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18.02.2011
Endlich kommt einmal so ein Thema hoch (Wolfgang Back)

Die Plagiatsvorwürfe an den Verteidigungsminister machen seltsame Kapriolen. Zum einen gibt es die "Kopf ab" Meinungen; zum anderen überwiegen aber wohl die Entschuldigungsmentalitäten.
Das, was ich hier in Garmisch durch Gespräche mitbekommen habe, ist weitgehend eine Schuldzuweisung an "Schmierfinke", die einem großen Idol etwas Böses antun wollen.

Heute Abend habe ich mich intensiver um den Tatverdacht gekümmert. Beim Durchblättern der des "GuttenPlag Wiki" kam dann doch so einiges zu Tage, was nicht einfach hingenommen werden kann. Hier gibt es in der Tat verweislose Artikel aus großen Tageszeitungen, wo die Autoren zum Teil auch schon auf die Barrikaden gegangen sind.

Das ist natürlich mit Dummheit verbunden, wenn man den eingefahrenen wissenschaftlichen Pfad für eine Doktorarbeit verläßt. Es gehört sich einfach nicht so zu tun, als wäre das Original auf dem eigenen Mist gewachsen.

Ich selbst muss manche Plagiatsübertretung zugeben, die in unseren begleitenden Texten im Internet erschienen ist. Doch in unserem Fall ordnete ich immer in den Texten die Aussagen der Sendungsgäste zu. Es gab daher auch noch nie eine Urheberrechtsklage, was sehr schnell passieren kann. Auch die Verwendung von Bildern ohne Nachweis ist ein Ritt über den Bodensee. Oftmals kopiere ich ein Bild unseres Gesprächspartners, das ich im Internet gefunden habe. Manchmal habe ich das ausdrückliche Recht dazu; manchmal wurde die Abklärung vergessen.
Dass es bisher zu keinem Rechtsstreit kam verdanke ich der Einbindung des Gesprächspartners. Doch sollte ich in Bälde die Nachfolge des Verteidigungsministers antreten, so muss ich um Plagiatsvorwürfe kämpfen.

Es ist natürlich nicht in Ordnung, wenn man fremde Texte ohne ordnungsgemäße Zitierung übernimmt. Auch die Übernahme von Bildern hat eigene Gesetze, die natürlich eingehalten werden müssen. Wer sorglos damit umgeht, wer evtl. das Allerschlimmste vollbringt: "eine Arbeit abzugeben, die ein anderer erstellt hat", der muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen, die sich im Strafgesetzbuch ablesen lässt.

Natürlich ist das Internet und die Durchdringung der Computer heutzutage ein scharfes Schwert. Heute ist es ein leichtes Spiel, ein digital vorhandenes Dokument gegen eine Suchmaschine laufen zu lassen; mit dem Auftrag gleiche Textstellen, gleiche Formulierungen, gleiche Bildzugaben zu finden.

Das war nicht immer so. Ich erinnere mich an Gespräche mit Leuten, die ihre Arbeiten voll im Glauben abgaben, dass man ihre Mogelei nicht finden wird. Damals waren die Computer nicht so leistungsfähig und auch die Professoren noch nicht auf das kommende Problem eingeschwört.
Somit liegen unendlich viele wissenschaftliche Arbeiten der Vergangenheit in Archiven, die komplett abgeschrieben wurden. Die damalige Zeit garantierte noch ein Paradies: "was ich kopiert habe, das findet eh keiner".
Mal sehen, wie man sich jetzt die Köpfe heiß redet. Schade, dass das Thema nicht schon vor Jahren in die Breite ging. Wir hatten im Computerclub 2 schon öfter das Thema der  Text- und Bildwahrheit angegangen.
Mit Dr. Stefan Weber aus Österreich, der sich auch heute wieder zu Wort meldet, hatten wir interessante Gespräche. (Unser Archiv bietet Auskunft)

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