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26.05.2008
Folge 110

Firefox feiert 10 jähriges

Eigentlich sind 10 Jahre in der Weltgeschichte ein flüchtiger Augenblick. Doch wer das alles mitgemacht hat, dem kommen diese 10 Jahre wie eine Ewigkeit vor.


Firefox 3, wie wir ihn alle auf dem Computer haben

Das Internet, das wir gerade mit 15 Jahren Existenz gefeiert haben, ist  mit dem Mozilla eng verbunden. Am Anfang gab es einen Mosaik Browser, der noch viele Mängel hatte. Schon bald machte der Netscape Browser Furore. Ein damals 20jähriger Student brachte den Netscape auf den Markt und er wurde schon bald als Jungstar gefeiert. Ich lernte Marc Andreesen in Amerika kennen und habe in Erinnerung, dass er sehr spricht, so dass ein Europäer ihn kaum verstehen kann. Der Netscape war dann ein paar Jahre lang unangreifbar an der Browserspitze.


Das Logo vom Netscape 9, das wahrscheinlich noch viele kennen

Microsoft hatte auf diesem Gebiet völlig den Anschluss verpasst. Mit der Kraft eines Großkonzerns legte man dann los und versuchte aufzuholen. Der Internet Explorer wurde dann untrennbar in das Betriebssystem integriert und schon bald hatte jetzt Microsoft den Krieg gewonnen, denn jedes installierte Windows hatte automatisch den Explorer dabei - kostenlos.
Viele machten sich nicht die Mühe und luden einen anderen Browser dazu- der damals auch noch kostenpflichtig war.


Internet Eplorer 7

Doch dann hieß es auf einmal, dass Netscape den Sourcecode veröffentlicht hat.Dies bedeutete zweierlei: 1.) jeder, der es konnte, konnte den Netscape auf seine Bedürfnisse anpassen. 2.) der kommerzielle Gedanke war dahin, denn jeder konnte die freie Ressource anwenden. Aus Netscape wurde Mozilla und Mozilla kreierte das Open Source Projekt Firefox.
Schon bald konnte Firefo die ersten Erfolge feiern. Der kostenlose Download und der Wunsch nach microsoftfreien Produkten ließ die Gemeinde größert und größer werden. Nicht etwa, dass der Firefo fehlerfrei gewesen wäre war es, was ihn nach vorne schnellen ließ. Man hatte Geduld mit den Updates, die nach und nach die Fehler eliminierten. Mit dem Firefox 3 sind jetzt auch Feature vorhanden, die ihn wirklich zum besten Browser machen.

Herzlichen Glückwunsch Firefox!


Neuroprothetik - Hoffnung für Behinderte

Jede Bewegung, die wir ausführen - jeder Griff und jeder Schritt - hat ihren Ursprung im Gehirn. Die Signale des Gehirns auch zur Steuerung von Prothesen oder zur Bedienung eines Computers zu nutzen, um somit die Grundlagen für die Entwicklung einer Prothesenansteuerung für schwerstgelähmte Patienten zu schaffen, ist das Ziel von Carsten Mehring und seiner Arbeitsgruppe am Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience und am Institut für Biologie I der Universität Freiburg.


Dr. Carsten Mehring, Uni Freiburg

Die Wissenschaftler um Mehring nutzten zur Messung elektrischer Signale des Gehirns ein so genanntes "semi-invasives" Verfahren, die Elektrocorticographie (ECoG). "Wir suchen damit einen optimalen Kompromiss zwischen voll-invasiven und nicht-invasiven Methoden", erklärt Mehring. Bei nicht-invasiven Methoden wie dem EEG werden Elektroden auf der Kopfhaut angebracht. Das neuronale Signal wird auf der Schädeldecke gemessen und ist von entsprechend geringer räumlicher Auflösung. Bei voll-invasiven Methoden werden die Elektroden wenige Millimeter tief in das Gehirn implantiert, so dass die Aktivität einzelner Neurone oder Gruppen von Neuronen registriert werden kann. Das Signal ist sehr viel genauer und es reicht aus, um komplexe Bewegungen zu steuern. Erste klinische Studien an schwerstgelähmten Patienten wurden mit dieser Methode bereits erfolgreich durchgeführt. Noch lässt sich allerdings kaum sagen, inwiefern das Gehirn durch die implantierten Elektroden verletzt werden kann oder wie stabil die so gemessenen Signale über längere Zeit sein werden.

Beim ECoG werden die Elektroden direkt auf der Gehirnoberfläche implantiert und dringen nicht in das Gehirngewebe ein. Sie messen Spannungsveränderungen an der Hirnoberfläche, die von großen Gruppen von Neuronen hervorgerufen werden. Diese Methode ist weniger invasiv und die gemessenen Signale sind voraussichtlich über längere Zeit stabil. "Wir möchten überprüfen, ob sich diese Methode zur Steuerung von Bewegungen eignet und somit eine mögliche Alternative zu voll-invasive Methoden darstellt", erklärt Mehring und fährt fort: "Unsere Ergebnisse geben uns die Hoffnung, dass das funktionieren könnte".

Seine Untersuchungen führte Mehring an Epilepsiepatienten durch, denen zur Vorbereitung auf eine Gehirnoperation bereits Elektroden unter die Schädeldecke implantiert waren. Ihre Hirnaktivität wurde aufgezeichnet, während sie durch Betätigung eines Handgriffs mit einem Cursor einen Zielpunkt auf einem Bildschirm ansteuerten. Mit Hilfe mathematischer Algorithmen ist es den Wissenschaftlern gelungen, aus diesen Messungen Hirnsignale zu extrahieren, die mit der Cursorbewegung korrelierten und mit denen eine kontinuierliche Rekonstruktion der Bewegung möglich war.

