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28.04.2008
Folge 106

Erstes Active-Matrix-Display mit Nanodrähten

Forscher von einigen US-Universitäten haben gemeinsam das laut eigenen Angaben erste Aktivmatrix-Display (engl. Active Matrix), genauer gesagt ein OLED-Display, auf Basis von Nanodrähten (engl. "Nanowire") entwickelt. Bis mit der neuen Klasse von transparenten Transistoren und Schaltkreisen elektronisches Papier, flexible Farbmonitore und Head-up-Displays in Windschutzscheiben von Autos hergestellt werden können, sind noch weitere Schritte nötig - dass es machbar ist, wollen die Forscher aber nun bewiesen haben.
Die Transistoren im etwa fingernagelgroßen Display der Forscher bestehen aus bis zu 20 nm dünnen Nanodrähten, kleinen zylindrischen Strukturen, die auf Glas oder flexibles Dünnfilm-Plastik aufgetragen werden. Die resultierenden Nanodraht-Transistoren bestehen aus einem transparenten Halbleiter namens Indiumoxid (engl. "Indium Oxide"), das in künftigen transparenten Schaltkreisen Silizium ablösen könnte.

Die organischen Leuchtdioden (OLEDs) im Display bestehen aus den Transistoren, Elektroden aus Indiumzinnoxid (engl. "Indium Tin Oxide") und Plastikkondensatoren, die Energie speichern. Alle Materialien sind so lange transparent, bis sie aktiviert sind und zu leuchten anfangen. Die Helligkeit der demonstrierten Nanodraht-OLEDs soll im Schnitt bei über 300 Candela/m2 liegen und erreicht damit laut den Forschern noch nicht ganz die Leuchtstärke von handelsüblichen LCD-Fernsehern (400 - 500 Candela/m2).

Während herkömmliche OLEDs bzw. Aktivmatrix-Displays jedoch die Ansteuerung der einzelnen Pixel erlauben, ist das bei dem Nanotechnologie-Display des Forscherteams noch nicht möglich. Stattdessen lässt sich derzeit damit nur eine ganze Pixelreihe auf einmal ansprechen. Die Forscher wollen dieses Problem als Nächstes lösen und in Zukunft einzelne OLEDs auch so ansteuern, dass Bilder generiert werden können.


David Janes

Einer der beteiligten Forscher ist David Janes vom Birck Nanotechnology Center der Purdue University und Professor an deren "School of Electrical and Computer Engineering". Janes zufolge kann das - wenn auch nur eingeschränkt - funktionierende Nanotechnologie-Display das praktische Potenzial von Nanodraht-Transistoren in Displays und für andere Anwendungsgebiete aufzeigen. Für die Forscher ist das ein wichtiger Schritt.

"Wir haben gezeigt, wie sich Nanodraht-Elektronik bei Raumtemperatur in einem simplen Prozess fertigen lässt, der für kommerzielle Produktion geeignet sein könnte", so der Materialwissenschaftler und Chemieprofessor Tobin J. Marks vom Weinberg College of Arts and Sciences der Northwestern University. Die Produktionstechnik könnte Marks zufolge auch für die günstige Massenproduktion von hochauflösenden Displays für verschiedene Anwendungsbereiche genutzt werden.

Die Forscher wollen auch in der Lage sein, OLEDs in richtigen Größen für kommerzielle Displays zu fertigen. Mit 176 x 54 Mikrometern wären die organischen Leuchtdioden ideal als Pixel für Handys, PDAs und andere tragbare Geräte.

Die Forschungsergebnisse des Projekts werden in der April-2008-Ausgabe des Wissenschaftsjournals "Nano Letters" veröffentlicht. Geschrieben wurde der Bericht von Forschern der Purdue, der Northwestern University und der University of Southern California. Finanziert wurde die Forschung von der NASA durch deren Institute for Nanoelectronics and Computing.


Der Natur das Geheimnis abgeschaut

Professor Holk Cruse, der Leiter der Abteilung für Biologische Kybernetik und Theoretische Biologie in Bielefeld, versucht sich dem Begriff der Intelligenz als Biologe zu nähern. Dafür nutzt er technische Vorstufen, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.


