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SENDUNGSARCHIV

24.12.2007
Folge 82

Konrad Zuse (1) - Der Computer sein Lebenswerk

Konrad Zuse wurde 1910 geboren. Er erfand den Computer. Er lebte für die Idee, das Rechnen zu vereinfachen. Es gab Höhen und auch viele Tiefen in seinem Leben. Obwohl er eine so grandiose Idee als erster umsetzte, wurde er nicht reich in seinem Leben. Doch übrig geblieben ist die Erinnerung an die Realisierung eines automatischen Rechners und vor allem auch seine theoretischen Überlegungen zu einer ersten Programmiersprache mit dem schönen deutschen Namen: "Plankalkül". Konrad Zuse starb 1995.



Wir sprechen in der Sendung mit seinem ältesten Sohn, Prof. Dr. Horst Zuse, der in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist. Er ist Informatikprofessor und hat sich auch zur Aufqabe gemacht, das Gedenken an seinen Vater öffentlich zu pflegen. Mit vielen Veröffentlichungen über das Werk von Konrad Zuse und mit vielen Vorträgen hält er das Gedenken an den Erfinder des Computers wach.



Ich kannte Konrad Zuse sehr gut. Ich begegnete ihm so etwa 15 Mal in meinem Leben. Es war immer ein besonderer Augenblick für mich, wenn ich ihm zuhören konnte. Konrad Zuse war auch der Taufpate unseres Kommunikationscomputers "KOMCOM", eine der ersten Deutschen Mailboxen.


Konrad Zuse und Wolfgang Back im Studio des Computerclubs

Ich bin auf die Widmung von Konrad Zuse besonders stolz, die er für mich  in sein Buch Konrad Zuse - Der Computer mein Lebenswerk schrieb.


Die Widmung stammt aus dem Jahre 1979

Sein Sohn stimmte mir zu, dass sein Vater schon sehr eigenwillig war und auch einen eigenen Humor besaß. Da wo wir lachten, verzog er keine Mine; aud die Witzchen, die er erzählte brachten keinen richtigen Knüller bei uns hervor. Vielleicht sieht man diesen Humor, wie er eine Geburtsanzeige seiner Familie kreierte.


Eine eigenwillige Geburtsanzeige



Konrad Zuse (2) - Der Computer sein Lebenswerk


Prof. Horst Zuse Im Berliner Studio von Wolfgang Noelke

Horst Zuse erzählt von den Jugendjahren seines Vaters. Lange war er sich nicht schlüssig,welche Richtung er eigentlich in seinem Leben einschlagen sollte. Er schwankte zwischen einer wissenschaftlichen Karriere und einer künstlerischen Ausbildung. Zum Beispiel hätte er sich gut vorstellen können, Werbemaler zu werden. Auch Theaterspielen hätte ihn reizen können. Doch dann, 1936, als 26 jähriger Student packte ihn die Idee, einen Rechner zu bauen. Und zwar mit Herz und Kopf. Zu jener Zeit begann er, das Rechenwerk vollkommen mechanisch aufzubauen. Dafür musste er viele viele Bleche sägen, die später in die Maschine eingebaut werden sollten.
Er konnte seinen Kommilitonen immerhin klarmachen, dass er an einem epochalen Werk arbeitet. Er konnte sie überzeugen, selbst Hand anzulegen und ihm zu helfen.


Eine der wenigen Originalbilder aus der Anfangszeit
Dieses Monstrum war die Z1 und stand im Wohnzimmer der Eltern

Die Z1 wurde in den Neunziger Jahren noch einmal sehr aktuell. In einem Projekt wurde sie von Studenten bei Konrad Zuse zu Hause im Atelier neu aufgebaut. Sie funktionierte anschließend sogar und man kann sie in Berlin im Verkehrsmuseum begutachten. Es war war wirklich viel Arbeit. Ich konnte da ab und zu mal zuschauen. Doch da wurde es klar, wie "verrückt" Konrad Zuse in den 30 er Jahren das Projekt angegangen sein muss.


