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03.03.2008
Folge 92

Geocaching ist ein beliebtes Hobby

Geocaching lässt sich am besten als eine Art moderner Schatzsuche und Schnitzeljagd beschreiben. Kurz und generalisiert gefasst: Es gibt Leute, die verstecken irgendwo Dosen voller kleiner netter Dinge sowie einem Notizbüchlein, dem Logbuch. Und veröffentlichen das Versteck in Form von Koordinaten im Internet.

Dies lesen andere, merken sich die Koordinaten und nutzen ihr GPS-Gerät, um diese Schätze zu finden. Dann wird eine Kleinigkeit aus dem Inhalt der Dose ausgetauscht, der Besuch geloggt und die Dose wieder an derselben Stelle versteckt - für den nächsten ...

So weit zu den Grundregeln. Natürlich steckt viel mehr dahinter. Beispielsweise gibt es unterschiedlichste Cache-Arten, vom einfachen Cache, bei dem man praktisch fast mit dem Auto vorfahren kann über Caches, die nur mit speziellem Equipment erreichbar sind (z. B. mit Bergsteiger- oder Schnorchelausrüstung) bis hin zu Rätselcaches, die vor Ort oder sogar schon im Vorfeld Recherche und Knobelei erfordern.  

Aber eine Gemeinsamkeit gibt es immer: Der mit dem Geocaching verbundene Spaß. Spaß am Unterwegssein, am Draußensein. Spaß an der Suche und der Knobelei. Spaß an der Herausforderung. Und Spaß am Austausch mit anderen Geocachern - über die Logbucheinträge, über die einschlägigen Websites oder Foren oder auch bei Treffen, sogenannten Event-Caches.

Die Faszination Geocaching ist schwierig auf den Punkt zu bringen, denn so unterschiedlich wie die Cachetypen, so abwechslungsreich wie die Landschaften, in denen Caches versteckt sind, so verschieden sind auch die Geocacher-Typen: Während die einen Geocaching als Zusatzanreiz beim sportlichen Wandern betreiben, nutzen andere den Reiz der Schatzsuche einfach, um ihre Kinder (oder sich selbst ;-) zu Ausflügen zu bewegen. Die einen reizt besonders die Knobelei und das Suchen, andere hassen genau dies, denn für sie liegt der Spaß eher darin, sich durch unwegsames Gelände zu kämpfen oder einfach nur schöne Touren zu machen und die reine Schatzsuche dabei nur als kleine Nebenfreude "mitzunehmen".

Das klingt alles völlig übertrieben und viel zu schwärmerisch? Na, probiert es einfach aus - dann sprechen wir uns wieder ...


So liest man die Beschreibung des Hobbys auf:
http://www.geocaching.de
Wer es etwas internationaler haben möchte, der klickt
http://www.geocaching.com

Für unsere Sendung hatten wir wieder Dr. Thomas Siems eingeladen. Während seines Studiums war er damit beschäftigt, die kleinsten  Materieteilchen zu suchen und zu finden. Jetzt sucht er in seiner Freizeit ganz andere Dinge: Caches.

[
Thomas Siems

Thomas erzählt sehr kurzweilig über sein Hobby. Er ist nebenbei ja auch Blogger und veröffentlicht von Zeit zu Zeit eine neue Ausgabe seines Gassipods, der immer dann entsteht, wenn er mit seinem Hund Larson spazierengeht.



Er brachte einige Teile mit, die man in einem von ihm gelegten Cache finden kann.


