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31.12.2007
Folge 83

Amateurfunk Silvester 2007 (1)

Das Thema Amateurfunk hatte auch für mich (WB) schon immer seine Reize, obgleich ich nie die Prüfung für die Ausübung dieses Hobbies abgelegt habe. Nicht etwa, dass das Thema zu schwer gewesen wäre - doch die Aussicht auf die notwendige Zeit, die man zum Betreiben benötigt, ließ mich immer einen Rückzieher machen.

Dass das Thema Amateurfunk erst jetzt im CCZwei zur Sprache kommt, wunderte mich schon, denn Wolfgang Rudolph ist ja nun seit Jahren schon "diplomierter" Funkamateur.

Wir stellten dem größten deutschen  Verband der Funkamateure die Anfrage, ob es so einen richtigen Amateur der ersten Stunde geben würde, oder zumindest jemand, der wirklich in seinem Hobby aufgeht. Uns wurde dann Ulfried Ueberschar genannt, der über das Rufzeichen DJ6AN seit nahezu 50 Jahren zu erreichen ist. Er hat auch sofort zugesagt und sich mächtig ins Zeug gelegt, um Unterlagen und Bilder herauszusuchen.
So konnten wir mit gutem Gewissen die Sondersendung von 1 Stunde Länge angehen.


Ulfried Ueberschar, DJ6AN

Das untenstehende Foto wurde am Tag der Aufzeichnung gemacht. Der kleine Globus ist eine Sondermontage von Ulfried. Die Achse des Globen verläuft nicht durch die geografischen Pole, sondern von seinem Standort in Rösrath-Hoffnungsthal zu den Antipoden in die Nähe Neuseelands. Damit ist es ihm möglich, eindeutig die erforderliche Beam-Richtung der Kurzwellenantenne für den kurzen- oder den langen Weg der Kurzwellenausbreitung entlang der Ionosphäre in das Zielgebiet zu erkunden und mit seinem Antennenrotor einzustellen.


Wolfgang (Back + Rudolph,DC3PA)

Wie wird man Funkamateur?
Text teilweise übernommen von Thomas Rudolph,DF1PB


Für Interessenten am Funk, speziell dem Amateurfunk, sicherlich die wichtigste Frage. Es ist zu empfehlen, sich an den Deutschen Amateur Radio Club e.V. (DARC e.V.) http://www.darc.de zu wenden. Dies ist in der Tat der kürzeste Weg, denn alle "Lizenzierten" in unserem Club, haben diese Prüfung schon hinter sich gebracht und können (und wollen auch gerne) Hilfestellung und Tipps geben.


Sollten Sie Interesse haben, einmal bei unserem Ortsverband Kannenbäckerland vorbeizuschauen und hereinzuschnuppern, oder je nachdem wo Sie wohnen, einen anderen Ortsverband besuchen wollen, so senden Sie bitte mir eine E-Mail. Ich werde mich um einen Kontakt kümmern.
Wenn Sie Interesse am Amateurfunk und noch keine rechte Vorstellung von unserem Hobby haben, wird bei Ihnen mit Sicherheit keine Langeweile aufkommen, und außerdem geht es bei uns immer recht familiär,  und dennoch amateurfunktechnisch orientiert zu.

1. Schritt: Welche Amateurfunkklasse will ich erreichen?
Es gibt 2 Amateurfunkzeugnisklassen.
Ein Amateurfunkzeugnis ist dabei die Grundlage für die  Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst nach  Erteilung eines Amateurfunkrufzeichens durch die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA).

Klasse A: Die "Königsklasse" ! Höchste Lizenzklasse.  Aussendungen auf allen Amateurfunkbändern sind erlaubt, inklusive der Kurzwellen-Amateurfunkbänder. Sendeleistungsbeschränkung auf 750 Watt (in bestimmten Frequenzbereichen auch weniger). Morsekenntnisse werden nicht mehr verlangt.
Vor der Inbetriebnahme der Amateurfunkstelle ist bei der BNetzA eine Selbstanzeige gemäß Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) bei Sendeleistungen von 10 Watt und mehr Equivalent Isotropic Radiated Power (EIRP) abzugeben.