Hier steht Konrad Zuse staunend hinter dem Nachbau der Z1
Was mag in ihm vorgehen? Jugenderinnerungen?

Beim Bau der Z1 erkannte Zuse, dass die reine Mechanik wohl nicht die Lösung der Probleme darstellt. Wille man eine automatische Rechenmaschine bauen, die sich eines Zwischenspeichers bedient, dann wird der Aufwand an mechanischen Verknüpfungen riesengroß. Da Zuse schon auf das binäre Rechensystem setzte, ohne es zu wissen, kamen ihm Relais bei der Lösung entgegen. Diese haben zwei Zustände. Einer repräsentiert "offen" gleich "0" und einer ist "geschlossen" gleich "1". Der erste funktionierende Computer erhielt die Baunummer Z3. Der Speicher bestand aus 2400 Relais.
Da Zuse über keinerlei Unterstützungsmittel an sein Werk heranging, musste er so billig wie möglich seine Bauteile ergattern. Er versorgte sich mit Schrottrelais von der Deutschen Bundespost, die er im Kilopreis kaufen konnte. Doch die Spulenspannung stimmte nicht ganz mit seiner vorgegebenen Spannung überein. Also: er musste die Spulen per Hand neu wickeln, um sie auf das Niveau anzupassen. Eine Wahnsinnsarbeit!


Die legendäre Z3 steht im Deutschen Museum als Modell

Für die Fernsehsendung fuhren wir nach München ins Deutsche Museum, um die Z3 zu filmen. Uns gelang es sogar, das Räderwerk noch einmal anzuwerfen. Es war ein Höllenfeuer an der Kontaktachse zu sehen. Vielleicht wurde sie 5 Jahre lang nicht mehr angeworfen. Doch wir hatten einen guten Begleiter erwischt. Er konnte uns alles genau erklären und sogar noch Rechnungen mit diesem Koloss durchführen. Es war kein Geschwindigkeitsrekord zu erwarten. Für eine Addition brauchte die Maschine etwa 0,7 Sekunden. Doch bei der Division ging es schon in den Bereich 3 Sekunden. Aber immerhin: das Gleitkomma gab es schon.

Das Thema "Computer zum Ausprobieren" können wir jetzt abschließen. Mit der nächsten Maschine, der Z4 beginnt ein zartes Pflänzchen zu wachsen. Jetzt wird der Computer für Aufgaben herangezogen.



Konrad Zuse (3) - Der Computer sein Lebenswerk


Prof. Horst Zuse war selbst ein Bastler vor dem Herrn

Wer Konrad Zuse zu Hause besuchte und einen Moment auf das Öffnen der Tür warten musste, der entdeckte irgendwelche historische Spuren. Doch die kamen nicht von Konrad Zuse, sondern von seinem Sohn. Er hatte das Haus völlig verkabelt und konnte ferngesteuert alles mögliche verbringen. Die Kabelreste an der Eingangstür ließen eine ziemlich umfangreiche elektronische Überwachung vermuten.

Die Z3 gilt als der erste funktionierende Computer, die Z4 ist der erste kommerzielle Computer. Er wurde in den letzten Kriegsjahren, bzw. Kriegsmonaten in Berlin zusammengebaut. Berlin war schon unter Beschuss der Alliierten. Zuse muss einen tüchtigen Mitarbeiter gehabt haben, dem es gelang, die Z4 (intern auch V4 = Versuchsmodell 4 genannt) bei der Bahnbehörde als gefährdet zu deklarieren. "Die V4 ist noch in Berlin, die muss weg, die darf den Amerikanern nicht in die Hände fallen", sollen seine Worte gewesen sein. Er hatte wohl Erfolg, denn die Maschine wurde tatsächlich mit dem allerletzten Zug aus Berlin auf die Fahrt geschickt. Sie sollte bis nach Göttingen in die Salzwerke verfrachtet werden, um dort sicher gelagert zu werden. Die Z4 kam auch in Göttingen an - doch Zuse wollte sie nicht in die Salzstöcke verbringen.
Alle zogen damals südwärts - auf der Flucht vor den Alliierten. Zuse konnte seine V4 auf einen LKW verfrachten und er landete letztendlich in Hinterstein, wo es straßentechnisch nicht weiterging.