Ein sogenannter Travelbug. Er wird ausgelegt mit dem Wunsch von Thomas, dass ihn jemand zurückschicken möge, wenn ein anderer das  Röhrchen mit Sand von Hawaii gefüllt hat


Zu diesem Teil schreibt er: Foto und Links zum zukünftigen TB "STS-91": Einmal die Mission selbst (Beschreibung auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/STS-91 und Nasa http://science.ksc.nasa.gov/shuttle/missions/sts-91/mission-sts-91.html) (war die "Discovery", nicht die "Columbia") und diese Übersichtsseite http://ams.cern.ch/AMS/Description/overview.html, wo Ihr weiter unten auf der vorletzten technischen Zeichnung oben im Bild das Teil rot eingezeichnet sehen könnt, was ich Euch heute gezeigt habe. Es hat eine Gravur "7" auf der anderen Seite.
(Übrigens steht die TB-Codenummer auf der anderen Seite der Plakette.)

mehr von Thomas: http://www.thomas-siems.de


Künstliche Intelligenz für die Überwachungskamera

Wie Computer lernen, Video-Szenen selbstständig zu interpretieren

Eine Überwachungskamera in einer Bankfiliale kann bisher nicht unterscheiden, ob ein Bankräuber zum Tresor geht oder nur ein Angestellter. Sie zeichnet lediglich auf und kann nicht wie ein Mensch urteilen, der auf den Bildern sofort die bedrohliche Situation erkennt. Wissenschaftler arbeiten jedoch daran, dass künftig auch Computer solche Video-Szenen selbstständig interpretieren können. Dabei versucht man, die Methoden der Logik, die in der klassischen Künstlichen Intelligenz-Forschung eingesetzt werden, mit der Wahrscheinlichkeitstheorie zu verknüpfen. Wie das funktionieren könnte, diskutieren internationale Wissenschaftler bei einer Tagung vom 24. bis 29. Februar 2008 im Leibniz-Zentrum für Informatik auf Schloss Dagstuhl.

In der digitalen Welt werden heute Unmengen von Bildern und Bildfolgen automatisch erfasst. So zum Beispiel durch Überwachungskameras an Bahnhöfen, in Banken, Schwimmbädern oder auch in der industriellen Produktion. Künftig sollen außerdem Autos mit Kameras ausgestattet werden, um den Fahrer vor Gefahren zu warnen, etwa wenn ein Kind auf die Straße rennt. Für den Computer sind die erfassten Video-Sequenzen jedoch zuerst nur viele bunte Bildpunkte, die er nicht wie das menschliche Auge erfassen und sinnvoll interpretieren kann. Zur Analyse benötigt er wie der Mensch Hintergrundwissen, muss also vermuten können, dass der Mann mit Kapuzenmaske ein Bankräuber ist oder dass dem Ball, der vor das Auto rollt, noch ein Kind folgen kann.


Wir sprachen mit Prof. Bernd Neumann, Universität Hamburg

Um Szenen automatisch zu interpretieren, stößt die klassische Forschung der Künstlichen Intelligenz an Grenzen, denn viele Abläufe in der Natur können nicht einfach in Regeln gepackt und mit Hilfe der Logik analysiert werden. Sie sind außerdem zu komplex, um von Ingenieuren einfach wie am Reißbrett modelliert zu werden. Hier sollen Modelle aus der Stochastik weiterhelfen, die unscharfe Interpretationen zulassen und von verschiedenen Möglichkeiten ausgehen. Außerdem werden Methoden des Maschinellen Lernens eingesetzt, damit der Computer kontinuierlich dazu lernt, um etwa ähnliche Szenen noch besser zu verstehen. Das Ziel der Tagung in Dagstuhl ist es, die theoretischen Grundlagen für eine Kombination von wahrscheinlichkeitsbasierten und logischen Verfahren zu verbessern, um neue Anwendungen überhaupt erst zu ermöglichen, zum Beispiel die Überwachung des Bodenverkehrs am Flughafen von Toulouse oder die Gewalt-Prophylaxe an U-Bahnstationen in Frankreich.

Die internationale Tagung in Dagstuhl bringt dafür Wissenschaftler aus ganz unterschiedlichen Forschungsrichtungen wie der Logik, Künstlichen Intelligenz, Kognitionswissenschaft und Wahrscheinlichkeitstheorie zusammen. Die Organisation haben die Wissenschaftler Anthony G. Cohn und David C. Hogg von der University of Leeds (Großbritannien) sowie Ralf Möller von der Technischen Universität Hamburg-Harburg und Bernd Neumann von der Universität Hamburg übernommen.