Klasse E: Für Einsteiger. Hier sind die geringeren Anforderungen bei der Prüfung zu überstehen. Morsekenntnisse werden auch hier  nicht verlangt.
Nachteil: Einschränkungen bezüglich der erlaubten Frequenzbereiche und der erlaubten Sendeleistungen.
Vor der Inbetriebnahme der Amateurfunkstelle ist bei der BNetzA eine Selbstanzeige gemäß Verordnung über das Nachweisverfahren zur Begrenzung elektromagnetischer Felder (BEMFV) bei Sendeleistungen von 10 Watt und mehr EIRP abzugeben.


Anmerkungen:
Hören auf allen Amateurfunkbändern, inklusive der Kurzwelle, ist allen erlaubt. Eine Amateurfunklizenz ist dazu nicht erforderlich (s.o.).

Die schriftliche Prüfung erfolgt im sog. "Multiple Choice Verfahren", d.h. die jeweils einzig richtige von mehreren (hier: 4) Antworten ist anzukreuzen.

Die Prüfungen bauen nicht notwendigerweise aufeinander auf, d.h. Sie können sich gleich zur Prüfung für die Klasse A entscheiden und müssen bei hinreichenden Vorkenntnissen nicht vorher die Prüfung der Klasse E ablegen. Umgekehrt gibt es jedoch Prüfungsteile der Klasse E, die auch bei der Prüfung für die Klasse A anerkannt werden.


So wertvoll sieht die Lizenzurkunde zum Betreiben einer Amateurfunkstelle aus früheren Jahren aus.
Die aktuell zu erwerbende Urkunde ist inzwischen wesentlich schlichter geworden.

2. Schritt: Wie bereite ich mich auf die Prüfung vor ?

Je nachdem, ob Sie sich für die Teilnahme an der Prüfung für das Amateurfunkzeugnis der Klasse A oder E entscheiden, ist der Lernaufwand entsprechend. Er hängt im Fach "Technik" in erheblichem Maße von Vorkenntnissen im Bereich der Elektronik / Elektrotechnik ab. Wer schon längere Zeit Amateurfunk abhört, dem werden für den Prüfungsteil Betriebliche Kenntnisse viele Abkürzungen geläufig sein. Grundkenntnisse der englischen Sprache sind nicht unbedingt notwendig, aber von Vorteil, weil sich viele Abkürzungen aus dem Englischen ableiten (z.B. nennen sich Funkamateure gegenseitig "OM" = Old Man). Außerdem ist Englisch im internationalen Funkverkehr weit verbreitet.

Zur Vorbereitung auf die theoretische Prüfung sollte man als "Einzelkämpfer" Fachliteratur besitzen, welche den theoretischen Lerninhalt vermittelt, z.B. Hans H. Cuno (DL2CH), "Vorbereitung auf die Amateurfunk-Lizenzprüfung" und etwa 1 Jahr zur Prüfungsvorbereitung einplanen.
Besonders zu empfehlen ist unter www.darc.de der online Amateurfunklehrgang für Einsteiger von Eckart Moltrecht.

Natürlich gibt es auch DARC-Ortsverbände, die Lizenzkurse durchführen. Grundkenntnisse sind für diese Kurse nicht notwendig und der pekuniäre Aufwand ist sehr gering.

Informativ sind die Seiten des Deutschen Amateur Rundfunk Clubs e.V.
[url]http://www.DARC.de

Für Funkamateure ist dies eine wichtige Adresse. Hier erfährt man alles über das Hobby Amateurfunk. Wichtig auch, weil hier Gesetzesvorhaben zum Thema Funk behandelt , diskutiert und über den "Runden Tisch Amateurfunk" gegenüber dem Gesetzgeber kompetent vertreten werden. Die Vermittlung der QSL-Karten, die Clubzeitschrift CQ DL, der Versicherungsschutz und die Betreuung bei technischen - und bei jurisitischen Problemen seien hier nicht vergessen.

Viele Leute sind auch heute noch der Ansicht, der Amaterufunk bestünde nur aus dem Geben und Hören von Morsezeichen oder dem Sprechfunk zwischen zwei Funkamateuren. In diesem Artikel möchte ich einmal kurz zeigen, dass der Amateurfunk noch viel mehr zu bieten hat:

ATV - Amateurfunkfernsehen:


Das Testbild eines ATV Relais

Man kann im Amateurfunk selbst Fernsehsignale produzieren und diese zu anderen Amateurfunkstellen senden. Dies ist mittlerweile sowohl mit analoger- als auch mit digitaler Technik und über Relaisfunkstellen des Amateurfunkdienstes möglich.