Die Z4 hatte wenig mit einem PDA gemein. Man brauchte schon
ein etwas größeres Schlafzimmer, um sie aufzustellen

Zur Z4 habe ich selbst ein besonderes Erlebnis. Ich war in München im Siemensmuseum und wollte einen Beitrag über "Werner von Siemens" vorbereiten. Um irgendwelche Exponate zu suchen, gingen wir in den Museumskeller. Dort fand ich einen Schrotthaufen, bei dem oben irgendwie symbolisch ein Z herausschaute. Ein Z wie Zuse. Es stellte sich heraus, dass dieser Schrotthaufen von einer Ausstellung in Finnland zurückkam. Irgendjemand hatte mit einem Seitenschneider alle Kabel durchtrennt. Hoffnungslos.

Da ich gerade dabei war, die Sendung über Konrad Zuses 70. Geburtstag zu machen, wollte ich diesen Schrotthaufen natürlich filmen. Doch ich wurde immer wieder vertröstet. Nach ca 3 Monaten wurde mir mitgeteilt, dass ich nunmer (einen Teil) der Z4 in Bad Hersfeld in der alten Zuse Zentrale filmen kann. Ich fuhr mit Konrad Zuse dorthin und zeigte ihm seine Z4. Er fragte nur "Wer macht so was?" und meinte das Trennen der Kabelbäume. Und abschließend bemerkte er: "Das kriegt keiner mehr hin, auch kein Zuse." Es ist schon manchmal haarsträubend, wenn man sieht, wie mit wirklich historischen Entwicklungen umgegangen wird.

Die Z4 war in der Tat das wichtigste Requisit für Konrad Zuse. Er konnte damit zeigen, dass es möglich ist, Berechnung nach einem vorgegebenen Programm auszuführen. Zuse gelang es, Prof. Stiefel von der ETH in Zürich zu überzeugen, dass die Maschine sinnvolle Arbeit in Zürich erledigen kann. Es ging sogar ein Spruch um: "Seitdem die Zuse Maschine in Zürich arbeitet, gibt es ein neues Nachtleben: das Rattern der Relais, das man wohl bei geöffneten Fenstern im Sommer besonders gut gehört hat."


Horst Zuse spricht von seinem Vater

Die Zeit mit der Z4 im Rücken als Europas einziger Computer, der in Zürich erfolgreich seinen Dienst versah, gab wohl ein gewissen Auftrieb für einen Neuanfang.
Doch bevor wie Hinterstein im Allgäu verlassen, wollen wir noch einen kurzen Rückblick machen.
Am Anfang wurde es bereits beschrieben, dass Zuse hier im Allgäu eine besonders kreative Phase erlebte. Er war gerade einmal 35 Jahre alt und war in der Blüte seiner geistigen Verfassung.
Aber er konnte nicht nur philosophisch nachdenken, er musste auch seine Familie ernähren.
Zuse gelang dies in den Jahren direkt nach dem Kriege, indem er seine künstlerische Ader anzapfte. Er malte fürchterlich kitschige Alpenbilder mit Bergen und Gemsen. Doch das war genau das, was die amerikanischen Soldaten brauchten. Er sicherte sich damit ein mehr schlecht als rechtes Auskommen.


Ein Holzschnitt von Konrad Zuse, mit dem er sich über "Wasser hielt"

Das Plankalkül als Programmierspreche entstand genau nebenan auf der Alm. Hier der Holzschnitt und im Hinterkopf das Denken über eine universale Sprache, um Alltagsprobleme zu lösen. Für Zuse war dieser Spagat kein Problem. Ich glaube sogar, dass er sich sehr wohl in seiner Haut fühlte, denn endlich konnte er die "andere Seite" zeigen: Zuse als Künstler.


