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08.05.2011
Ich bin immer noch nicht ganz zufrieden (Wolfgang Back)

Unser neues Produktionsverfahren verlangt von jedem Teilnehmer, dass er sich außer des Inhalts auch um die Technik kümmern muss. Für mich ist dies am Schwersten, da ich mir während meiner beruflichen Laufbahn niemals Gedanken über die Qualität der Aufnahme machen musste.
Es gab immer Fachleute, die ihren Job besonders gut machten. Sie wussten warum dieses oder jenes Mikrofon nur geht, sie wussten, welche Mikroart zum Einsatz kommen musste und sie beobachteten auch die Batteriespannung im drahtlosen Sender. Alles wurde hergerichtet, Kabel wurden eben gezogen, wenn es nötig war; ein ISDN Anschluss wurde eben besorgt, wenn es nötig war. In früheren Zeiten wurden auch Funkfelder verwaltet, die man benötigte, wenn man live irgendwo hin senden wollte. All dies war ein recht komplizierter Aufwand, in den man auch kaum Einblicke bekam.

Nicht nur der Ton war bei Fernsehaufnahmen wichtig. Vor allem mussten die Kamerasignale professionell hergestellt werden. Auch hier gab es Leute, die dies als Beruf betrieben. So ist mir das Suchen nach einem Upload Satelliten für die Bildübertragung immer erspart geblieben. So bequem dies in der damaligen Situation war, so ungenügend ist heute das Wissen um all diese technischen Hintergründe.

Mit der Neuausrichtung unserer Sendung mussten wir von einem auf den anderen Tag auf Selbsthilfe umstellen - und dabei war ich dann das schwächste Glied. Ich konnte immer auf technisches KnowHow der Mitarbeiter zurückgreifen.
Plötzlich war mein praktisches Wissen in puncto Aufnahmetechnik gefragt, das allerdings ziemlich verkümmert aus dem Boden des Wissens schaute. Zwischen Stereo und Mono konnte ich noch gerade unterscheiden. Ich wusste auch, dass es dynamische Mikrofone und Konensatormikrofone mit Phantomspeisung gibt.
Doch was für was oder wer für wen - das konnte ich nicht einordnen. In der Zwischenzeit musste ich mich mit Akustik, Schallübertragung und Sprachaufzeichnung auseinandersetzen. Mittlerweile habe ich erkannt, dass dies ein Riesengebiet darstellt. Doch immer mehr Einsicht in die Thematik treibt auch meinen Anspruch nach Perfektion.
Wahrscheinlich könnte ich mir eine Großkotzart sogar leisten: Give me the best you have - don't worry about prices.
Doch das ist nicht meine Art. Ich will verstehen, was sich in puncto Akustik so tut. Dann will ich mit diesem Wissen reagieren und perfekte Audiofiles abliefern. Gegenüber der Folge 270 +1 habe ich schon eine sprunghafte Verbesserung festgestellt. Noch schwirren mir zu viele Echos im Ton herum. Ich werde tatsächlich mit einer schallschluckenden Decke arbeiten. Kann auch sein, dass ich diese Decke in meiner Garage anbringe, denn dort sind alle Experimente genehmigt.  In der Wohnung selbst ist das Spannen einer Schallschluckdecke zwar nicht genehmigungspflichtig, doch erwartet man einen sofortigen Rückbau.

Etwas konsterniert war ich schon, als in der letzten Sendung der Kollege Rudolph von einem Rauschen in meiner Aufzeichnung sprach. Das kann eigentlich nicht der Olympus sein  -das weiß ich mittlerweile- er zeichnet sich durch eine rauschfreie Eingangsstufe aus.

Wohl dem, der keine Probleme hat und sich auch keine laden möchte. Ihn interessiert diese Fuchserei keinen Deut.
Doch auf der Bühne zu stehen und den Preis für "The Best Technical Recording" in Empfang zu nehmen lässt Tränen fließen.
Oder auch nicht!



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