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03.12.2007
Folge 79

Vorratsdatenspeicherung - eine üble Geschichte

Was dort am 9. November im Bundestag beschlossen wurde, kann man nicht unter "Frohe Botschaft" einordnen. In der letzten Zeit gehen vor allem von unserem Innenminister Forderungen aus, die man als Demokrat eigentlich nicht mehr unterstützen kann. Alles soll überwacht und überprüft werden. Und dann sind oftmals die eingesetzten Techniken völlig überfrüht eingesetzt und bei der Einführung sind die meisten Sicherheitsstandards bereits geknackt. So ist wohl das RFID Protokoll im Bundespersonalausweis bereits geknackt.

Bei der Vorratsdatenhaltung werden zunächst einmal alle Bundesbürger als verdächtig eingestuft. Wenn man überlegt, mit welchem Aufwand man die Erhebung der Telefondaten macht, dann kann dies nur einem histerischen Kopf entspringen. "Zunächst sind alle verdächtig - und dann gucken wir mal weiter."

Es ist zu erwarten, dass die Daten nicht nutzlos auf Festplatten liegen werden. Die Provider, die viel Geld ausgeben müssen, um dem neuen Gesetz entsprechen zu können, werden sich schon überlegen, was man damit so alles machen kann.

Dass das Ganze nicht sang- und klanglos einfach in ein Gesetz mündet, gibt es eine bundesweite Klage gegen die Einführung. An der Spitze der Bürgerbewegung ist der Rechtsanwalt Meinhard Storostik aus Berlin.


Meinhard Starostik

Ihn konnten wir für unsere Sendung gewinnen und wir führten ein Telefonat nach Malta im Mittelmeer, wo er gerade Urlaub macht.
Er vertritt die Menschen, die mit diesem Gesetz nicht einverstanden sind. Immerhin sind es 15.000 Bundesbürger, die per Unterschrift sich dagegen ausgesprochen habe. Rechtsanwalt Starostik wird dann eine Verfassungsbeschwerde beim Bundes verfassungsgericht einreichen.

Die Frist zur Teilnahme an diesen Protesten ist bis zum 24. Dezember verlängert worden.

Ich bin einmal gespannt, wie es Ihnen nach diesem Interview geht?
Alles weitere unter:

www.vorratsdatenspeicherung.de


Sichere Emails? Eine Key Signing Party in Saarbrücken

LAN Partys kennt man ja seit ein paar Jahren. Jetzt erfahren wir etwas von einer Key Signing Party. Was ist das denn?
Es geht dabei um sichere Emails. Seit Jahren wissen wir, dass man seine Emails eigentlich verschlüsseln sollte, denn unverschlüsselt schwirren sie irgendwo im Netz als Klartext herum. Die, die Pakete abfangen, können dann lustig mitlesen. Verschlüsseln ist eine Sache. Hinzu kommt, dass man sich nie sicher sein kann, ob die Identität stimmt. Ist der Absender wirklich der Absender?
Auf dieser Party will man vor allem die Saarbrücker Studenten anleiten, die Emails zu signieren. Auf der Party sorgte man für "Notare", die die Identität der Person über den vorgezeigten Personalausweis bestätigen und einen einmaligen Schlüssel zum Versenden ausgeben.


Raphael Reischuk


Bei den Emails bleibt ein fader Nachgeschmack. Natürlich wollen die Geheimdienste den Inhalt der Emails mitlesen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass z.B. Echolon vor verschlüsselten Emails kapituliert. Es geht nach wie vor ein Gerücht um, dass der amerkinaische Geheimdienst sich ein Hintertürchen bei Pretyy Good Privacy öffnete. Als das Programm an Symantec verkauft war, kam kurze Zeit später die gute Nachricht: Jetzt kann man auch 128 Bit verschlüsseln, obwohl es jahrelang verboten war, einen Schlüssel länger als 64 Bit einzusetzen. Ob die Rechner mit einem Schlag doppelt so schnell wurden, ist sehr zweifelhaft. Und dass die Geheimdienste evtl. auf die Möglichkeit des Mitlesens verzichteten, bleibt auch als illusorisch anzunehmen.



Überall lauern Abofallen - vor allem im Internet

Bei diesem Thema kann ich ein Wörtchen mitreden. Obwohl ich mich selbst als erfahrenen Internetuser bezeichnen würde, tappte ich ohne Wissen in eine Abzockfalle. Eines Tages, ich hatte gerade nichts Besseres zu tun, landete ich auf einer Heraldikseite, wo mir versprochen wurde, dass man die Wurzeln meines Namens Back herleiten werde. Hätte mich mal interessiert, ob mein Nachname wirklich von einem Bäcker abstammt. Spekulationen, es könne auch von Backup oder  Backspace kommen, habe ich schnell verworfen. Also gab ich meinen Namen in das Textfeld ein und bediente den Absendeknopf. Und damit hatte ich gewonnen. Ich bekam zwar keine Informationen über die Herkunft meines Namens - dafür war ich jetzt Mitglied in einer Datenbank. Der Spaß sollte 60 Euro im Jahr kosten.
Zunächst schluckte ich tief, doch ich war mir einigermaßen sicher, dass ich keinen Vertrag abgeschlossen habe. Da gab es keine GB, da gabe es keine Belehrung, ich leistete keine Unterschrift.
Ein halbe Jahr später ... Per Briefpost kam ein Schreiben eines Rechtsanwaltbüros Höller aus Bonn. Er nannte mir meine Daten, wie IP Adresse, Zeit und Datum, was durchaus mit meinem Besuch auf der Seite hätte stimmen können. Er wollte nun im Auftrag seines< Mandanten die 60 € kassieren und es gab noch einen Aufschlag für seine Inkassobemühungen. Ich recherchierte im Internet und wurde sofort fündig. Da quollen einige Foren über, wenn man den Namen Höller eingab.
Ich schickte ihm eine Email, dass ich selbst eine Strafanzeige erstatten werde. Darauf hin war Ruhe. Immerhin ist das schon ein Jahr her.

Wie schlecht es letztendlich um die Juristerei bestellt ist, zeigt, dass solche Abzockmethoden immer noch an der Tagesordnung sind.

In der Sendung sprechen wir über dieses Thema mit Thomas Bradler von der Bundesverbraucherzentrale in Berlin.


Thomas Bradler

Er spricht über einige noch aktive Abzocker und er hofft allerdings auch, dass der Tag kommen wird, wo solche Machenschaften abgestellt werden.


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