Im obersten Stock wohnte Zuse mit seiner jungen Familie

In diesem Haus wohnte Konrad Zuse kurz nach dem Kriege. Hier wurde auch sein Sohn Horst geboren, der heute bei uns in der Sendung über seinen Vater erzählt. Auch wir waren als Filmteam bei den "Tanners". Wir wollten wissen, wie sich Zuse damals in die fremde Welt eingefügt hat. Wenn es damals Zuse nur annähernd so gut gegangen ist wie uns, dann muss ihm der Abschied von Hinterstein sehr schwer gefallen sein. Ich kann mich entsinnen, dass eine Flasche "Bismarck" bei weitem nicht reichte. Unser Kameramann hatte größte Schwierigkeiten, das Bett in dem Hotel nebenan zu finden.

Doch schon bald war die Idylle vorbei und es zog Zuse mit seiner Familie gen Norden.


Konrad Zuse (4) - Der Computer sein Lebenswerk

Die Nachkriegsjahre begannen in Deutschland. Alle atmeten Morgenluft. Es könnte wieder weitergehen, nachdem alles zusammengebrochen war. Das Allgäu versammelte eine Menge an hochrangigen Wissenschaftler. Alle sind gen Süden geflohen und landeten vor den massiven Berwänden ohne Pass. Zuse war in Hinterstein, Wernher von Braun und seine Mannen aus Peenemünde hatten sich in Oberjoch verschanzt. Durch einen Zufall fand man wohl die Peenemünder Wissenschaftler. Zuse war eigentlich schuld, denn man suchte nun verzweifelt die Vernichtungswaffe 4, die hier im Allgäu versteckt sein sollte. Doch als die Amerikaner die Relaisschränke der Z4 im Feuerwehrhaus gesehen hatten, zogen sie wieder ab und wurden im Nachbarort fündig. In Oberjoch war die komplette Wissenschaftsriege der Raketenbauer aus Peenemünde vor Ort.
Hier wurden dann relativ schnell die entsprechenden Anheuerverträge geschlossen. Alle wurden mit nach Amerika genommen. Doch alleine Konrad Zuse mit seiner Vernichtungswaffe V4 ging leer aus.


Horst Zuse begeistert sich für die Erlebnisse seines Vaters

Mit einem alten Auto hat dann Konrad Zuse die Fahrt gen Norden angetreten. Mit dabei war natürlich seine Familie. In Neukirchen bei Bad Hersfeld war dann die Fahrt plötzlich zu Ende. Man fand ein Quartier und zusätzlich eine Unterkunft, in der man eine anfängliche Produktion starten konnte. Neufelden jedenfalls wurde die Brutstätte der Neuen Zuse KG.

Nach der Z4 war jetzt natürlich die Z5 angesagt. Was man so in den Stallungen einer Scheune zusammenbauen kann, zeigt das nächste Bild.


Das Bild sieht ausgesprochen proper aus,
Doch es fehlen mir derzeit die technischen Merkmale.
Ich glaube nicht, dass die Z5 zu den Meilensteinen der Zuse KG gehört.

Irgendwann waren die Relais am Ende. Das war ganz einfach nicht mehr zeitgemäß. Röhren waren up to date und gar Transistoren waren bereits im Gespräch. Doch woher sollte man Transistoren nehmen? Die gab es nicht zu kaufen, wie mir Konrad Zuse glaubhaft versicherte. Wer einen Flugkapitän kannte, der konnte darauf hoffen, dass der ihm einen Transistor mitbringen konnte.
So ging für Jahre die Entwicklung mit Röhren vorwärts, obwohl man genau wusste, dass der Transistor zuschlagen wird. Doch was macht man, wenn man nichts hat?