APRS - Wer ist wo unterwegs?


Ein Blick auf einen APRS Monitor

APRS ist eine noch ziemlich neue Entwicklung. Zusammen mit einem Funkmodem (einem TNC) und einem geeigneten Programm kann man auf einer Landkarte auf dem Computer sehen, welcher Funkamateur gerade wo unterwegs ist oder wie das Wetter bei einem Funkamateur zu Hause ist.
Jeder, der APRS betreibt, sendet sogenannte "Baken" aus. Darin enthalten ist die aktuelle Position, sowie Kommentare (z.B. das aktuelle Wetter). Diese Baken werden von anderen Funkamateuren wieder empfangen und am Bildschirm dargestellt. Auch kann man sich über APRS persönliche Nachrichten schicken.

APRS ist die Abkürzung aus dem amerikanischen "Automated Packet Reporting System". Es arbeitet nach dem Prinzip von Packet Radio, nämlich kurze Datenpakete auf einer Frequenz aus zu senden. Allerdings werden keine Zweiwegverbindungen aufgebaut, sondern die Datenpakete nur in eine Richtung (simplex) nach einem interessanten Verteilerprinzip verbreitet. Auf diese Art und Weise können Daten wie zum Beispiel Wetterdaten, Positionsmeldungen und andere Messwerte an eine große Gruppe von Empfängerstationen über Relaisfunkstellen weiter vermittelt werden.

Basteln:


Ein Blick in eine typische "Funkerbude". Die Antennenanlage und die meisten Geräte sind selbst gebaut.

Funkamateuren ist es erlaubt, selbst ihre Geräte, Antennen oder Zusatzgeräte zu entwickeln und zu erproben. Viele Ortsverbände des DARC bieten funktechnische Weiterbildungsabende an; ein wichtiger Beitrag für den Nachwuchs des physikalisch interessierten Nachwuchses unserer Gesellschaft.

Kurzwelle:



Auf der Kurzwelle kann man ohne großen Aufwand weltweite Funkverbindungen aufbauen. Daher ist dies ein sehr interessanter und lebendiger Teil des Amateurfunkdienstes. Hier lassen sich sogar mit geeigneter Software und Soundkarte Bilder übertragen.


Für mich war die Kurzwelle immer ein spannendes Betätigungsfeld. Wenn ich mit dem Wohnmobil im Urlaub war, dann hatte ich immer meinen Sony Kurzwellenempfäger dabei und hörte alle möglichen und auch für unmöglich gehaltenen  Informationen an der Quelle. Zum einen konnte man auf 6075 kHz fast überall in Europa die Deutsche Welle empfangen aber auch weltweit deutschsprachige  Nachrichten von ausländischen Rundfunksendern hören.
Heute ermöglicht das Internet zwar eine unüberschaubare Informationsflut. Einen deutschen Sender über IP zu empfangen ist ja mittlerweile kein Kunststück mehr. Fasziniert haben mich jedoch beispielsweise seinerzeit die Nachrichten aus Montenegro, die jeden Morgen in deutscher Sprache die Kilowattstunden oder Megawattstunden aufzählten, die ihre Kraftwerke geleistet haben. Fand ich schon eine tolle Nachricht. Auch heute noch ist der ungefilterte Empfang von Kurzwellensendern rund um den Globus  eine unvergleichliche Informationsquelle. Die ADDX liefert hier weitere Informationen für den Kurzwellenrundfunkempfang.

Packet Radio:


Ein Modem für Packet Radio, Innenansicht

Noch bevor Privathaushalte in Deutschland die Gelegenheit hatten, das Internet zu benutzen, gab es schon das Internet der Funkamateure, genannt Packet Radio.

Das Packet-Radio-Netz ist weltweit ausgebaut und bietet Dienste wie "Surfen", Mail lesen und versenden, Mailboxen, APRS (s.o.), Chat und noch weitere interessante Telekommunikationsmöglichkeiten.


