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13.11.2011
BUND bietet Trittbrett für Scharlatane (Wolfgang Back)

Mein Ärger steigt und steigt. Selbsternannte Strahlenexperten und selbsternannte Baubiologen sind nicht von der Bildfläche zu verbannen. Katastrophale Messungen von Lebensbreichen werden von immer mehr Unwissenden für bare Münze gehalten.
Immer wieder finden sich Scharlatane, die für viel Geld Entstrahlgeräte unter die Leute bringen. Meist entpuppt sich der Inhalt des technischen Geräts als totaler Unfug. Doch jetzt nimmt sogar die Organisation BUND diese Scharlatane unter ihre Fittiche. Unglaublich.

BUND Bremen bietet "Strahlenpass" für Haushalte
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Mit einer grotesk anmutenden Aktion macht der Landesverband Bremen des
"Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland" (BUND) auf sich
aufmerksam: Er bietet einen "Strahlenpass" an, den Bürger erwerben
können, die in ihrem Haushalt weitgehend auf den Betrieb von Geräten
verzichten, die elektromagnetische Felder erzeugen.

Der BUND Bremen begründet die Einführung seines "Strahlenpasses" unter
anderem mit einer (wissenschaftlich unhaltbaren) Behauptung aus einem
BUND-Positionspapier. Darin heißt es: "Die Gesundheit der Menschen nimmt
Schaden durch flächendeckende unnatürliche Strahlung mit einer bisher
nicht aufgetretenen Strahlungsdichte. Kurz- und langfristige Schäden
sind absehbar..."

Nach den Vorstellungen des BUND Bremen sollen "Strahlenpass"-Besitzer
auf den Betrieb folgender Geräte weitgehend verzichten: Handy/UMTS,
DECT-Telefone, W-LAN, Energiesparlampen, "Walkie-Talkies", Mikrowellen,
Halogenlampen mit Trafo, geschaltete Netzteile und kabellose Babyphone.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es trotz jahrzehntelanger Forschung
keine belastbaren Beweise für gesundheitliche Schädigungen durch
elektromagnetische Felder unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Kritiker vermuten, dass der "Strahlenpass" des BUND Bremen eher eine
weitere willkommene Einnahmequelle für sogenannte "Baubiologen"
darstellen könnte. So wird Interessenten, die einen solchen
"Strahlenpass" erwerben wollen, gegen eine Spende von 50 Euro eine
messtechnische Untersuchung des Schlaf- und Arbeitsplatzes angeboten.
Zur "genauen Abklärung der Verhältnisse" - so der BUND Bremen - könne
anschließend "auch ein Baubiologe (gegen Berechnung) bestellt werden".

Die Bezeichnung "Baubiologe" ist in Deutschland nicht geschützt.
Baubiologen dürften - neben den Anbietern von "Messgeräten",
Abschirmmaterialien und dubiosen "Entstörgeräten" - mit zu den größten
finanziellen Nutznießern der von interessierter Seite am Laufen
gehaltenen "Elektrosmog"-Diskussion zählen.

Der "Strahlenpass" des BUND Bremen hat nichts mit dem amtlichen
Strahlenpass zu tun, den Personen mit sich führen müssen, die beruflich
ionisierender Strahlung (z.B. Röntgenstrahlung) ausgesetzt sind.

Quelle: www.funkmagazin.de

Die Originalveröffentlichung mit Abbildung des Strahlenpasses:
http://www.bund-bremen.net/index.php?id=14502

Ab sofort habe ich selbst eine neue Berufsbezeichnung, die ich auch ohne jegliche Prüfung führen darf. Gegenüber dem ungeschützten Musikdirektor passt der Baubiologe schon besser zu mir. Wenn es denn sein muss, so erstelle ich auch ausführliche Gutachten und biete als Baubiologe auch gleich die Entstrahlung an. Meine Erfindung zeigt Fachwissen und Kreativität.



Hier ist die hochaktive Entstrahlung sogar für Spülmaschinen zu erkennen. Ebenso kann das Gerät auch zur Entstörung von Schlafplätzen eingesetzt werden.
Vom Baubiologen empfohlen !!!
Übrigens: Der selbsternannte Baubiologe stellt sämtliche finanzielle Unterstützung des BUND ein, wenn nicht eine Distanzierung zu dieser Meldung auf dem Fuße folgt.

Es passierte ungewöhnlich schnell, dass ich auf diesen Blogeintrag Reaktionen bekam. Eine Mail will ich hier noch schnell vorstellen, da die Information sicher interessant ist.

Der 11.11.2011 hatte es in sich, nicht nur wegen Karneval und
verzögerten Kaiserschnittgeburten, sondern auch aus historischem Grund:
125 Jahre Entdeckung der elektromagnetischen Wellen. Am 11. November
1886 führte Heinrich Hertz erstmals sein bahnbrechendes Experiment
durch. Geburtsstunde von Funk, Radio, Fernsehen, Mobilfunk und WLAN.

Der Entdecker dürfte im Grab rotieren angesichts der
Elektrosmog-Hysterie, die in diesem Land um sich greift. Nicht zuletzt
Funkamateure haben darunter zu leiden, weil ihnen in Wohngebieten die
Antennen immer häufiger verboten werden. Andererseits wird ihnen der
Kurzwellen-Betrieb (im Katastrophenfall bei großflächigem
Stromnetzausfall die letzte Kommunikationschance) langsam unmöglich
gemacht, weil mit Powerline- bzw. DLAN-Geräten (Devolo) ein allgemeiner
Hochfrequenz-Rauschteppich zwischen 2 und 200 MHz erzeugt wird. Diese
widersinnige HF-Abstrahlung aus den Stromleitungen wird aber von den
Elektrosmog-Scharlatanen überhaupt nicht erkannt...

Gestern habe ich dem BUND eine E-Mail geschickt:

"Als regelmäßiger (monatlicher) Unterstützer des BUND und als
pensionierter Radio- und Fernsehtechniker erwarte ich von Ihnen als
Bundesverband, dass Sie diesen Unsinn Ihrer Bremer Landesgruppe
schnellstmöglich abstellen!

Anderenfalls stelle ich meine Förder-Beiträge umgehend ein!"


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