IBM kam über den Teich und mischte die Rechnersituation in Europa quasi auf. Das Wort "Leasing" machte erstmals die Runde. Ein Rechenzentrum brauchte man nicht mehr komplett sofort zu bezahlen - die Leasingraten jedoch hatten es in sich. Letztendlich bezahlte man ein Vielfaches von dem, was man sparen wollte. Doch die deutschen Firmen konnten bei diesem Spiel nicht mitmachen. Deren Kreditlinien waren viel zu gering, um eine längere Zeit abzuwarten.

In diesen Strudel geriet auch Kon rad Zuse mit seinen Maschinen. Mir erzählte er im Interview, dass es eine der größten Aufgaben war, die Unternehmer zu überzeugen, dass sie bei Kauf einer Anlage finanziell noch nicht fertig sind. Jetzt kommt noch die Software. Heute ist das klar - doch damals hatte Konrad Zuse darunter zu leiden.

Die unten abgebildete Maschine war schuld daran, dass ich Konrad Zuse zu seinem 70. Geburtstag einen Film über sein Leben widmete. Es handelt sich hier um eine Z 22, die sich zu einem beliebten Modell entwickelte.


Genauso sah die Maschine aus, die in Aaachen im Keller stand

Man konnte über den Keller des Institus für Elektrotechnik auf kurzem Wege in ein anderes Institut gelangen. Und dann kam man an diesem Monstrum vorbei, was nach und nach von den Studenten gefleddert wurde. Hinter den Türen versteckten sich nämlich wunderschöne Röhren mit einem Bügel zum Herausziehen der Röhre. Das war das Richtige für ein Studentenmobile am Fenster. Ich kann mich da auch nicht ganz frei davon sprechen. Psst!

Jedenfalls lernte ich hier den Namen Zuse kennen. Fälschlicherweise steckte ich ihn in ein Jahrhundert davor, so 1880 oder ähnlich schätzte ich sein Geburtsdatum.
Weit gefehlt. Als ich in München in der Pressestelle von Siemens war, da kam die Sekretärin meines Gesprächspartners vorbeiund fragte: "Sollen wir den Zuse auch einladen?" Ich fragte nach: "Den Sohn von diesem Computermann?" Es stellte sich sehr bald heraus, dass Zuse 1910 geboren wurde und er gerade einmal 70 Jahre alt wurde. Ich startete daraufhin mein Filmprojekt.

Horst Zuse war natürlich viel näher am Geschehen. Er spürte es auch an seinem Geld, das er als Student vom Vater bekam, ob es der Firma gut oder schlecht ging.


Auf diesem Plakat sind die wichtigsten Stufen der Entwicklungen der Fa. Zuse zu sehen.
Das Plakat kann man unter http://www.zuse.de für 10 € erwerben.


Konrad Zuse (5) - Der Computer sein Lebenswerk

Es folgen jetzt ein paar Bilder von ausgelieferten Maschinen, zu denen ich keine eigene Verbindung habe. Da mir einige Bilder von Horst Zuse als Unbekannt.JPG geliefert wurden, müsste man länger recherchieren, um die Maschine ausfindig zu machen. Noch einmal der Generallink http:www.zuse.de, unter dem man vieles finden kann.


Horst Zuse im Studio von Wolfgang Nölke in Berlin

Mit der zeitlichen Einordnung wird es einem recht einfach gemacht. Man muss nur die Nummern auf den Maschinen betrachten. Es geht bei 1 los und endet bei meinem Bildvorrat bei 64.


Nach der Z 22 kam natürlich die Z 23, die hier zu sehen ist.

Dann kam ein Sprung auf die Z 25


Die Z 25 war schon recht kompakt.

Vielleicht recherchiere ich später mehr Einzelheiten zu den Maschinen und füge sie dann bei. Auf jeden Fall hält die Dame im Hintergrund ein Stück Lochstreifen in der Hand, der USB Stick von damals.


Die Z 31 - Es fehlt immer noch der Monitor. Spezialisten waren gefragt




In Zuses letzten Jahren wollte er mit einem sich selbst zusammenlegenden und entsprechend selbst aufbauenden Turm für Windgeneratoren das Problem der Orkanfestigkeit lösen. Doch Horst Zuse ist selbst nicht so überzeugt, dass dies jemals hätte funktionieren können.