Amateurfunk Silvester 2007 (2)

Für Funkamateure ist dies eine wichtige Adresse. Hier erfährt man alles über das Hobby. Wichtig auch, weil hier Gesetzesvorhaben zum Thema Funk behandelt und diskutiert werden.



Viele Leute sind auch heute noch der Ansicht, der Amaterufunk bestünde nur aus dem Geben und Hören von Morsezeichen oder dem Sprechfunk zwischen zwei Funkamateuren. In diesem Artikel möchte ich einmal kurz zeigen, dass der Amateurfunk noch viel mehr zu bieten hat:

ATV - Amateurfunkfernsehen:
Man kann im Amateurfunk selbst Fernsehsignale produzieren und diese zu anderen Funkamateuren senden. Dies ist mittlerweile sowohl mit analoger als auch mit digitaler Technik möglich.


Das Testbild eines ATV Relais

APRS - Wer ist wo unterwegs? APRS ist eine noch ziemlich neue Entwicklung. Zusammen mit einem Funkmodem (einem TNC) und einem geeigneten Programm kann man auf einer Landkarte auf dem Computer sehen, welcher Funkamateur gerade wo unterwegs ist oder wie das Wetter bei einem Funkamateur zu Hause ist.
Jeder, der APRS betreibt, sendet sogenannte "Baken" aus. Darin enthalten ist die aktuelle Position, sowie Kommentare (z.B. das aktuelle Wetter). Diese Baken werden von anderen Funkamateuren wieder empfangen und am Bildschirm dargestellt. Auch kann man sich über APRS persönliche Nachrichten schicken.

APRS ist die Abkürzung aus dem amerikanischen "Automated Packet Reporting System". Es arbeitet nach dem Prinzip von Packet Radio, nämlich kurze Datenpakete auf einer Frequenz aus zu senden. Allerdings werden keine Zweiwegverbindungen aufgebaut, sondern die Datenpakete nur in eine Richtung (simplex) nach einem interessanten Verteilerprinzip verbreitet. Auf diese Art und Weise können Daten wie zum Beispiel Wetterdaten, Positionsmeldungen und andere Messwerte an eine große Gruppe von Empfängerstationen weiter vermittelt werden.


Ein Blick auf einen APRS Monitor.

Basteln: Funkamateuren ist es erlaubt, selbst ihre Geräte, Antennen oder Zusatzgeräte zu entwickeln und zu bauen. Viele örtliche Amateurfunkclubs bieten Bastelabende an, in denen auch die technischen Kenntnisse vermittelt werden.


Die klassische "Funkbude". Fast alle Geräte sind selbst gebaut.

Kurzwelle: Auf der Kurzwelle kann man ohne großen Aufwand weltweite Funkverbindungen aufbauen. Daher ist dies ein sehr interessanter und lebendiger Teil der Amateurfunkbänder. Hier lassen sich sogar mit geeigneter Software und Soundkarte Bilder übertragen.


Mit solchen "Weltempfängern" kann man schon auf Kurzwelle eine Menge empfangen.

Für mich war die Kurzwelle immer ein spannendes Betätigungsfeld. Wenn ich mit dem Wohnmobil im Urlaub war, dann hatte ich immer meinen Sony Kurzwellenempfäger dabei und hörte alle möglichen und auch unmöglichen Sachen. Zum einen konnte man auf 6075 kHz fast überall in Europa die Deutsche Welle empfangen und deutsche Nachrichten hören.
Heute ermöglicht das Internet viel mehr. Einen deutschen Sender über IP zu empfangen ist ja mittlerweile kein Kunststück mehr. Fasziniert haben mich auch die Nachrichten aus Montenegro, die jeden Morgen in deutscher Sprache die Kilowattstunden oder Megawattstunden aufzählten, die ihre Kraftwerke geleistet haben. Fand ich schon eine tolle Nachricht.

Packet Radio: Noch bevor Privathaushalte in Deutschland die Gelegenheit hatten, das Internet zu benutzen, gab es schon das Internet der Funkamateure, genannt Packet Radio.


Ein Modem zum Empfang der Packet Radio Signale.

Das Packet-Radio-Netz ist weltweit ausgebaut und bietet Dienste wie "Surfen", Mail lesen und versenden, Mailboxen, APRS (s.o.), Chat und noch weitere interessante Sachen.



