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04.02.2012
Facebook, oh Facebook (Wolfgang Back)

So ganz weit weg ist meine Erinnerung an die Nachricht noch nicht, dass es jetzt in Amerika ein Programm gäbe, mit dem man mit anderen Nutzern kommunizieren könnte. Für mich war eine solche Möglichkeit eigentlich kein Neuland mehr, denn nach einer durchlebten Mailboxkommunikation und nach Möglichkeiten im Bildschirmtext, war dies eigentlich nichts Neues.
Natürlich war ich einer der Ersten, der sich diese Angebote angesehen hat. Da man sich zunächst einmal anmelden musste, wie es ja heute noch der Fall ist, konnte ich mit meinen Standardnamen und meinen damals gebräuchlichen Passwörtern schnell eingeloggt werden.

Ich kann mich noch daran entsinnen, dass diese Schnupperei ziemlich langweilig war, weil es eigentlich noch gar nichts zu sehen gab. Es gab noch keine Freunde und es gab noch keine Anwärter für Freundschaften. Es gab auch noch keine aktuellen Informationen zu irgendwelchen Themen. Und außerdem war natürlich alles noch in Englisch – oder besser in Amerikanisch.
Ich war vielleicht 10 Mal in Facebook, um zu sehen, ob sich etwas verändert hat. Doch die neuen Informationen und die neuen Freunde waren nicht meine Wunschkandidaten und ich unterließ es, Kontakte zu knüpfen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ein sogenanntes Social Net mir überhaupt etwas geben könnte. Ich sinnierte lange über den Begriff „Social Net“ und bin heute noch der Meinung, dass es einfach eine schlechte Übersetzung ist.
Man könnte schnell das Social Net mit Hartz IV verwechseln. Doch jeden Nutzer, den ich bisher zu dem Begriff befragt habe, sagte mir etwas Anderes.

Am meisten war ich über die Antwort erstaunt, die ich etwa 2008 erhielt, als Facebook seinen Siegeszug antrat. „Ein soziales Netz zeichnet sich dadurch aus, dass die Teilnahme daran kostenlos ist.“ Das ist eben „sozial“ par excellence.

Als ich dann immer häufiger auch von Professoren erklärt bekam, wie fortschrittlich Facebook doch sein kann, begann ich an meiner eigenen Position zu zweifeln.

Ein Professor aus der Schweiz erklärte mir, wie toll die Nutzung von Facebook eingesetzt werden kann, wenn es um Geschenke zur Hochzeit eines Paares geht. Dass nicht 5 Eierkocher gleichzeitig auf dem Gabentisch liegen, kann man per Facebook vermeiden. Die „Freunde“ des Paares wissen es eben viel besser, welche Geschenke angebracht sind.
Auch für die Zukunft ist gesorgt. Es wird so schnell niemand mehr einen Eierkocher schenken, weil er ja nachschauen kann, dass es 2011 zur Hochzeit schon ein Exemplar gibt. Sollte dieser in der Zwischenzeit kaputtgegangen sein, so werden die Brautleute dies, sofern es noch die selben Personen sind, sicherlich schon gepostet haben: „Eierkocher im Eimer“.

Nach all den Jahren der Inaktivität habe ich es jetzt wieder einmal gewagt, das Facebook aufzusuchen. Zunächst einmal war ich erstaunt darüber, dass meine Uralt- Benutzerdaten noch funktionierten. Und dann kamen immer mehr Freundschaftsangebote zum Vorschein. Ich hätte mich am liebsten abgemeldet; doch ein Kontakt nach dem anderen presste sich nach vorne. 7 Jahre Ignoranz kann man nicht ungeschehen machen.

Und jetzt habe ich das, was ich wohl verdient habe. Mein Mailkonto ist seit ein paar Tagen völlig außer Rand und Band. Am Tag so um die 200 Facebookeinträge und Fragen machen mich hellhörig für neue Bezeichnungen. Letztens habe ich noch die Bezeichnung „Fressenbuch“ gehört. Ich hasse diese Einträge aus dem Fressenbuch.

Ich hoffe, dass wir uns bald wieder völlig normal unterhalten können. Eine Frage und eine Antwort braucht man nicht in die Welt zu posten. Das Fressenbuch ist nicht der richtige Ort.


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