Ganz ausgelassen haben wir hier die künstlerische Ader von Konrad Zuse. Ich kenne ihn noch, wie er im weißen Kittel im Atelier stand und dort ein Bild nach dem anderen fertig malte. Am Anfang untgerzeichnete er noch mit seinem Künstlernamen Kuno See; später dann signierte er wieder mit Zuse.

Ich will dieses kleine Brevier mit zwei Bildern beenden, bei denen es wenigstens keine Copyrightprobleme gibt. Die beiden Bilder hängen bei mir an der Wand hinter meinem Schreibtisch. Wenn ich vor dem Laptop sitze, so habe ich immer einen Blick auf die beiden Bilder.
Und das bedeutet mir viel.
Die Z 64 - vollgepackt mit Elektronik

In den 60er Jahren begann der Niedergang der Zuse KG. Die Konkurrenz war ganz einfach zu mächtig. Der Riese IBM kam über den Teich nach Europa, man hatte einen sehr starken Dollarkurs (1 Dollar = 4 DM) und konnte damit alles andere wegfegen. Darunter litten Philips, AEG, Siemens, Telefunken u.a.

Zuse hatte in Bad Hersfeld ein kleines Imperium aufgebaut. Immerhin zählte die Mitarbeiterschaft bis 1000 Leute. Oft wird vergessen, dass Zuse sich einen guten Namen gemacht hat, was Grossplotter anging. Sein Graphomat war ein "Must" für alle Katasterämter und für Leute, die mit Kartentechnik zu tun hatten.



Vom Styling her passt die Z 64 sehr gut zu dem unteren Graphomaten.

Damit haben wir einen Bogen geschlagen, der die technischen Meilensteine des Konrad Zuse zeigt. Natürlich gäbe es noch viel mehr zu berichten. Auch die Gedanken und Ideen, die der Erfinder des Computers nach seiner kaufmännischen Zeit gesponnen hat, sind es wert darüber zu berichten. In seinem Atelier stand immer eine fürchterlich "wichtig" aussehende Maschine. Ich ließ mir von Horst Zuse die Funktion erklären, da sein Vater nie mit mir darüber sprechen wollte.



Wie ich jetzt weiß, ging es dabei um eine sich selbst reproduzierende Maschine.Also: eine Fabrik, die sich selbst neu baut. Oder ein Roboter, der seinen Nachwuchs selbst gestaltet. Ein überaus modernes Thema.

Wir haben in diesem Brevier die künstlerische Ader des Erfinders wenig gewürdigt. Doch es war schon immer ein Anliegen von Konrad Zuse sich in seinen Bildern zu verewigen. Er liebte es grelle Farben und ungewöhnliche Perspektiven zu erzeugen. Die Bilder strahlen etwas modernistisches aus. Irgendwie scheint New York oder eine andere Weltstadt in seinen Gedanken Vorbild gewesen sein.

Um Copyrightverletzungen auszuschließen, kann ich es ganz einfach machen. Ich selbst habe zwei Bilder, gemalt von Konrad Zuse hinter meinem Schreibtisch hängen. Wenn ich über den Bildschirmrand meines Laptops schaue, dann sehe ich jeden Tag diese Bilder. Für mich sind es schöne Erinnerungen an einen Menschen, der die Welt mit seinen Ideen verändert hat.
Danke Konrad Zuse.


Dieses Bild stammt aus dem Jahre 1963
Es ist noch mit seinem Künstlernamen Kuno See signiert


Das zweite Bild stammt aus dem Jahre 1990
Später fand er dann wieder zu seinem richtigen Namen zurück: Zuse

Auch bei ihm bedanken wir uns recht herzlich. Horst Zuse war sofort bereit, die Sendung mit uns zu machen und Bildmaterial zur Verfügung zu stellen.



Mehr Informationen http:www.zuse.de


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