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SENDUNGSARCHIV

21.04.2008
Folge 105

Schonzeit für Scharlatane?

So wie die Überschrift dieses Artikels hieß eine Sendung, die ich in frühen Jahren in der ARD zur Ausstrahlung brachte. Es ging dabei um eine seltsame Klientel, die einen wahren esoterischen Graubereich betraf. Ich fiel aus allen Wolken, als ich erfuhr, was es so alles auf dieser Welt so gibt. Ich fiel auch vom Glauben ab, als ich erfuhr, wie und womit manche gläubigen Menschen übers Ohr gehauen werden. Es ist einfach nicht zu fassen, dass auch heute noch dieser Spuk in keinster Weise ausgemerzt ist.
Oft wird unter dem Deckmantel der Wissenschaft ein Mist erzählt, um später dem Opfer einige hundert Euro aus der Tasche zu ziehen - für horrenden Blödsinn.

Ich wurde letztens wieder auf die Thematik gestoßen, als ich von einem Wünschelrutengänger erfuhr, der offensichtlich sein Unwesen im Hunsrück treibt. Er wird durch Mundpropaganda weitergereicht und er hinterlässt große Löcher in den Portemonnaies der trotteligen Kunden.

Die Wünschelrute dient nach wie vor als elitäres Messgerät. Mit der Rute werden die sogenannten Erdstrahlen entdeckt. Diese Erdstrahlen, die keiner wissenschaftlich beschreiben kann, weil sie auch noch nie nachgewiesen wurden, sind für das Übel zuständig - und zwar für alles. Wenn jemand nicht gut schlafen kann, dann sind diese Erdstrahlen daran schuld. Versteckte Wasseradern sollen dort verlaufen, wo die Rute ausschlägt. Selbst wenn es viel zwischen Himmel und Erde gibt, was man nicht begreifen und beweisen kann, so dürfte es aber illusorisch sein, dass man diese von Strahlen auch im 28. Stock eines Hochhauses detektieren kann. Diese Tatsache müsste unsere komplette Physik ad absurdum führen. Kann eine Wasserader, die unterirdisch verlaufen soll, ohne Dämpfung oder Veränderung 28 Stockwerke durchdringen und dann gleichsam wie im Erdgeschoss eine Wünschelrute zum Ausschlag bringen? Wohl kaum - und wer es dennoch beweist, der dürfte schnell in die Liste der zukünftigen Nobelpreisträger rutschen.

Die Wünschelrute hat einen gewissen Reiz, weil es so schön mystisch zugeht. Als ich damals die Sendung vorbereitete ließ ich mich von Wünschelrutengängern informieren. Man zeigte mir die Wünschelmethode mit Schweißdrähten. Das sind Drähte, die hinten rechtwinklig abgebogen sind. Die kurzen Enden nimmt man in die geschlossene Hand und richtet sie nach vorne aus. Jetzt geht man schnurstracks nach vorne und wartet, was passiert. Irgendwann werden die Drähte in Bewegung geraten und sich auseinander bewegen. Das ist jetzt der Punkt, wo es interessant wird. Hier an dieser Stelle kann  man Wasser im Untergrund vermuten.
Für die Sendung "Schonzeit für Scharlatane" haben wir interessante Tests mit Wissenschaftlern und praktischen Wünschlern gemacht. Die Wissenschaft beruft sich bei dem Phänomen auf einen Begriff, der sich Ideomotorik nennt. Das bedeutet, dass die Rute im labilen Zustand ohne  direkte Beeinflussung aus dem labilen Zustand gebracht werden kann, weil der Gänger sich vorstellt (Ideo), dass hier Elemente (Brennnesseln ...) auf eine wasserreichen Untergrund hindeutet. Jetzt muss noch die Motorik dazukommen und die Rute "schlägt" aus.
Zurück zu unseren Tests. Wir hatten einen sehr bekannten Wünschelrutengänger ein Gelände auswünscheln lassen. Überall dort, wo er meinte, dass seine Rute einen Ausschlag verzeichnete, schlugen wir einen Pfahl ein. Nach einer gewissen Zeit waren etwa 10 Stäbe im Gelände eingehauen.
Jetzt kam der Probeversuch. Wir verbanden dem Wünschler die Augen und schickten ihn jetzt ohne Sicht auf das selbe Grundstück. Es war schon deprimierend mit anzusehen, wie der ausgezeichnete Wünschler jetzt quasi gegen jeden Stab rannte, ohne dass seine Rute einen Ausschlag vollführt hätte.
Der arme Wünschler war danach mit seinen Nerven völlig am Ende. Das hätte er natürlich nicht erwartet und auf dem Film, den wir natürlich mitdrehten, sah dieser arme Mann richtig wie ein Tolpatsch aus. Für uns, von der anderen Seite, erfüllte sich die Vermutung der Ideomotorik.

