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07.02.2012
Der Bogen schließt sich (Wolfgang Back)

Ich war heute auf der Beerdigung des Mannes von einer meiner Cousinen. Meine Cousinen waren etwas älter als ich, doch wir hatten immer ein inniges Verhältnis. Meine Erinnerung liefert mir so einige Fakten. Ich kann mich entsinnen, als meine ältere Cousine den Mann geheiratet hat, der sich jetzt nach langer Krankheit verabschiedet hat. Er schaffte gerade noch seinen 81. Geburtstag. Ein Tag später ereilte ihn der Tod.
Die Rückbesinnung auf die Hochzeit der beiden war zwingend, denn auch der Abschiedskaffee fand an der selben Örtlichkeit statt wie die Hochzeit: im so genannten Bundeshaus. Dieses Gebäude für die Gemeindeverwaltung wurde in dem kleinen Ort Welterod im Taunus erstellt, weil ein Onkel aus der Familie Mitbegründer der Rheinland Pfalz CDU war und einen Sitz im Landtag innehatte. Er schaffte es mit seinen Beziehungen, dass im Dorf eine großzügige Begegnungsstätte für die Dorfgemeinschaft entstand. Mitte der 50er Jahre im letzten Jahrhundert entstanden neue Ideen, wie sich das Zusammenleben arrangieren ließ. Das entstandene „Bundeshaus“ ließ eigentlich keine Wünsche offen. Schon damals installierte man einen Kindergarten, was für den kleinen Ort völlig neu war. Geburtstage, Hochzeiten, Theaterauftritte, Karnevalsveranstaltungen, Sängerwettbewerbe und vieles mehr sollten ermöglicht werden.
Weit und breit gab es kein gleich geartetes Projekt. Ich war gerade einmal 13 Jahre alt, als ich zur Hochzeit geladen war. Das muss also im Jahre 1956 gewesen sein. Es ist mir ein Faktum unauslöschbar im Kopfe hängen geblieben, das heute gar meiner Cousine entfallen war.
Die Hochzeit bevölkerten damals 110 Menschen; das war schon eine ganze Menge. Zum Abendessen gab es panierte Schnitzel und diverse Beilagen. Für jeden Gast war natürlich gesorgt - doch plötzlich kam Hektik auf. Es gab da einige Personen, die mit dem einen Schnitzel nicht zufrieden waren. Der Hunger nach der entbehrungsreichen Kriegszeit war wohl größer als vermutet. Ich kann mich noch entsinnen, wie man jetzt mit Hilfe der Tiefkühltruhen  der Nachbarn noch 70 Schnitzel in die Pfanne bugsierte, die innerhalb kürzester Zeit vertilgt waren.
Somit hat sich heute für mich der Bogen gespannt. Die Hochzeit meiner Cousine mit ihrem Mann war der Eintritt in unsere Familie. Wir erlebten viele Jahre  harmonisches Familienleben. Am gleichen Ort fand die Verabschiedung statt. Ein durch und durch gelungenes Leben, das auch früher oder später ein Ende findet und das gerechte ist dabei, dass jeder von uns irgendwann drankommt.
Der, das oder die Blog hatte heute wenig mit Computern zu tun. Ich bitte dies zu entschuldigen – aber meine Seelenlage ist heute etwas anders gelagert.


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