Prof. Holk Cruse, Uni Bielefeld

Holk Cruse betont die, sehr wichtige Unterscheidung, zwischen „intelligent“ als Eigenschaft und „Intelligenz“ als Fähigkeit. Viele Tiere haben im Laufe der evolutionären Entwicklung intelligente Eigenschaften entwickelt, die selbst heutige Forscher in Erstaunen versetzen. Die enorme Haftkraft von Fliegenbeinen, die Infrarotsensoren in den Beinen einer Käferart, die noch in 80 km Entfernung die Hitze eines Waldbrandes „erfühlen“ kann, die Wärmesensoren der Schlangen oberhalb ihrer Zähne, mit denen sie nachts „sehen“ können – diese und andere Entwicklungen der Evolution, die Forscher der Bionik bislang nicht annähernd imitieren können, sind intelligente Eigenschaften.

Das eigenständige Lösen von Aufgaben und Verarbeiten von Symbolen beruht nicht auf Eigenschaften, sondern auf intelligenten Fähigkeiten. Cruse unterscheidet also deutlich zwischen der evolutionär erworbenen immanenten „verkörperten“ intelligenten Eigenschaft einer Art, die sich nur durch Erfahrung und Gebrauch bilden konnte und den intelligenten Fähigkeiten eines Individuums.

Bisweilen übertreffen die Eigenschaften die Fähigkeiten und so sollte der Mensch, laut Cruse, nicht zu arrogant auf die Errungenschaften der Käfer, Bienen und Ameisen herabschauen. Wir könnten die Lösungswege der Evolution, die nur auf Erfahrungen beruhen, nutzen, um mehr über uns selber zu erfahren.


Sechsbeiniger Roboter

Baut man das biologische Vorbald in Technik nach, so kann man zwar das Verhalten einer Stabheuschrecke annähernd simulieren, jedoch stößt man schnell auf unüberwindbare Schranken. Die Spezialisierung der Natur hat Werkzeuge geschaffen, die der Mensch nicht nachempfinden kann.












Mit Zattoo beschreitet man neue Wege

"Wer Visionen hat, der muss zum Arzt gehen." Wenn ich mich richtig entsinne, dann war es der Altkanzler Schmidt, der diesen Satz prägte. Ein ziemlich dummer Spruch. Ich frage mich, zu welchem Arzt die Gründer einer visionären Idee gehen sollen: Zattoo.

Seit ein paar Tagen macht es wirklich Spaß, den Zattoo Player auszuprobieren. Ein Stückchen Software macht es möglich, einen Fernsehtraum zu erfüllen, den schon viele geträumt hatten. Fernsehen überall, wo es Internet gibt und Fernsehen mit einer nie gekannten Vielfalt.Zwar ist die Qualität noch nicht mit PAL zu vergleichen, was einfach an der Bandbreite liegt. Doch man spürt, dass diese Art fernzusehen die Welt verändern wird. Einen bedeutenden Ruck nach vorne brachte die Entscheidung, dass ARD und ZDF einem Feldversuch für 1 Jahr anberaumte. Dies brachte mal ganz schnell 24 Sender zusätzlich. Für mich als Kabelkunde von Unity Media in Köln habe ich mich immer beschwert, dass man mir einige dritte Programme einfach ausgesperrt hat. Zum Beispiel der Hessische Rundfunk Radio Bremen TV und RBB gehören zum Beispiel dazu. Nicht etwa, dass ich wahnsinnig scharf auf diese Programme wäre, doch bei Zahlung der GEZ Gebühr verlangt man eigentlich, dass das Angebot komplett geliefert wird. Plötzlich ist all dies möglich geworden.


Passables Bild und viele Kanäle

Und andere Visionen werden realisiert. Ich habe heute einem Automagazin interessiert zugeschaut, das in aller Länge mit der Kamera eine Produktionsstraße in einem Autowerk verfolgte. Dann entdeckte ich eine Tiersendung, die wohl von morgens bis abends eine Art Tiersprechstunde sendet.
Ein Poker Channel und ein Sumo TV runden das exotische Angebot ab.

Da wir hier erst am Anfang stehen, wird die Programmvielfalt sich explosionsartig vermehren.