Amateurfunk Silvester 2007 (3)

Viele "Nichtfunker" glauben, dass die Funkamateure eigentlich nur darauf aus sind, von anderen eine Postkarte zu empfangen, die bestätigt, dass eine Verbindung zustande gekommen ist.

Natürlich ist dies eine große Antriebsfeder. Früher noch eher, als heute. Früher konnte man nicht einfach einmal nach x oder Y reisen. Doch wem es gelang, ein fremdes und vor allem weit entferntes  Land anzufunken, der freute sich natürlich über eine exotische Antwort.

QSL - Karte heißt das Zauberwort. Wer ein Funkgespräch geführt hatte, der hatte große Chancen, dass dieses Gespräch mit einer Postkarte, einer QSL Karte belohnt wurde. Es gibt Funkamateure, die einen Riesenschatz an diesen Kontaktkarten "erfunkt" haben.

Ganz oben auf der Liste der erwünschten Gesprächspartner standen natürlich die Superprominenten. Wer konnte schon einmal persönlich mit einem König sprechen oder wenigstens über die Morsetaste Antwort bekommen.


Eine QSL Karte von König Hussein I von Jordanien. Sogar mit eigenhändiger Unterschrift.

Hier steht das königliche Ehepaar anläßlich der Krönung Albert II von Belgien Pate für die QSL-Karte mit dem Sonderrufzeichen OO5GK



Die Phantasie der Funkamateure, die die QSL Karte natürlich nach eigenem Gusto gestalten können, ist ungebrochen.



Felix Körner, mit dem Rufzeichen DL1CU, (leider inzwischen verstorben) hat viele Jahre nach dem Krieg die Clubzeitschrift des DARC wesentlich mitgestaltet und gedruckt. Seine genialen Karikaturen, sind allen älteren yl und om in lebhafter, freudiger  Erinnerung. Seine QSL-Karte ist ein Beispiel dafür.





Die nächste Karte bezeugt, wie der Amateurfunkdienst dazu beiträgt, persönliche Verbindungen zu Menschen zu pflegen, die wie hier im antarktischen Eis im Dienste der Wissenschaft unter besonders extremen Lebensbedingen zu arbeiten haben.
Der Pinguin an der Funkstation, mit seiner Antenne, die an einem vereisten Mast aufgehängt ist, sagen mehr als 1000 Worte. Und wer will, der kann sich heute mal schnell mit Google Earth zum Mary Bird Land klicken.


Amateurfunk Silvester 2007 (4)

Ich habe irgendwo gelesen, dass der Amateurfunk schon 170 Jahre alt wäre. Wer das zurückrechnet, der kommt auf das Jahr 1837. Da gab es bestimmt noch keinen Funkbetrieb. 1837 war das Jahr des Samuel Morse. Er erfuhr vom Tod seiner Frau, die an der Ostküste der Vereinigten Staaten wohnte erst nach 5 Tagen. Er war nämlich an die Westküste gereist.

Manchmal sind solche Erlebnisse tatsächlich der Auslöser für eine epochale Erfindung. Morse erfand die serielle Übertragung von Texten. Sein Strich kurz und Strich lang war für viele Jahre die modernste Kommunikation in der gesamten Welt.



Auch später noch hielt die Methode Einzug in die Kommunikationstechnik. Als man nicht mehr drahtgebunden kommunizieren musste, war das Morsen zum Standard geworden. Alle Schiffe hatten ihre Funkerkabinen in Morsekabinen umgebaut. Die kurzen und langen Striche wurden lange Zeit als bestmögliche Kommunikationsform gehandelt.
Selbst heute findet man noch Leute, die sich mit dieser etwas sperrigen Kommunikation beschäftigen. Die Leute, die das Morsealphabet noch in ihren Fingerspitzen haben, nehmen zwar ab - doch der Funkverkehr über diese Methode ist noch rege zugange.

Natürlich ist diese Methode der Verständigung etwas von "gestern" - doch das Lernen der Morsekommunikation ist nach wie vor für viele Funkamateure die Königsklasse". Irgendwann wird diese Form ganz verschwinden, weil es mittlerweile so leicht geworden ist, über das Internet seine Kontakte zu pflegen. Da werden natürlich viele Funkamateure widersprechen.

