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24.03.2008
Folge 101

Hannes Keller - Die Biografie

Kurze Biografie (ausführliche Version in www.visipix.com)



Geb. 20.9.34 in Winterthur. Einige Jahre Studium Philosophie und Mathematik an der Universität Zürich. Gleichzeitig Lehrer für Mathematik an der Ingenieurschule Technikum Winterthur.

1959 Gründung der Firma "Forschungslabor für Unterwassertechnik" dann"Hannes Keller Witch Systems AG". Die Firma hat immer selbstfianziert und auf eigenes Risiko Erfindungen, Ideen und Konzepte entwickelt.
Alle 5 bis 10 Jahre wurden die Resultate jeweils an Grossfirmen lizenziert. Hannes Keller begann als Pionier des Tieftauchens. Seit 1961 hält er den Weltrekord im Tauchen ohne Taucherglocke (222 Meter Tiefe im Lago Maggiore. Reportage im Life Magazine. 1962 tauchte er bei Catalina Island USA auf 300 m Tiefe. SHELL OIL kaufte die Lizenzen und finanzierte weitere Forschungen.
Keller entwickelte Tieftauchsysteme, Druckkammern, Taucheranzüge und auch Skianzüge usw. Babcock Deutschland kaufte die Druckkammertechnik. DESCENTE Japan die Sportbekleidungstechnik. Bis heute wird die Kollektion weltweit für Spitzensport eingesetzt. Markenzeichen: Dreizack nach unten.

1975 begann Hannes Keller den Verkauf von selbst entwickelten Personal Computern der Marke SESAM. Als Kompaktmodelle verkaufte er IBM PC’s. Bei 10 Mio Jahresumsatz verkaufte er die Firma und widmete sich der Software-Entwicklung. Zehn Jahre vor Microsoft brachte Keller die automatische Tippfehlerkorrektur auf den Markt (Witchpen, Right und Ways). VOBIS hat drei Millionen PC's mit Keller's Programmen ausgerüstet.

Hannes Keller gründete nun die Internetfirma www.visipix.com. Jedermann kann kostenlos hochauflösende Bilder aus einer Bilderdatenbank beziehen, sowohl für private als auch kommerzielle Verwendung. Das Copyright ist sozusagen aufgehoben. Visipix.com ist mit 1.3 Millionen Exponaten eigener Bestände das grösste Kunst- und Bildermuseum der Welt Die Visipix.com hat zudem eine hochqualifizierte Suchmaschine entwickelt. Man sucht z.B. Bilder von Schmetterlingen in 6 verschiedenen Sprachen. Schreibfehler werden automatisch korrigiert, zB buterflies zu butterflies. Man kann mit Silben suchen, zB guin findet Paul Gauguin. Die Suche ist kombiniert mit grossangelegten Suchbäumen für Personen, Orte und Themen.

In öffentlichen Konzerten wurde Hannes Keller auch bekannt als Amateur-Konzertpianist. Die Krönung war eine Tournee in den USA, als klassisches Klavierduo zusammen mit dem damaligen VOBIS-Chef Theo Lieven. Unter dem berühmten Zubin Mehta spielten sie vor zweitausend Besuchern das Doppelkonzert KV 365 in Es-Dur von Mozart. Keller und Lieven produzierten zwei CD's, die von Klassikradios ausgezeichnet wurden.

Er finanzierte und veranstaltete grosse Auftritte für andere Künstler und Denker. Ein philosophisches Seminar und dazu das Buch “Denken über die Zukunft" mit Karl Popper, Hans Jonas, Irenäus Eibl von Eibesfeldt, Hoimar von Ditfurth u.a. Konzerte mit Tartarov, Martha Argerich und Fou Ts'ong. Eine Museumsaustellung mit zeitgenössischer indonesischer Kunst usw.

Seit Ende 2005 arbeitet Hannes Keller als Künstler. Ein Hort von Ideen findet Ausdrucksmöglichkeiten die ihm vorher verschlossen waren.
Keller: ”Ich habe keinen Zweifel mehr daran, dass Bilder die ursprünglichere Denk- und Kommunikationsweise sind als das Verbale”. Es ist eine unglaubliche Erfahrung was man mit Bildern sagen kann das sonst ungesagt bliebe.

