ComputerClub 2
Sitemap Kontakt
  Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
Suche:   Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
  Startseite
  Neuigkeiten
  Historie
  Pressestimmen
  Redaktion
  Kontakt
  Sitemap
  Haftungsausschluss
  Impressum


NEUIGKEITENals RSS-Feed abonnieren

03.04.2012
Es ist schon lange her (Wolfgang Back)

Wenn ich mich recht entsinne, dann war das Thema schon 1999 Bestandteil eines Vortrags, den ich vor ca. 400 Leuten in einer Veranstaltungsreihe bei ausgesuchten Banken hielt. Das Internet war noch harmlos in die Vorgänge der Banken eingeflochten.
Meine Visionen erschienen damals revolutionär. Ich weiß noch, wie mir ein Bankmanager vorwarf, die Zukunft zu überzeichnen. Doch schon bald nach dem Vortrag entwickelte sich Realität genau dort hin.
Es entstanden Banken, die keine einzige Filiale betrieben. Die Bank of Scotland z.B. war eine der frühesten Onlinebanken, die in Deutschland tätig wurden. Die Bank versprach eine komplett online geführte Kontoführung. Das war am Anfang noch relativ neu und erschreckte viele Kunden. Diese Kunden waren es gewöhnt, Menschen hinter einem Schalter  vorzufinden, von dem sie Tipps und Tricks erwarteten.

Ich kann mich noch gut an meine Visionen entsinnen, in denen ich von automatischen "Banksklaven" sprach. Diese kleinen Roboterprogramme sollten die Aufgabe übernehmen, in allen verfügbaren Banken die Konditionen auszufragen. Damals war das noch lange nicht in den Alltag über geschwappt, dass man Fenster-Aushänge auch im Internet zur Verfügung stellt. Ich erinnere mich noch an eine Antwort eines Bankangestellten, der mir bedeutete, dass diese Aushänge keinen Menschen interessieren.

Heute sind diese kleinen Informationen durchaus wichtig geworden, weil eine Beurteilung der Anlage immer intensiver erachtet wird.
Damals hatte ich eine spektakuläre Vision, dass kleine Programme ständig die entsprechenden Angebote absuchen würden und alles Drumherum lesen würden, um anschließend eine Aktion selbständig ausführen könnten - oder in abgeschwächter Form eine Aktion vorschlagen würden.

Natürlich ist heute alles transparent geworden und die Möglichkeiten werden transparent dargestellt. Der damals angesprochene kleine Roboter hat es heute leicht. Seine Kollegen bereiten ihm ein tolles Terrain vor. Er braucht schon selbst nicht mehr alle Banken abzuklappern, um die Aushänge zu lesen. Der Roboter findet ausgefüllte Seiten vor, die ihm eine Menge Arbeit abnehmen. Er erfährt, welche Banken hohe Zinsen einräumen, er erfährt, wie die Sicherheitsausstattung aufgestellt ist.

Würde man jetzt diesem Roboter eine Handlungsfreiheit erteilen, so würde er die mitgegebene Finanzsumme anlegen können. Mittlerweile hätte die Bank keine Chance mehr, zu erkennen, ob sie es mit einem Roboter oder einem Menschen zu tun hat. Doch ganz stimmt das jetzt auch nicht. Man muss ja vorher ein Onlinekonto bei der Direktbank anlegen. Dafür muss man meistens ein sogenanntes PostIdent Verfahren über sich ergehen lassen. Ein Postbeamter muss sich versichern, dass der Ausweisvorleger tatsächlich vor dem Tresen steht. Sollte sich dort ein Roboter vorstellen, so könnte der Beamte zumindest skeptisch werden und die Fotografie im Pass anzweifeln.

Zurückblickend bin ich froh, dass ich solche Vorhersagen frühzeitig formulierte und dafür auch viel Kritik erhielt. Es war noch lange nicht klar, dass alle traditionellen Vorgänge auch in der Vergangenheit noch gültig sind.

Kleine Roboter, die selbständig das Internet durchsuchen, sind mittlerweile keine Domain von Google mehr - andere Firmen haben längst nachgezogen und ermitteln, was wir essen und trinken und demnächst auch, was wir denken.

15 Kommentare
zurück zum Archiv

Druckversion Impressum Haftungsausschluss