In einem nächsten Schritt möchten Mehring und seine Kollegen nun untersuchen, wie gut sich die Strategie nutzen lässt, um nur mit Hilfe der neuronalen Aktivität einen Cursor auf dem Bildschirm zu steuern, ohne dass der Proband dabei den Arm bewegt. "Vorherige Studien zeigen, dass sich die Rekonstruktion der Bewegung aus den Hirnsignalen auf diese Weise noch verbessern läßt, weil der Proband lernen kann seine Hirnaktivität an die Cursorsteuerung anzupassen", so Mehring. "Es besteht die Hoffnung, dass, basierend auf solchen Methoden, in Zukunft eine Prothesenansteuerung oder ein Kommunikationsmittel für schwerstgelähmte Patienten entwickelt werden kann. Bis zur praktischen Anwendung solcher Geräte am Patienten müssen allerdings noch viele wissenschaftlich-technische Probleme gelöst werden".


Licht am Ende des Tunnels

Netzhautchirurgen und Ingenieure haben nach zwölfjähriger Entwicklungsarbeit die weltweit erste vollständig in das Auge implantierbare Sehprothese für Blinde erfolgreich bei Patienten implantiert. "Ist das ein Streichholz, das ich sehe?", fragte die erste Patientin, nachdem das Implantat aktiviert wurde. Die 65-Jährige aus Thüringen, die an der Retinitis pigmentosa - dem
erblichen Tunnelblick - erblindet war, erhielt am 11. September 2007 in der Augenklinik des Aachener Universitätsklinikums ein EpiRet III-System implantiert. Das Besondere an diesem von Ingenieuren der RWTH Aachen und des Duisburger Fraunhofer Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme entwickelten System ist, dass es als einziges System weltweit vollständig in das Auge implantiert wird und nicht mit Kabelverbindungen von außen versorgt werden muss. Das reduziert die Operationszeit, die Handhabbarkeit ist einfacher und die Belastungen für den Patienten sind geringer.


Uwe Thomas, Geschäftsführer EpiRet

Die Operationen wurden in einer klinischen Studie an sechs freiwilligen Patienten an der Universitäts-Augenklinik Aachen und der Universitäts-Augenklinik Essen durchgeführt. Alle Patienten waren seit mehreren Jahren an der Retinitis pigmentosa erblindet. "Die Operationen
verliefen komplikationslos und die Implantate heilten sehr gut ein", so Prof. Dr. Peter Walter, Direktor der Aachener Augenklinik. Während einer vierwöchigen Testphase wurde das System durch einen Sender von außen aktiviert und die Netzhaut wurde von Spezialisten der Neurophysikgruppe der Philipps Universität Marburg mit verschiedenen Testreizen untersucht. Dabei zeigte sich, dass bei allen Patienten Seheindrücke auslösbar waren und Muster unterschieden werden konnten. Die erforderlichen Stromstärken lagen in einem sehr niedrigen Bereich, was zeigt, dass eine lebenslange Dauernutzung des Implantates möglich sein wird.

Die Arbeiten während der Entwicklungsphase wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell gefördert. Nachdem das Konzept sich bei den ersten sechs Patienten als wirksam und sicher erwiesen hat, wurde von assoziierten Medizintechnikfirmen die Firma EpiRet GmbH gegründet. Ziel ist es, ein marktfähiges Retina-Implantat zu produzieren, um Patienten, die an degenerativen Netzhauterkrankungen erblindet sind, ihr Sehvermögen wiederzugeben.



Einmalhandy bald bei uns

Nur einmal benutzbare Mobiltelefone - der Alptraum von Umweltschützern und ein Geschäftsmodell, mit dem sich unter Umständen viel Geld verdienen lässt. Die US-amerikanische Firma Hop-On hat ein Modell im Angebot, das ohne Display auskommt und 20,- US-Dollar kostet. Nun soll es auch nach Europa kommen.
Eine erste Testbestellung über 10.000 Geräte, die von einem nicht genannten Kunden aus Europa geordert wurde, soll bereits in 60 Tagen ausgeliefert werden. Hop-on teilte mit, dass diese Testbestellung bald weitere, weitaus größere Order folgen könnten.


Peter Michaels, President von Hop-on, teilte mit, dass sonst niemand ein GSM-Telefon für 20,- US-Dollar im Angebot habe. Das für den Europamarkt gedachte Telefon ist mit Chips von Texas Instruments und Infineon ausgerüstet und arbeitet im 900/1.800-MHz-Band.

In den USA wird das Gerät, das 112 x 46 x 17 mm groß ist, mit 20,- US-Dollar Gesprächsguthaben für insgesamt 40,- US-Dollar vertrieben. Die Sprechzeit liegt bei 60 Minuten. Als Sprechgarnitur wird ein walkmanähnlicher Kopfhörer samt Mikro mitgeliefert, der mittels Klinkenstecker in das ansonsten ohne Display auskommende Gerät gesteckt wird. Die gedrückten Ziffern werden über den Kopfhörer angesagt. Eingebaut ist ein wiederaufladbarer Akku. Das Gerät hat zudem drei Status-LEDs, die die Empfangsbereitschaft anzeigen sowie anfangen zu leuchten, wenn weniger als 10 Minuten Telefonierzeit zur Verfügung stehen bzw. das Guthaben abgelaufen ist.

Wenn das Gesprächsguthaben abtelefoniert ist, kann man neue vorausbezahlte Telefonminuten dazukaufen oder das Gerät zurückgeben und erhält noch 5,- US-Dollar Restwert. Angeblich sollen die Geräte recycelt werden.

Wer das Telefon für den europäischen Mart geordert hat und was es hier kosten wird, ist noch nicht bekannt.


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