Ich warte auf eine Antwort auf meine Email, mit der ich mehr Informationen haben möchte. Ich möchte wissen, was es kostet, wenn ich selbst einen Sender installieren möchte. Ich möchte wissen, was Werbung auf den Kanälen kostet usw. usw.Damit kann man sich dann ein Bild machen, wie die Idee sich wirtschaftlich entwickeln wird. Vielleicht verdrängt diese Art sogar Youtube und Konsorten.

Selbst mal ausprobieren?
http://www.zattoo.de


Unser Staat überwacht alle und lässt sich beklauen.

Manchmal fragt man sich, wie so etwas passieren kann. In deutschen öffentlichen Amtsstuben wurde erklecklich gestohlen. Die "Strecke" ist aneinandergereiht schon einige hundert Meter lang. Alleine 500 Computer kamen weg; davon waren es 189 Tischcomputer und 326 Laptops. "Nur" 38 Speichersticks und 271 Mobiltelefone kamen hinzu. Ob es dabei um die evtl. unverschlüsselten Daten ging, war nicht zu erfahren. Jedenfalls waren auch zwei Regierungshandys dabei und ein paar Festplatten, die hochsensible Daten enthielten. Weg sind sie.
Zusätzlich vermisst man die Daten von 1200 Zivildienstleistenden.
Da hilft auch das gleiche Mißgeschick der Briten nicht wirklich weiter. Die verloren kurz vorher 25 Millionen Datensätze mit persönlichen Daten.

Offensichtlich ist das Thema "Sicherheit" bei unseren staatlichen Stellen nicht weit gediehen. Wahrscheinlich sind die entsprechenden Maßnahmen wieder viel zu teuer.


Bis zu 20 Jahre Haft für das Auslesen der RFID Informationen

Im US-Bundesstaat Washington ist vom Gouverneur ein Gesetz gegen das illegale Auslesen von RFID-Daten aus Ausweispapieren unterzeichnet worden. Wer dagegen in krimineller Absicht verstößt, muss mit einer hohen Gefängnisstrafe rechnen.



Immer häufiger kommen RFID-Chips in Pässen, Kreditkarten und anderen "Ausweisen" zum Einsatz. Die dabei eingesetzten RFID-Chips und Datenübertragungsstandards haben sich in der Praxis wiederholt als vergleichsweise unsicher herausgestellt. So war etwa Ende des vergangenen Jahres bekannt geworden, dass es einem Forscherteam von der Universität Virginia gelungen war, die Verschlüsselung des weit verbreiteten MiFare Classic Chips zu brechen.

Der MiFare-RFID-Chip kommt weltweit in Chipkarten für Zahlungssysteme und Zugangskontrollsysteme zum Einsatz. Laut Schätzungen könnten bis zu 1 Milliarde Karten betroffen sein. Die niederländische Regierung hat Mitte März 2008 eine Warnung ausgegeben und dazu aufgerufen, weitere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Kriminelle könnten die Schwachstellen im MiFare-Chip dazu ausnutzen, unbemerkt Karten zu klonen und Straftaten zu begehen.

Genau gegen solche Gefahren richtet sich ein jetzt im US-Bundesstaat Washington erlassenes Gesetz. Das Gesetz mit der Nummer 1031 war vergangene Woche vom Abgeordnetenhaus einstimmig verabschiedet und am Mittwoch von Gouverneur Christine Gregoire unterzeichnet worden. Im Juli 2008 wird das Gesetz in Kraft treten. Ähnliche, teils schärfere Gesetze, sind in anderen US-Bundesstaaten in Vorbereitung.

Das Washingtoner Gesetz gegen RFID-Spionage stellt "skimming", also das nicht autorisierte Auslesen von Daten aus RFID-Chips, für kriminelle Zwecke wie Betrug, Identitätsdiebstahl oder Stalking unter Strafe. Wer gegen das Verbot verstößt, kann mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. Sollten die illegal ausgelesenen Daten tatsächlich zu einer Straftat benutzt werden, drohen weitere maximal 10 Jahre Gefängnis, die zur Strafe für das jeweilige Verbrechen hinzuaddiert werden.

In Washington kommen RFID-Chips beispielsweise in elektronischen Führerscheinen zum Einsatz, die auch als Ausweis beim Grenzübertritt nach Kanada genutzt werden können.


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