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08.03.2008
Folge 97

Immer weniger wird immer besser

Das Fraunhofer IIS ist das international führende Forschungsinstitut im Bereich der Audiocodierung mit hoher Qualität und geringen Datenraten. Es war federführend bei der Entwicklung der fortschrittlichsten Audiocodiermethoden wie MPEG Layer-3 (MP3) und MPEG AAC (Advanced Audio Coding). In den Abteilungen Audio und Multimedia Echtzeitsysteme arbeitet ein Team von 80 Ingenieuren an der Entwicklung audiovisueller Verfahren und Anwendungen.


Harald Popp

Forschungsschwerpunkte sind Audio- und Videocodierung, Multimedia-Streaming über das Internet und mobile Netzwerke, die Implementierung von Codierverfahren auf DSPs und mobilen Endgeräten, virtuelle Akustik für Kopfhörer, digitale Rundfunkanwendungen und neue Verfahren zur Audio-Verarbeitung.

Algorithmische Verzögerung und Qualität aktueller Audiocodecs

Moderne gehörangepasste Audiocodierverfahren wie MPEG-4 HE-AAC bieten bereits bei Datenraten von 32 kBit/s eine gute Audioqualität. Die algorithmische Verzögerung (englisch: Delay) der Encoder/Decoder-Kette beträgt dabei aber weit über 100 Millisekunden, weshalb solche Verfahren z.B. für Zweiwegekommunikation nicht optimal geeignet sind. Sprachcodierverfahren wie G.729 andererseits haben eine sehr geringe Verzögerung, bieten allerdings nur zufrieden stellende Qualität für Sprachsignale und sind für komplexe Audiosignalen wie Musik nicht geeignet.




Algorithmische Verzögerung und Qualität aktueller Audiocodecs

Moderne gehörangepasste Audiocodierverfahren wie MPEG-4 HE-AAC bieten bereits bei Datenraten von 32 kBit/s eine gute Audioqualität. Die algorithmische Verzögerung (englisch: Delay) der Encoder/Decoder-Kette beträgt dabei aber weit über 100 Millisekunden, weshalb solche Verfahren z.B. für Zweiwegekommunikation nicht optimal geeignet sind. Sprachcodierverfahren wie G.729 andererseits haben eine sehr geringe Verzögerung, bieten allerdings nur zufrieden stellende Qualität für Sprachsignale und sind für komplexe Audiosignalen wie Musik nicht geeignet.

Qualität und Verzögerungszeiten von Audiocodierverfahren (zum Vergrößern bitte klicken):

Vergleich Codierverfahren  


MPEG-4 Low Delay Advanced Audio Coding (AAC-LD)

AAC-LD ist ein speziell auf geringe Verzögerung optimiertes gehörangepasstes Codierverfahren. Das Verfahren wurde vom MPEG-4 Advanced Audio Coding (AAC) abgeleitet. Es bietet bei einer algorithmischen Verzögerung von nur 20 Millisekunden gute Audioqualität für alle Arten von Signalen inklusive Sprache und Musik. So schließt AAC-LD die Lücke zwischen Sprachcodierverfahren und gehörangepasster Codierung für qualitativ hochwertiges Audiomaterial. Anders als bei vielen Sprachcodecs steigt die Audioqualität mit steigender Datenrate und transparente Qualität kann erreicht werden. AAC-LD wird bereits industrieweit beispielsweise in Systemen von Tandberg, Cisco, Apple, Telos oder Comrex erfolgreich eingesetzt.

AAC-LD arbeitet typischerweise mit Datenraten zwischen 32 kBit/s pro Kanal bei 11 kHz Bandbreite und 128 kBit/s und mehr pro Kanal für beste Audioqualität. Die Fehlerverschleierung auf Decoderseite ermöglicht auch bei Frame-Verlusten von bis zu 50 Prozent noch eine akzeptable Audioqualität. Ein Vergleich mit dem ITU-T Codec G.722.1-C (Siren 14) wird im AES-Paper "Structural analysis of low latency audio coding schemes" diskutiert, das sie gerne bei uns anfordern können.


goneo bezieht ein eeigenes neues Rechenzentrum

goneo  hat nach mehrmonatiger Planungs- und Realisierungsphase den Umzug in das neu ausgebaute Rechenzentrum in Frankfurt am Main vollständig abgeschlossen.

