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04.11.2011
55 Jahre Journalismus - das ist eine ganze Menge (Wolfgang Back)

Wenn ich richtig rechne, dann sind mittlerweile 55 Jahre vergangen, in denen ich journalistisch tätig war. Ich begann mit 13 Jahren und war deamals von einem Brand auf einem Müllplatz so beeindruckt, dass ich glaubte, dass man solche Events unbedingt in die örtliche Presse bringen muss.
Offensichtlich war ich in meinen jungen Jahren so überzeugend, dass sogar das Bild der brennenden Müllkippe in der Lokalausgabe der Rhein-Zeitung Koblenz erschien.

Vierzehn Tage später kam dann die viel spannendere Aktion. Der Postbote verlangte nicht etwa nach meinem Vater, nein es sollte der Wolfgang Back sein. Er hatte Wichtiges zu verkünden. Per Postanweisung kamen 14,20 DM in meine Hände. Das war das Honorar der brennenden Müllkippe. Ganz kurz war auf dem Quittungsschein vermerkt: 10.- DM Bild, 42 Zeilen a 0,10 DM macht nach Adam und Riese 4,20 DM. Für einen Dreizehnjährigen war dies viel Geld, leichtverdientes Geld meiner Meinung nach.

Natürlich spornte das an und ich suchte nach weiteren Möglichkeiten, meinen Job auszubauen. Es ist mir dann tatsächlich gelungen, den Job bis zum Abitur so zu etablieren, dass ich während meiner Jugend keinen Pfennig Taschengeld bei meinen Eltern einfordern musste.

Doch ich will nicht über den Fortgang meiner jouralistischen Laufbahn berichten. Vielleicht tue ich das später einmal und scanne auch ein paar Artikel ab, von denen ich heute noch erstaunt bin, was mir so alles einfiel.

Mit diesen 55 Jahren wollte ich aufmachen, dass ich in all dieser Zeit wegen beruflicher Verfehlungen nie jemals vor Gericht gestanden habe, oder jemals zu einer Zahlung verurteilt wurde.

Jetzt flatterte jedoch ein Schreiben einer Rechtsanwaltskanzlei bei mir ein, die einen Mandanten vertreten wollen, der sich von mir verunglimpft fühlt. Es geht dabei um mein Lieblingsthema der Erdstrahlen, das von manchen Scharlatanen ausgenutzt wird, um Geld auf leichte Weise zu verdienen. Diese Herrschaften hatte ich schon länger im Visier. Mit einer ARD Sendung, die ich passenderweise "Schonzeit für Scharlatane?" nannte begann ich schon in den 70er Jahren gegen diesen Unsinn zu wettern.

Jetzt schreibt mir die Anwaltskanzlei, dass ich zwei journalistische Fehler gemacht hätte und damit dem Mandanten ein Recht zur Entfernung des Textbeitrages eingeräumt hätte. Ich muss jetzt einmal den Hinweis geben, wo man das alles nachlesen kann. In der Audiosendung 105 gibt es einen Beitrag "Schonzeit für Scharlatane!"
Ich war damals entsetzt, als ich bei meiner Schwester auf dem Hunsrück ein Entstrahlgerät bemerkt habe. Ich fragte sie und ich konnte es nicht glauben. Dieser im Beitrag genannte Wünschelgänger hatte mein Haus (meine Schwester bewohnt es) ausgewünschelt und natürlich jede Menge Schadstellen festgestellt. Sie musste an einer bestimmten Stelle ein von dem Typen geliefertes Entstrahlgerät aufstellen, um einigermaßen glücklich dort weiterhin wohnen zu können.
Das Entstörgerät sah wirkungsvoll aus, denn die 1 Cent Münze, säuberlich mit Tesafilm befestigt und ein metallischer Keil sollte die Entstörung wirkungsvoll unterstützen. Dass meine Schwester da 500 Euro dafür zahlen musste, wird jetzt von den Rechtsanwälten angezweifelt. Zu der Zeit (2008) waren es 480.- Euro Netto - also 480 + MWST also viel mehr als nur 500 Euro. Im Text habe ich dies verbessert. Dann kommen wir noch zu der zweiten journalistischen Fehlleistung. Ich sprach von einem Keil aus Aluminium, der sich aber nach Ansicht der Rechtsanwälte als Keil aus Edelstahl herausstellte.

Für mich ist diese Diskussion so überflüssig wie nur etwas. Ich behaupte nach wie vor, dass Entstörungen durch technische Geräte der gesehenen Art absoluter Quatsch darstellen. Da lasse ich mich auch so schnell nicht von abbringen.

Natürlich war in dem Rechtsanwaltbrief auch die Drohung nach einer strafbewehrten Unterlassungserklärung vorhanden. Doch da warte ich noch drauf. Seit dem 26.10. ist diese Erklärungsverpflichtung abgelaufen.

Schade, dass ich damals vergessen habe, das wunderbare Entstrahlungsgerät zu fotografieren. Ich werde das ja noch nachholen können.

Diese Auseinandersetzung hat mich erneut motiviert, das Thema neu anzugehen und wieder neu zu recherchieren. Denn Scharlatanerie greift weiter um sich. Bin gespannt, ob es Mitstreiter gibt, die auch Inhalte liefern.


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