Hannes Keller ist ein unternehmungslustiger Pionier, ein Selbermachen der möglichst alles lernen und erfahren will. Im Zen-Buddhismus gilt die persönliche Erfahrung im Hier und Jetzt, gleichgültig was man tut als die höchste Form der Bewusstwerdung. Das entspricht Hannes Keller, obwohl er kein Buddhist ist sondern ein auf- und abgeklärter Heide.


Hannes Keller - Der Taucher

Gruender der Firma "Forschungslabor fuer Unterwassertechnik" (1959) zur Entwicklung von Tauch-Equipment, spaeter "Hannes Keller Witch Systems AG". Weltrekordhalter im Tauchen ohne Taucherglocke (1961).



In Zusammenarbeit mit Albert Buehlmann begann Keller Ende der fuenfziger Jahre konkrete Vorbereitungen zur Durchfuehrung von Tieftauchgaengen. Im November 1959 tauchte Hannes Keller in einer provisorischen Taucherglocke im Zuerichsee auf 130 Meter. Das Gasgemisch, das er dabei atmete, bestand aus 95% Stickstoff und 5% Sauerstoff. Mit einem Computer entwickelte Keller danach 400 Tabellen mit verschiedenen Gasgemischen fuer Tauchgaenge bis 400 Meter. Ziel dieses Projektes war die Verkuerzung der Dekompressionszeiten bei einem Tauchgang auf 230 Meter. Am 28. Juni 1961 fand dieser Abstieg mit Trockentauchanzuegen im Lago Maggiore statt. Bereits eine Stunde nach dem Abtauchen waren Keller und sein Partner McLeish wieder an der Oberflaeche. Am 3. Dezember 1962 wurde ein weiterer Rekordtauchgang durchgefuehrt. Vor Catalina Island / Kalifornien tauchten Keller und der Brite Peter Small in der Tauchglocke "Atlantis" auf eine Tiefe von 315 Meter hinab.


Hannes Keller - als Künstler

Ich bin ein Selbermacher.

Die Ideen für tausend Dinge fliegen mir einfach so zu. Mein Lebensglück besteht im Zusammengehen von körperlicher und geistiger Erfahrung, im begeisterten Engagement, im Neuen, im Pioniertum. Ich will löten, bohren, sägen, Pläne zeichnen, programmieren, berechnen, Verträge verhandeln, Konflikte austragen.
Ich will schmutzige Hände. Ich putze auch die Latrine. Auch da ist Zen zu finden.


Hannes Keller, Selbstbildnis

Für grosse Projekte brauche ich meine Assistenten - von Klavierlehrern zu Kunstmalern zu Medizinprofessoren zu Schweissern und Copyright-Anwälten.

Man wirft mir den Hansdampf in allen Gassen vor. Ich halte das für ungerecht. Wenn ich als Konzertpianist aufrete habe ich vorher geübt. Das ist nachprüfbar.
In meiner Biographie sind Live- und Studioaufnahmen zu hören. Niemand konzertiert unter Zubin Mehta ohne Vorlegen von CD’s und persönlichem Vorspielen.
Bei meinen Forschungen als Taucher machte ich die Tauchkammern, die Atemgeräte, die Elektronik und die Dekotabellen. Die US Navy mass die Weltrkorde.

Ich lebe seit 60 Jahren in der Kunst.

Ich habe mein Leben lang Kunst gesammelt. In Visipix.com sind gesamthaft etwa 150.000 Kunstwerke online. Das ist etwas mehr als im Louvre. Mein persönliches digitales Archiv umfasst 3 Millionen Bilder. Das ist Arbeit.

Als Künstler arbeite ich hauptberuflich seit Ende 2005. Jetzt stehen 150 Werke. Erst jetzt publiziere ich und stelle aus. Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob meine Werke fürs MOMA taugen. Ich behaupte bloss, dass sie nicht dumm sind, dass ich sie liebe und sehr genau weiss was weshalb wie ist..

Stil

Man sagt mir, ich müsste mich wie Marc Chagall auf einen Stil und eine Palette festlegen und dann lebenslang Geigen in den Himmel hängen. Das sei besonders glaubwürdig. Ich werde nichts dergleichen tun. Jede neue Idee will ihre eigene Gestaltung. Grundsätzlich will ich den direktesten Kontakt mit der Aussage. Lieber die Lust an der 250 Kilo schweren Registrierkasse aus der USA in einer Installation als eine Malerei. Lieber das Foto einer britischen Telefonkabine auf der Strasse als eine malerische Dekoration. Mein rituell erigierter Penis der mit Wolkenkratzern rivalisiert kann kein christlicher Teufelsstachel sein, sondern nur aus einem japanischen Shunga mit Bezug auf das Kanamara Festival in Kawasaki kommen. Das bedeutet das Mischen von Photos und Ukiyo-E Elementen. Es macht mir keinen Unterschied, ob ich das Matterhorn in ein Bild einbeziehe oder etwas das Picasso oder Bacon präzise und endgültig formuliert haben.