Das in Eigenregie konzipierte, in der Innenstadt von Frankfurt am Main entstandene Rechenzentrum bietet unter technischer Anbindung an den DE-CIX künftig Platz für bis zu 4.000 64bit-Intel® -Quad-Core-Serversysteme.

Durch das Betreiben des eigenen Rechenzentrums ergibt sich künftig, neben den wesentlich geringeren Betriebskosten und einer geringeren Umweltbelastung durch effizientere Systeme, eine erhöhte Betriebssicherheit: Redundante Ausfallsicherungen, sowie Kombinationen biometrischer Kontrollmechanismen, gewährleisten dabei den reibungslosen Betrieb der gesamten Infrastruktur.

Auch der Grundstein für künftige weitere Expansionen wurde im wahrsten Sinn des Wortes bereits gelegt: So können bei Bedarf weitere Speicherressourcen jederzeit kurzfristig zur Verfügung gestellt werden.

goneo.de


Xperia - Smartphone mit Windows Mobile von Sony Ericsson

In der letzten Zeit hatten wir öfter Kontakt mit Sony Ericsson. Dadurch, dass Sony Ericsson unsere Fernsehaktivitäten unterstützt,
erfuhren wir auch schon sehr früh von dem auf der CeBit gezeigten neuen Handy/Organizer Xperia.


Pressesprecherin Susanne Burgdorf, Sony Ericsson

Beim Betriebssystem setzt Sony Ericsson erstmals auf Windows Mobile.
Das 110 x 53 x 16,7 mm große und 145 Gramm schwere Gerät steckt in einem Metallgehäuse, eine QWERTZ-Tastatur lässt sich seitlich aufschieben.
Der Touchscreen ist mit 3 Zoll Bilddiagonale recht großzügig bemessen und auch die Auflösung ist sehr fein.
Dennoch zeigt das Display gerade mal 65.536 Farben. Die Navigation durchs Menü ist durchdacht: Über den Touchscreen,
eine QWERTZ-Tastatur, einen Navigationsknopf oder den optischen Joystick, der ähnlich wie das Touchpad eines Notebooks funktioniert,
kann der Nutzer Funktionen aufrufen. Es lassen sich zudem kleine "Panels", also Felder, definieren, die Anwendungen ähnlich wie ein Widget aufrufen, wenn der Benutzer das Feld berührt. Der Nutzer kann diese Panels nach eigenem Belieben zusammenstellen.

Das Handy arbeitet mit Microsoft Outlook, Office Mobile und dem Internetexplorer Mobile. Daten aus dem Organizer wie Aufgaben,
Termine und Kontakte lassen sich per ActiveSync mit dem PC abgleichen. AGPS ermöglicht es, sich den Weg weisen zu lassen.
Mit Windows Mobile wird auch der Windows Media Player mit ausgeliefert, die MP3-Files kann der Nutzer via A2DP kabellos auf seinen
Bluetooth-Kopfhörern empfangen. Außerdem findet sich ein Radiomodul in dem Gerät. Fotofreunde können mit der 3,2-Megapixel-Kamera
Bilder schießen oder Videos drehen. Bei miesen Lichtverhältnissen hilft ein LED-Licht, die Szene aufzuhellen. Fotos, Videos, Musik
und sonstige Daten können auf dem 400 MByte großen internen Speicher oder auf einer Micro-SD-Karte abgelegt werden.