Es ist immer noch bewundernswert zuzuschauen, wenn jemand ein Gespräch mit Morsetaste fährt. Oft kann er dem umstehenden, staunenden Publikum, noch erklären, was der andere gerade gefunkt hat. Da sind alle Laien völlig überrascht.

Ich möchte an dieser Stelle an einen leider zu früh verstorbenen äußerst aktiven Funkamateur erinnern, der auch bei einigen Beiträgen im Computerclub als Pate zur Seite stand.



Viele Funkamateure werden ihn noch kennen, denn sein Leben bestand quasi aus Funk und mit Leidenschaft betrieb er das Hobby. Manfred war lange beim WDR zunächst in der Videotechnik und später als Disponent beschäftigt.  Wer mehr über ihn wissen will, der erfährt hier eine Menge:
http://www.darc.de/g/manfredi.txt

Ich möchte hier eine lustige Geschichte erzählen, die wir auch im Computerclub brachten.
Die katholische Wegfahrsperre

Die Nachbarin von Manfred bekam ein neues Auto. Eine Reisschüssel, wie Manfred immer sagte. Dieses Auto hatte natürlich einen Funkschlüssel und eine Wegfahrsperre. Das Auto hatte keine Macken - doch sonntags so gegen 9:30 Uhr war es vorbei. Die Nachbarin konnte weder das Auto mit dem Funkschlüssel öffnen, noch konnte sie wegfahren. Die Sperre blockierte alles. Und das seltsame: So gegen 12:00 Uhr funktionierte alles und der Fehler schien behoben zu sein. Bis zum nächsten Sonntag.
Und so ging es ein paar Wochen. Natürlich wurde zwischenzeitlich das Schloß und die Sperre ersetzt - doch es half nichts. Und dann kam ein schlauer Nachbar auf die Idee, ob das nicht dieser Funkamateur in der Nähe sein kann, dass der da gerade etwas macht.
Genauso war es. Manfred startete sonntags morgens gegen 9:30 Uhr seinen ATV Rundspruch und ging mit 200 Watt auf die Antenne.
So entstand die "katholische Wegfahrsperre" infolge ihrer nicht ausreichenden elektromagnetischen Verträglichkeit.
Manfred May starb viel zu früh. Sein Hobby war auch sein Tod. Er, der ein Leben lang an Antennen herumfummelte, stürzte beim Antennenausrichten von seinem eigenen Dach. Keiner konnte ihm noch helfen.
Wolfgang Rudolph wurde von ihm animiert, die Prüfung zu machen. Mich hätte er auch fast so weit gehabt. Ich denke gerne an ihn zurück.


So langsam laufen die Emails zur Sendung ein. Sie wurde durchgehend gelobt. Eine Mail will ich hier gerne noch veröffentlichen, da sie weiter Informationsmöglichkeiten zeigt:

Hallo cczwei Redaktion, anbei noch einige Anmerkungen zu euren gelungenen Sendungen (Audio und Video) über Amateurfunk und PLC. Macht weiter so! Ergänzend noch ein paar Links: Die guten alten Zeiten in denen man für rund € 40,- eine Amateurfunklizenz machen konnte sind leider vorbei... seit 2008 kostet die Einsteigerklasse E € 80,- und die Lizenzklasse A € 110,- Technik Zusatzprüfun um von E auf A \"upzugraden\" € 80,- Quelle, Anlage zur Amateurfunkverordnung AfuV unter: http://www.bundesnetzagentur.de/enid/amateurfunk Infos zur EMV Problematik mit PLC, nebst Link auf einen Bericht der NATO zu der Problematik, sowie ein Link zu einem Formular zur Kaufpreisrückerstattung für PLC Käufer bei EMV Problemen. http://de.wikipedia.org/wiki/Tr%C3%A4gerfrequenzanlage#Abstrahlung Allgemeine und Detail-Infos über den Amateurfunkdienst in Hülle und Fülle unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Amateurfunkdienst http://de.wikipedia.org/wiki/Notfunk http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Amateurfunk vy 73 Marcus, DL1MH Referent für Ausbildung, Jugendarbeit und Weiterbildung im VFDB e.V.


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