Wer malt?

Zu allen Zeiten haben Maler mit Virtuosität bezaubert. Einen Vogel so malen, dass man die Katze fernhalten muss. Hingegen wird niemand in Cézannes Aepfel beissen wollen. Hier zählen Idee, Konzept und Kontext. Viele Künstler lassen ihre Bilder von Assistenten realisieren. Von Rubens zu Warhol, Hirst und Ansel Adams. Holzschnitte, Architektur, Filme usw. werden von Facharbeitern realisiert. Was ist mit CD’s aus dem Tonstudio? Vladimir Horowitz arbeitete 3 Wochen in der Scala an einem Mozartkonzert. Beim Abhören der CD soll sich ein Techniker erdreistet haben zu: “Nicht wahr Herr Horowitz, so möchten Sie spielen können”.

Damit sind der Kuss der Muse Euterpe im Eimer und das Kunstwerk als Fetisch in Konkurrenz zum Hüftgelenk des Hl. Hieronymus.

Ich selber gestalte alle meine Werke am Bildschirm, hinunter zum letzten Pinselstrich. Dann malen meine Assistanten in China. Sie senden mir Fotos. Dann korrigiere ich Einzelheiten und erkläre meine Absichten. Am Schluss korrgiere ich wie ein Filmregisseur mit der Malerin Rita Maria Wepfer am Pinsel die letzen Einzelheiten. Eine Madonna brauchte Achselhaare, eine Fläche betonte eine bedeutungslose Vertikale. Man musste sie verschmieren. Dennoch: Die Werke tragen meinen Namen. Allerdings werde ich als Letzter bezahlt - wenn überhaupt.


Hannes Keller - In concert

In öffentlichen Konzerten wurde Hannes Keller auch bekannt als Amateur-Konzertpianist.
Zusammen mit Theo Lieven spielte er im Dezember 1993 unter dem berühmten Zubin Mehta vor zweitausend Besuchern das Doppelkonzert KV 365 in Es-Dur von Mozart. Keller und Lieven produzierten zwei CD's, die von Klassikradios ausgezeichnet wurden.



* Sie können die Musik entweder als Stream hören oder sie als MP3-File downloaden.
Für PC-User empfehlen wir den kostenlosen Mediaplayer www.winamp.com, falls bei Klick auf den Link nicht automatisch Ihr eingebauter Media Player startet.
Für Mac-User empfiehlt es sich die Option MP3-Download zu wählen.

für echte Downloads oder Streams gehen Sie bitte auf die Seite:
http://www.hanneskeller.ch/index.php?template=1music
 
Klaviersolos gespielt von Hannes Keller
Wolfgang Amadeus Mozart
Kleine Gigue - KV 574 - Schnelle Internetverbindung *
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Johannes Brahms
Ballade Opus 118/3 - Schnelle Internetverbindung *
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Domenico Scarlatti
Sonata Longo 22 - Schnelle Internetverbindung *
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Musik für zwei Klaviere, gespielt von Theo Lieven und Hannes Keller
Theo Lieven spielt Klavier 1, Hannes Keller Klavier 2. Theo Lieven spielt das Thema, Hannes Keller wiederholt das Thema mit kleinen Variationen, meistens folgt darauf ein Part in dem beide Pianisten simultan spielen. Eine Ausnahme bildet das Andante von Schumann, bei dem Keller das Thema anspielt.

Mozart schrieb dieses Konzert für sich selbst und seine Schwester Annerl. Das Stück ist wie ein Duell aufgebaut, das in der letzten Passage am Ende des dritten Parts ihren Höhepunkt erreicht. Keller übte seinen Part mit einem computergesteuerten Yamaha Klavier als "Sparring Partner". Die Lehrerin Esther Yellin half ihm beim letzten Schliff .

