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14.08.2010
Wie viel schlauer bin ich eigentlich? (Wolfgang Back)

Wenn es stimmt, dass jemand, der die neuen Medien extensiv nutzt schlauer sein muss, als derjenige, der sich von der elektronischen Information los sagt, dann müsste ich eigentlich auf der Kirmes als "der Schlauste unserer Welt" ausgestellt werden.
Seit Anbeginn der elektronischen Kommunikation bin ich dabei und habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Ich erinnere mich an einige Methoden, die den Jüngeren wahrscheinlich völlig unbekannt sind. Akustikkoppler und normales Mailboxing scheint ja weitgehend noch in der Erinnerung oder man hat es irgendwann gelesen.

Doch DATEX-P war eine Zeit lang die Königsklasse der Kommunikation. Man musste, wenn man das DATEX-P Netz nutzen wollte, im Besitz einer NUI sein. Die NUI war so die erste Hürde, die man einführte, um andere - nicht Berechtigte - auszugrenzen. Ich kann mich noch daran entsinnen, dass der Besitz einer NUI einen monatlichen Beitrag von 15.- DM verlangte. Wenn ich mich richtig zurückbesinne, dann hat der Einsatz der NUInicht dazu beigetragen, dass ich dadurch sehr viel schlauer geworden wäre. Was sollte man damit machen. O.K., wer kommerzielle Datenbanken anknabbern wollte, der konnte dies günstig mit seiner Datex Leitung machen.

Als dann Btx zu den Informationsvermittlern hinzu kam, da hielt sich der Gewinn an Informationen deutlich zurück. Es war relativ mühsam, wenn man sich Spezialwissen erarbeiten wollte. Btx hat übrigens die gleiche Entwicklung genommen, wie später das Internet.
Die Idee, dass man Regionalseiten und bundesweite Seiten trennte, setzte sich überhaupt nicht durch. Schon die Gebührenpolitik setzte hier ein Riegel davor. Eine Regionalseite kostete (ich glaube) 50 DM. Eine bundesweite Seite schon 350 DM. Wohlgemerkt im Monat. Auf der regionalen Seite sollte das wirklich Regionale stattfinden: Händler X in Köln kündigt neue Bananen an, die frisch eingetroffen sind. Superpreis: 1 DM für 3 Bananen. Nur ein Beispiel. Für den regionalen Händler war dies kein Geschäft.
Erst einmal: niemand seiner Kunden hatte Btx und konnte seine Angebote sehen. Andererseits konnte der Händler ohne Spezialwissen das Angebot überhaupt nicht ins Netz einstellen. Er hätte eine Agentur beauftragen müssen.
Die Ausgaben für das Angebot war kontraproduktiv. Selbst wenn der Händler einen Eintrag im Btx-Netz zustande brachte, dann fehlte garantiert die Löschung des Angebots. Ich kenne noch die Beschwerden der Händler: "Da kam doch tatsächlich jemand vorbei, der das Angebot der Bananen suchte. Doch dies war schon 3 Wochen her.

Auch der Videotext wusste lange nicht, was er kann und was er darf. Der Videotext wurde lange als rückschrittlich gesehen, weil sich das Videotextprotokoll auf das englische Protokoll beschränkte. Noch heute ist der Videotext bei seinen wenigen Möglichkeiten geblieben. Auch wenn der Videotext sich anstellte, eine Begleitung des Fernsehprogrammes zu realisieren, so ist die Technik doch aus vergangener Zeit. Selbst mit den neuen Lösungen, die mehr Speicherplatz zur Verfügung stellen, machen die Nutzung nicht zum Liebling der Zuschauer.

Der schlichte Videotext mit seiner PRESTEL Normierung ist heute auch kein Argument mehr beim Kauf eines neuen Fernsehgerätés. Videotext verlangt man zwar - doch Nutzen will es niemand mehr.

Wir lösen uns jetzt von den zentral bestimmten Diensten. Sowohl Btx und Videotext sind gebunden an Normierungsprozesse. Das ist ganz anders im Internet. Das Internet verzichtet auf jede Einschränkung. Wenn sich jemand einfallen ließ, dass man Audios übertragen kann, dann wurde das gemacht. Wenn jemand es schaffte, das analoge Telefon zu digitalisieren, dann sprach sich dies Ruck zuck im Netz durch. Leider waren die Pioniere nicht immer die Gewinner. Real Technoligy zumindest blieb auf der Strecke und wird heute kaum noch eingesetzt.

Also bin ich gar nicht so schlau geworden, dass ich mich aus dem Durchschnitt herausheben kann. Auch wenn ich nicht bei den Ratespielen brillieren kann, so sind doch die vielen Erfahrungen ein guter Pool mein Wissen über vergangene Dinge.

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