Das Sony Ericsson Xperia X1 ist ein Quadband-Smartphone, das neben WLAN auch via HSDPA bzw. HSUPA, EDGE oder GPRS Daten überträgt.
Es funkt im GSM-Band auf 850, 900, 1.800 und 1.900 MHz. Mit diesen Übertragungsmöglichkeiten ist es auch als Modem gut nutzbar. Zu den Akkulaufzeiten machte Sony Ericsson noch keine Angaben. Das Xperia soll im 2. Halbjahr 2008 auf den Markt kommen. Ein Preis steht noch nicht fest.


Joseph Weizenbaum ist von uns gegangen

Joseph Weizenbaum war für uns in der Anfangszeit des Computerclubs eine hervorragende Person. Seine Leistungen in punkto Vordenken der Zukunft frappierten uns. Vor allem seine Experimente mit ELIZA am MIT in Boston wurden international bekannt. Schon früh, es gab eigentlich noch gar keine richtigen Computer, entwickelte er ein Programm, um Versuchspersonen auf die Probe zu stellen. Sie saßen vor einem Vorhang und konnten Fragen stellen. Die Antwort kam über Lautsprecher zurück. Die Aufgabe bestand nun darin, zu entscheiden, wer die Antwort formulierte: War es ein Mensch oder eine Maschine?


Prof. Joseph Weizenbaum, Mathematiker, Computerwissenschaftler

Weizenbaum stellte fest, dass es einige Studenten gab, die fest daran glaubten, dass alle Antworten von einem menschlichen Gegenüber stammten.

Natürlich waren bei dem Versuch die Antworten gemischt erzeugt worden. Wenn die Frage mit der Maschine beantwortet werden konnte, dann drückte jemand  hinter dem Vorhang die entsprechende Taste. War die Frage nicht vorgesehen, so antwortete ein Psychotherapeut über Mikrofon und Lautsprecher.

Diese "Gläubigkeit" entsetzte Weizenbaum und ab sofort nahm er eine andere Betrachtung der Maschine an. Er entwickelte sich zum Computerkritiker.

Wir hatten während unserer Computerclubzeit mehrmals Kontakt zu ihm.
Ich erinnere mich noch an unsere Idee, ein Gespräch auf dem Weihnachtsmarkt in Köln zu inszenieren. Inmitten der weihnachtlichen Püppchen, Lametta und Lebkuchen sprach er über seine Visionen, die seich sehr düster anhörten. Er sagte mit Bestimmtheit voraus, dass bis zur Jahrtausendwende noch eine Atombombe auf der Welt fallen wird.
Zum Glück wurde diese Horrorvision nicht wahr.
Seine zweite Vision ist teilweise wahrgeworden. Er sagte voraus, dass auch in Deutschland an den Schulen Gewalt zur Normalität werden wird.  Er sprach von bewaffneten Schülern und von Sicherheitsschleusen an den Schultoren.

Sein letztes Programm entwickelte Joeseph Weizenbaum im Jahre 2006 und nannte es "New Eliza". Es war der Versuch, mittels Skype und einem digitalen Anrufbeantworter einen "simulierten Joe" für Diskussionen über künstliche Intelligenz zur Verfügung zu stellen. Mit "Eliza. A Computer Program for the Study of Natural Language Communication Between Man and Machine" wurde Weizenbaum auch außerhalb der Computerwelt in den 70er-Jahren bekannt, wie oben bereits beschrieben. Ein Computer, der in einen Dialog mit dem Menschen tritt, das hatte es zuvor nur als Idee bei Alan Turing gegeben. Weizenbaum, der die Abhängigkeit der Menschen von Maschinen vorführen wollte, bewertete Eliza als Missverständnis. "Eliza ist als Programm incredibly simple, wirklich, hat aber im Herzen einen Punkt getroffen, das macht es bisschen kompliziert, nicht der einfache Code. Eliza wurde missverstanden, das aber ist ein Fehler, der genau in unsere Zeit passt."

Joseph Weizenbaum starb am Donnerstag an einem Schlaganfall.  


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