachmittag nach Köln zurück fuhr erlebte ich noch eine schöne Begegnung. Zum ersten Mal lernte ich die Person kennen, die das Haus unserer Eltern gekauft hat. Alle Verhandlungen und Notar-Termine gingen bisher über meine Schwester. Sie, die Käuferin, erzählte, dass der gute Geist meiner Eltern immer noch im Haus zu finden sei. Das war ein tolles Kompliment.

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