Alexis Weissenberg
"Es ist so leicht" aus Nostalgie
Mit Jana Werner, Sopran - Schnelle Internetverbindung *
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Robert Schumann
Andante und Variationen
Mit Guenther Thomasberger und Attila Szekely, Celli & Eric Kushner, Horn

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Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für zwei Klaviere und Orchester KV 365
William Kushner dirigiert das Lake Charles Symphony Orchestra
am 9.Oktober 1993 im Civic Center, Lake Charles, Louisiana
Erster Satz - Allegro
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Zweiter Satz - Andante
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Dritter Satz - Allegro
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Hannes Keller - Meine Begegnung

-ba- Ich muss aufpassen, dass ich da nichts vergesse. Mein erster Besuch bei Hannes Keller in der Schweiz ist nunmhr schon 25 Jahre her. Er galt dem Tiefseetaucher Keller und gleichzeitig dem Computermann Hannes Keller. Die kurze Ein spielung in der Sendung entstand damals.

Zusammen mit Sigurd Tesche, dem Produzenten von vielen Unterwassersendungen fuhren wir in die Nähe von Zürich un d besuchten Hannes Keller. Das erste, was mir auffiel, war ein Rolls Royce mit vergoldeten Griffen. Ein tolles Auto, das damals Hannes einem Scheich abgekauft hat. Später erzählte er mir von dem Auto die Story, die er auch in der Sendung bestätigte: "Ab un d zu fahre ich mit dem Rolls nach Zürich in die Innenstadt, setze mich in ein Cafe und betrachte mir die schönen Beine der jungen Mädchen. Wenn ich genug gesehen habe, dann fahre ich wieder nach Hause."

Das erste Interview ging um die Rückbesinnung auf seine Tauchweltrekord. Hannes war schon recht früh ein toller Bursche und jemand, der zwar mit mathematischer Präzision dachte; doch Wagnisse ohne mathematische Abschätzung einging. Er tauchte ja 300 Meter tief und stieg dann unten aus.

Seine Leistungen auf dem Gebiet der Computerei begeisterten mich noch viel mehr. Er war ein Künstler in der Komprimierung der Dateien. Seine Datenbank für die Rechtschreibhilfe brachte er auf eine einzige 3,5 " Diskette und sie lief so schnell auf den alten "Gurken", dass man von den Zugriffen auf die Diskette kaum etwas merkte.

Ende der 80 er Jahre kam Hannes Keller nach Köln und war Gast im Computerclub. Irgendwie sprachen wir über seine Entwicklung "Ways for Windows". Zurückgeblieben ist die Erinnerung an einen langen Abend in einer kölschen Kneipe. Es war hochinteressant, sich mit Hannes über dies und jenes zu unterhalten.

Ich glaube, es war so um das Jahr 1993 herum, als ich von Theo Lieven zu einer Veranstaltung in Wien eingeladen wurde. Der ein millionste verkaufte Computer wurde gefeiert. Es war eine tolle Zeit.


Theo Lieven, Vobis
Es ging ab ins Sacher Hotel, Rundum Unterhaltung, Stadtrundfahrt und ein Höhepunkt in der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier spielte Theo Lieven zusammen mit Hannes Keller an zwei Flügeln.  Zusätzlich nahm das Österreichische Nationalorchester im Hintergrund Platz und unterstützte das Klavierspiel. Das war schon ein unvergessliches Ereignis.

Ob es 1996 war? Jedenfalls machten wir direkt nach der CeBit eine Sondersendung in Pflaums Posthotel.


Pflaums Posthotel, Restaurant, Zimmer, Wellnessbereich

Die war so aus dem Rahmen gefallen, dass einige Leute damit Schwierighkeiten hatten, den Sinn zu verstehen. Es ging um den Computer und seine mehr oder weniger philosophische Betrachtung. Eingeladen hatten wir Theo Lieven von Vobis, s.o., Dr. Achim Becker von Data Becker und Hannes Keller.


Dr. Achim Becker von Data Becker

Wir erinnern uns sehr gerne an diese Sendung. Vor allem das Interview mit dem Hotelchef Andreas Pflaum ist mir sehr in Erinnerung geblieben.


Andreas Pflaum, Philosoph

Wir genossen ein sehr schönes Abendessen, das die Freuden des Lebens mit den Eigenarten der Computer versöhnen sollte. Der Nachtisch wurde zum Beispiel auf einer Tastatur serviert. Warum soll man nicht auch etwas ganz ausgefallenes produzieren?.


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