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22.11.2011
Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. (Wolfgang Back)

Ein Interessenkonflikt könnte bald noch stärker zum Ausdruck kommen. Wenn sich die Energiefirmen auf ihre Ressourcen besinnen, dann haben sie eigentlich nur die Stromleitungen zu unseren Häusern. Die Technik, die sich hier anbietet, um Daten vom Zähler (Smart Meter) zur EVU Zentrale zu liefern, sind per Power Line in der Diskussion. Klar, denn Telefonleitungen haben die EVU's nicht zu bieten.
Doch aus alter Tradition sind die Stromleitungen, über die die Daten geschickt werden, nicht abgeschirmt.  Eine Änderung wird es hier auch kaum geben. Ingenieure wissen genau, welche Frequenzen sich am besten eignen, um digitale Daten zu senden. Bei UHF und UKW ist die Dämpfung zu hoch; die Kurzwelle dagegen eignet sich für einen "minderwertigen" Datentransport. Somit werden PowerLine Adapter eingesetzt, die der Gruppe der Eulen eine problemlose Verbindung liefert. Doch die Nachtigallen laufen Amok. Ihnen haben staatlichen Organisationen ein Funkband zugesprochen, das sich im Kurzwellenbereich befindet. Genau dort, wo Funkamateure ihre Bänder betreiben, strahlen die Powerline Daten.
Krach ist angesagt, bei dem niemand weiß, wie es letztendlich ausgehen wird. Wer heute schon aufgeben muss, weil er über seine Kurzwelle keine ungestörten Signale mehr empfangen werden.

Offensichtlich entsteht bereits ein Funktourismus in Gegenden, die noch zu den jungfräulichen Funkfeldern gehören. Ein besorgter Kurzwellen Kollege schrieb mir eine Email.


Powerline - ein Bösewicht? - ein Störenfried auf fremden Wellen?

Noch was zum Thema "Kurzwellen-Verseuchung": die Tage rief mich ein alter Bekannter aus der Kölner Innenstadt an und erzählte bei der Gelegenheit, dass er oft mit seinem teuren volldigitalen (SDR-)Kurzwellen-Empfänger "Perseus" im Auto in die Hocheifel fährt, um dort in störungsfreier Umgebung wie in alten Zeiten auf leise DX-Signale von weit entfernten KW-Sendern zu lauschen bzw. die Signale ganzer Bandbereiche auf Flash-Speicher "en bloc" aufzuzeichnen. Zu Hause kann er dann im gleichen Empfangs-Gerät diese aufgezeichneten Bandbereiche abscannen und einzelne Sender genießen - die Stabantenne auf dem Hausdach bringt hier in Köln nur noch Knattern und Rauschen mit Störsignalen bis S8 (fast Rundfunksender-Stärke). Kein Wunder, dass immer mehr KW-Radiosender den Betrieb einstellen so wie die Deutsche Welle kürzlich - für deutsche Auslandshörer bleibt nur noch ein evtl. verfügbarer Internetanschluss, um auf der DW-Webseite verlässliche Nachrichten aus der Heimat zu hören - so lange die örtliche Stromversorgung steht...

Was wird jetzt geschehen? Die einen wollen möglichst einfach und billig Daten übertragen - die anderen wollen natürlich ihre Pfründe schützen, die ihnen zugesprochen wurden. Es gab einmal ein Gentleman Agreement, das sich nur so ausdrückte: wer später kommt, der muss kuschen.  Wenn nichts mehr frei ist, dann er muss er neu nachdenken.
Mal sehen, wer die stärkeren Muskeln zeigt.


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