All dies sind interessante Aspekte, die sich hin und her diskutieren lassen. Der eine glaubt daran, der andere eben nicht. Der eine fällt auf Geschichten herein, der andere bewahrt seine Skepsis.

Doch für mich wird es dann kriminell, wenn man mit Abwehrmaßnahmen für Dinge, die nicht existent sind, teures Geld kassiert. Die Entstrahlungsapparate, die eine Umwandlung von schlechter Strahlung in bessere, gesunde, Strahlung bewirken sollen, sind so phantasiereich, wie es kranke Gehirne gibt, die sich so etwas ausdenken können. In der letzten Zeit habe ich einen sehr aktiven Strahlenschützer im Visier, der Geräte, Bücher und gar Seminare zu allen esoterischen Rangebieten verkäuft und offensichtlich sogar erfolgreich wirken kann.

Ich begegnete bei meinem letzten Besuch im Hunsrück einigen dieser Entstrahlgeräten, die von Wilton Kullmann http://www.strahlenschutz-kullmann.de produziert und verkauft wurden. Man muss sich die Haare raufen. Leider habe ich kein Bild gemacht davon. Da wird ein Stück rostfreier VA-Stahl - als Keil gebogen - mit einer 1 Cent Münze, die mit Tesafilm befestigt ist, für sage und schreibe 480 € (netto, also plus 19 % MWST = 565,5 €) verkloppt. Dieser Aluminiumkeil hält schlechte Strahlung ab und verwandelt sie in gute Strahlung. Wenn man davon ausgeht, dass bisher noch niemand davon gestorben ist, dann kann sich der Entwickler vielleicht auf die Brust klopfen und sagen: "Siehste, wer weiß, wie es anders gewesen wäre?"

Und schon kam auch ein Gästebucheintrag, der sich wunderte, dass wir dieses Thema aufgegriffen haben, da es doch nichts mit Computern zu tun hätte. Das sind die peinlich Betroffenen, die vielleicht bereits die entsprechenden Abstrahlgeräte für ca. 500 € ihr eigen nennen. Natürlich ist dies ein Thema, das in unsere Sendung gehört. Von anderen Sendern können Sie wahrscheinlich kaum Informationen in unserer Richtung erwarten. Die berichten lieber über die tolle Funktion der Entstrahlungsgeräte. Ich werde keine Ruhe geben und werde das Thema weiterverfolgen. Ich möchte einigen Scharlatanen das Leben schon etwas schwerer machen.
Ich hoffe, dass ich dafür einige wichtige Kontakte in die Wissenschaftsprominenz nutzen kann, um den Wildwuchs um diesen esoterischen Unsinn stoppen zu können.





10 Millionen Artikel in der Wikipedia

Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia feiert einen Meilenstein. Insgesamt 10 Millionen Artikel können nun kostenlos im Internet gelesen werden. Die Wikimedia Foundation zählte den ungarischen Artikel über den englischen Miniaturenmaler Nicholas Hilliard als zehnmillionsten Artikel.

Auch sieben Jahre nach ihrer Gründung verzeichnet das Enzyklopädie-Projekt damit noch ein enormes Wachstum. Nach den offiziellen Statistiken hat die Online-Enzyklopädie die 5-Millionen-Marke vor nicht einmal anderthalb Jahren passiert. Mittlerweile existieren 250 Sprachversionen der Wikipedia – die Auswahl der Sprachen reicht vom Alemannischen bis zu Zulu. Davon kommen immerhin 77 Sprachen auf über 10.000 Artikel. Größte Sprachversion ist die englische Version [mit derzeit über 2,3 Millionen Artikeln. An zweiter Stelle liegt die deutsche Version mit 730.000 Beiträgen, dicht gefolgt von der französischen Wikipedia mit 640.000.