Nähere Informationen zu dem Dagstuhl-Seminar "Logic and Probability for Scene Interpretation" und den Teilnehmern unter
http://www.dagstuhl.de/08091


Selbst Drucker verpetzen den Eigentümer

Es ist eigentlich nicht zu fassen, was in der letzten Zeit so passiert. Offenbar ist der Überwachungswahn überall ausgebrochen. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben einen Schmähbrief gegen irgend  Jemanden. Den drucken Sie dann fein säuberlich auf Ihrem Farblaserdrucker aus und verschicken ihn anschließend. Sie sind sich sicher, dass sich diese Person über den Brief ärgern wird und dass er lange rätseln wird, wer ihm das Pamphlet geschickt hat.

Vielleicht muss er gar nicht so lange raten. Wenn er Bescheid weiß und Fachwissen besitzt, dann ist das eine Minutensache. Die neuen Laserdrucker - und da gibt es eine ganze Menge drucken unsichtbar für das Auge z.B. die Seriennummer auf den Brief.


Es ist sogar alles schön genormt

Die kleinen gelben Punkte geben Auskunft über die Seriennummer. Und da diese mit Garantieurkunden beim Hersteller landen, landen sie auch beim FBI. Also: Der Brief sagt zwar nicht, wer ihn geschrioeben hat; doch der Eigner des Druckers wird somit bekannt.
Eigenlich ein unglaubliches Gebahren und hinterhältig noch hinzu. Denn keiner spricht darüber, obwohl persönliche Daten im Spiel sind. Sicherlich ein Fall für den Datenschützer.
Mehr dazu:
http://w2.eff.org/Privacy/printers/docucolor/



Eine Stellungnahme von EU-Kommissar Franco Frattini:

Die Markierungen in Ausdrucken aus Farblaserdruckern und Farbkopierern sind nur bedingt mit europäischem Recht vereinbar. Das hat Franco Frattini, EU-Innen- und Justizkommissar, klargestellt. Frattini hatte auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Satu Hassi aus Finnland geantwortet.
Die kaum sichtbaren gelben Punkte, die Farblaserdrucker und Farbkopierer in Dokumenten hinterlassen, enthielten "nicht notwendigerweise" Daten, mit denen Einzelpersonen identifizierbar seien, schreibt Frattini. "In dem Maße, in dem Einzelpersonen durch Ausdrucke oder Fotokopien, die mit bestimmten Geräten angefertigt wurden, identifiziert werden können, führt eine solche Entwicklung zur Verletzung grundlegender Menschenrechte, und zwar der Rechte auf Privatsphäre und auf Privatleben. Es könnte auch das Recht auf den Schutz persönlicher Daten verletzen."

Seines Wissens nach gebe es bisher keine gesetzlichen Regelungen zu den Markierungen, weder auf europäischer Ebene noch in einzelnen Mitgliedsstaaten. Allerdings machte Frattini deutlich, dass die Charta der Grundrechte der Europäischen Union ausdrücklich die Privatsphäre, die Kommunikation und die persönlichen Daten der EU-Bürger schütze.

Vor etwa anderthalb Jahren gelang es der Electronic Frontier Foundation (EFF), einige der so genannten Tracking Dots zu entschlüsseln. Einige Drucker halten danach nicht nur Datum und Uhrzeit des Ausdrucks, sondern auch die Seriennummer des Gerätes fest. Damit ist es durchaus möglich, anhand der Markierungen Einzelpersonen zu identifizieren. Die EFF hat auf ihrer Website eine Liste veröffentlicht, welche Drucker Tracking Dots in Dokumente schreiben.

http://www.eff.org/pages/list-printers-which-do-or-do-not-display-tracking-dots%20


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