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19.09.2010
Ich muss das ein wenig geradestellen. (Wolfgang Back)

Wenn ich die Reaktionen im Forum ansehe, wenn es um die Absetzung des damaligen WDR Computerclubs geht, dann muss ich dieses hier einmal richtig stellen.

Ranga hat dem Computerclub zwar den Genickschuss verpasst; jedoch war er lediglich ein vorgeschobener "Ausführer" der die Befehle der Direktion auszuführen hatte.

Die Sendung "Computerclub" machte während ihrer 22jährigen Präsenz von Anfang an Kopfschmerzen bei den Hierarchen. Hier wurde etwas in die Welt gesetzt, das sich völlig verselbständigt hatte. Normalerweise war der Inhalt der Sendung von den Vorgesetzten einigermaßen zu beurteilen. Doch bei dem Computerclub versagten alle Maßstäbe. Der Inhalt war zu weit weg von dem normalen Themendurchschnitt.

Das WDR Gesetz besagt, dass ein Redakteur, der selbst moderiert, die Sendung von einem anderen unbeteiligten Redakteur zur Abnahme geben muss.
Doch beim Computerclub fand sich niemand, der sich für die Abnahme bereit erklärte. So lief der Nachspann über 22 Jahre lang mit dem Inhalt: Redaktion: Wolfgang Back.

Wie oben angedeutet, so war dieses Vorgehen eigentlich im WDR Gesetz verboten.
Doch um die Sendung überhaupt zu ermöglichen, wurde diese Schieflage toleriert. Diese Regelung umfasste im ganzen WDR zwei Personen und sie wurde manchmal mit dem Slogan Lex Pütz/Back bezeichnet.
Als ich noch zusammen mit Jean Pütz die Hobbythek moderierte, da konnten wir uns gegenseitig Schützenhilfe liefern. Ich nahm die Pützbeiträge ab, Jean Pütz entsprechend meine. Diese Regelung, die auch nicht im Sinne des Hauses war, hatte bis 1981 Bestand. Diese Kollegenabnahme war deshalb nicht im Sinne des Erfinders, weil eigentlich ein nicht beteiligter Redakteur zur Abnahme der Sendung herbeizuziehen war.
Als wir uns trennten, standen wir beide recht alleine in der Landschaft. So kam es zu dieser Lex Back/Pütz.
Natürlich wurde diese Schieflage von den Hierarchen nicht befürwortet. Doch man ließ alles schleifen. So kam es schließlich dazu, dass ich 22 Jahre lang jeden Monat oder später gar jede Woche gegen das WDR- Gesetz verstoßen habe.

Mir und den WDR-Oberen war schon lange klar, dass man mir aus diesem Ungehorsam keinen Strick mehr ziehen konnte. Hätte man ein Arbeitsgericht um eine Entscheidung gebeten, dann wären diese 22 Jahre Duldung sicher in das Urteil eingegangen.

Irgendwann hatte sich Jean Pütz selbst erledigt, weil er pensioniert wurde. Blieb noch die Lex Back. Man entschloss sich, die Sendung abzusetzen. Ranga bekam den Befehl von oben, dieses einzuleiten. Die direkte Konfrontation wollte man vermeiden. Und so musste Ranga herhalten, sich irgendwelche Gründe auszudenken, die ein Absetzen der Sendung rechtfertigten.
Es konnte ihm nicht leichtgefallen sein, denn die Begründungen, die er vor allen Mitarbeitern abgab, waren lächerlich.
Wolfgang Rudolph habe einmal eine Jacke in der Sendung getragen, die den Testzuschauern nicht gefallen habe. Das war der Hauptgrund, der damals ausgesprochen wurde.
Doch dahinter steckte das Damoklesschwert: Absetzen der Sendung, um aus dieser Lex Back-Klemme herauszukommen.

Im Vorfelde gab es schon einige Angriffe auf den Computerclub. Ranga und seine Mitstreiter saßen mehrere Male zusammen, um ein Gegenkonzept zum Computerclub zu entwickeln. Doch das Konzept blieb schon bald auf der Strecke, weil man feststellte, dass man gegen die fachliche Kompetenz des CC nicht ankommen kann. Dies brachte wieder ein paar Jahre Koexistenz und Duldung.

Im Jahre 2003 war es dann vorbei. Ich habe die Zeichen der Zeit nicht erkannt. 2003 war ich gerade 60 Jahre alt und hätte die Vorruhestandsregelung einreichen können. Dann wäre mit dem Ende des CC auch die Präsenz von mir einhand gegangen. Doch ich wollte noch eine Zeitlang dafür sorgen, dass die Mitarbeiter ein paar Aufträge bekommen können.

Die Service Zeit Technik, die ich dann zwei Jahre betreute, war für mich eine Horrorangelegenheit. Ein solches Konzept wäre mir in den schlimmsten Träumen nicht eingefallen. So wurde dann auch diese Servicezeit aus dem Programm genommen, als ich 2003 den WDR verließ. Technik ist und bleibt "Pfui".

Ich möchte noch gerne erreichen, dass sich der WDR der Sendung Computerclub gerne erinnert, weil hier auf besondere Weise dem Zeitgeist entgegen kam.Die Macher der Sendung haben durch ihren Einsatz und ihr KnowHow dazu beigetragen, dass in Deutschland sich das Computerhobby relativ schnell ausbreiten konnte.

Durch verschiedene Highlights wie dem Datendienst während der Sendung namens "Videodat" und den Kommunikationscomputer "KOMCOM" verschafften die Macher den Zuschauern völlig neue Möglichkeiten, sich praktisch und theoretisch fortzubilden.



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