Aus dem neuen Büro der Wikimedia Foundation in San Francisco kamen in dieser Woche eine Reihe Erfolgsmeldungen. So bekam die Non-profit-Stiftung am Dienstag insgesamt drei Millionen Dollar von der Alfred P. Sloan Foundation zugesprochen, am Donnerstag folgte eine weitere Großspende in Höhe von einer halben Million Dollar, die der Sun-Mitbegründer Vinod Khosla zur Verfügung stellte.


Arne Klempert

Wir sprachen in der Sendung mit dem einzigen deutschen festangestellten Mitarbeiter der Wikipedia. Es ist erstaunlich, wie effektiv eine solche Vereinigung arbeiten kann, ohne dass eine Hierarchie oder eine Redaktion vonnöten ist. Oder vielleicht auch gerade deshalb.


DVD mit Verfallsdatum

So neu, wie die Meldung sich gibt, ist die Sache gar nicht. Schon 3 oder 4 Jahren hatten wir dies in der Servicezeit Technik in einem Film gesendet. Der Tenor war: Der Pizzabäcker bringt nicht nur die Pizza, sondern gleich auch den richtigen Film auf einer DVD mit, die sich nach dem Schauen selbst zerstört.

Der Medienhersteller Flexplay hat eine DVD entwickelt, die nach dem Öffnen der Verpackung nur zwei Tage lang haltbar ist. Danach kann sie nicht mehr abgespielt werden. Besonders die Filmindustrie sei an der neuen Technik interessiert, erklärte Flexplay, da sie auf diesen Scheiben ihre Filme zum Verleihpreis anbieten kann und so einen zusätzlichen Markt zu den teuereren Video-DVDs schafft, die kein eingebautes Verfallsdatum haben.

Die Flexplay DVD erkennt man an einer rot gefärbten Datenunterseite, diese besteht aus einem speziellen Polycarbonat, durch das Sauerstoff aus der Luft nur in einer bestimmten Rate diffundiert. Durch den Sauerstoff oxidiert nach einiger Zeit der Bonding-Kleber, der die beiden Layer der DVD verbindet. Der Bonding-Kleber verdunkelt sich, sodass die Daten (Pits und Lands), die anders als bei herkömmlichen DVDs nicht auf dem unteren Layer sondern auf dem oberen Layer vorhanden sind, nicht mehr gelesen werden können -- die Disc verfärbt sich schwarz.

Laut Flexplay lässt sich die Zeit, nach der die Disc nicht mehr gelesen werden kann zwischen 8 und 48 Stunden frei wählen. Durch einen neuen Herstellungsprozess sei es möglich geworden, dass die DVDs nicht in speziellen luftleeren Räumen produziert werden müssen. Der Bonding-Kleber wird erst kurz vor der Verpackung durch eine UV-Lampe initialisiert. Danach werden die DVDs luftdicht verschweißt. Es kommt die gleiche Verpackung zum Einsatz, wie sie für Lebensmittel wie Wurst oder Käse verwendet wird. Die DVDs können so Platz sparend in Geschäften neben der Kasse platziert werden. In der Verpackung sind die DVDs bis zu einem Jahr haltbar.

Natürlich ist es möglich, von den DVDs vor der Zerstörung eine Kopie anzufertigen. Allerdings soll sich durch die enorm günstigen Preise das Kopieren kaum noch lohnen. Ein Preis von 3.99 USD wurde genannt.


EU Befragung zur RFID Nutzung. Am 25. April läuft die Frist ab

Die EU möchte wissen, wie sich die Europäer zu der Problematik RFID stellen. Bevor die Technologie flächendeckend zum Einsatz kommt, wollen die Politiker feststellen, wo Reibungsängste auftreten können.



padeluun

Wir sprachen mit padeluun zu diesem Thema.


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