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SENDUNGSARCHIV

30.06.2008
Folge 115

Die alten Funktelefone werden bald verboten

Was war ich damals stolz, als ich mein erstes Funktelefon mein eigen nennen durfte. Es war seltsamerweise ein SONY Telefon, das ich verbilligt für 1200 DM kaufen konnte. Es hatte überzeugende Features, was mich zum Kauf bewegte: In der Ladeschale konnte ein zweiter Akku mit geladen werden, der auch noch zu allem Überfluss in der Kaufsumme dabei war. Die Idee war nicht schlecht, da man mit einem Akku wahrlich nicht lange Standby sein konnte und geschweige denn lange damit telefonieren konnte. Das machte also Sinn.

Mit diesem Telefon durfte und konnte man sorglos telefonieren, obwohl das noch lange nicht so sicher galt. Die Telekom hatte nämlich damals mit den Funktelfonen Sinus ihre wahre Qual. Die Telefone waren teuer, funktionierten aber nicht so recht.

In Konkurrenz standen die Telefone Sinus zu den amerikanischen Modellen, die jeder mitbrachte, der sich einmal in USA tummelte. Dies waren verboten, die Sinus Telefone waren erlaubt, funktionierten aber nicht.

Damals hatten die Leute, die diese amerikanischen Telefone benutzten, die auf nicht genehmigten Frequenzen arbeiteten, richtig Angst, dass sie erwischt werden. Andere wiederum sahen dies als neue Herausforderung. Sollen die doch erst mal mich erwischen. Und der Treppenwitz schlechthin war die Unfähigkeit der damaligen Post, ein funktionierendes System anzubieten. Für den User ergab sich die Wahl : ein verbotenes amerikanisches Funktelefon zu benutzen, oder ein legales, aber nicht funktionierendes Telefon zu benutzen. Auch die Anschaffungskosten variierten kräftig. Das funktionierende amerikanische System kostete so um die 100 Mark, das Sinusgerät von der Deutschen Post tummelte sich bei 1000 Mark.

Jetzt werden im nächsten Jahr die meisten der damals aktuellen Telefone verboten. Welche Typen dazugehören, ist genau festgelegt, doch es ist nicht so einfach den Typen zu ermitteln.
Wolfgang Rudolph hat hier genauer recherchiert und er wird bald an dieser Stelle  die ergänzenden Informationen einbringen.

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Hat er schon gemacht:

Die Bundesnetzagentur warnt vor Einsatz von CT1+ und CT2 Telefonen.
Diese wurden früher (1984) als schnurlose Telefone eingeführt. Inzwischen wurden sie allerdings durch den 1992 verabschiedeten Standard DECT abgelöst.
Das Verbot von älteren, strahlungsarmen CT1+- und CT2-Schnurlostelefonen, hätte abgewendet werden können. Durch einen Einspruch der Bundeszentrale für Verbraucherschutz dies wurde verschlafen.
Der Frequenzbereich für das System CT1+ (885-887/930-932 MHz) wurde inzwischen europaweit für die Nutzung durch den Mobilfunk freigemacht. Der Bereich des Standards CT2 (864,1 - 868,1 MHz) steht zukünftig Funkanwendungen kleiner Reichweite zur

Frequenzbereich   914,0 –   915,0 MHz und 959,0 – 960,0 MHz : CT1 Standard seit 1998 verboten.
Frequenzbereich   885,0 –   887,0 MHz und 930,0 – 932,0 Mhz : CT1+ ist ab 01.01.2009 verboten.
Frequenzbereich   864,1 –   868,1 MHz                                       : CT2  ist ab 01.01.2009 verboten.
Frequenzbereich 1.880,0 - 1.900,0 MHz                                      : DECT vorläufig bis 2013 erlaubt.
Erweiterungsbänder für DECT in den Bereichen 1900–1980 MHz, 2010–2025 MHz und 2400–2480 MHz

Tip
Nicht mehr zugelassene Geräte der Baureihe CT 1 sind teilweise an ihrem beachtlichen Gewicht,  an den Bezeichnungen Sinus 1 bis Sinus 5, Kennzeichnungen wie Posthorn,Z und einer Zulassungsnummer, die mit U oder V endet, bzw. einer der Zulassungsnummern A200025X, A200027X, A200465W oder A200025X, zu erkennen.

Auch hinter folgenden Abkürzungen könnte sich ein (zugelassenens) DECT-Systeme verbergen:
GAP (Generic Access Profile) bedeutet, dass DECT-Systemkomponenten – also Mobilteile und Basisstationen – unterschiedlicher Hersteller miteinander kombiniert werden können.
DMAP (DECT Multimedia Access Profile) ist ein europäischer Standard für DECT-Systeme, damit diese zusätzlich zur Sprachübertragung auch zur Datenkommunikation und für Multimedia-Dienste (Musik, Video) geeignet sind.

Weitere Informationen gibts hier:
http://www.baubiologie.net/docs/elektrosmog_Noch_zu_haben.pdf

Was kommt nach DECT?
CAT-iq (Cordless Advanced Technology – internet quality) vereint die breitbandige Datenübertragung und Festnetztelefonie, indem der herkömmliche DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) Standard um VoIP und andere Internet-basierte Dienste erweitert wird.

Weiter geht's mit Wolfgang Back
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Und jetzt kommt das Damoklesschwert:

Ab kommenden Januar sind analoge Funk-Telefone nach dem CT 1 und CT 1+ Standard und die selteneren CT 2 Telefone in Deutschland verboten: Die genutzten Funkfrequenzen sollen für Mobilfunkgeräte zur Verfügung stehen.
Die digitalen DECT Telefone sollen noch bis 2013 erlaubt sein, danach erlischt auch für diese Schnurlostelefone die Betriebserlaubnis. Doch auch die analogen Funk-Telefone sind laut Erfahrung noch verbreitet und in Benutzung: Sie gelten als deutlich strahlungsärmer als die modernen DECT-Telefone.

Wer seine analogen Geräte auch nach dem 31.12.2008 weiterbenutzt, muss mit hohen Strafen rechnen: Dies stellt einen Verstoß gegen das Telekommunikationsgesetz dar und die Telefone können zu Störungen führen, für deren Aufklärung der Störer zahlen muss. Das kann schnell einige tausend Euro ausmachen.


Virtuelle Welten können vielleicht einmal real werden

In der heutigen Sendung ist wieder ein hochinteressantes Dagstuhl Thema, das wir mit Prof. Guido Brunnet als Telefonpartner führen konnten. "In der heutigen Sendung ist wieder ein hochinteressantes Dagstuhl Thema, das wir mit Prof. Guido Brunnett als Telefonpartner führen  
konnten. Schloss Dagstuhl ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft, in der zurzeit 82 führende außeruniversitäre Forschungsinstitute und wissenschaftliche Serviceeinrichtungen in Deutschland vertreten sind. Dagstuhl veranstaltet jede Woche Seminare zu aktuellen Themen der
Informatik, bei denen hochrangige Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen kommen, um über neueste Forschungsergebnisse zu diskutieren."


Schloss Dagstuhl bei Wadern im Saarland

Ein Thema vor einigen Wochen war die Virtuelle Realität. Ich erinnere mich, dass dieser Themenblock schon öfter Hoch- und Tiefzeiten hatte. Vor 10 Jahren oder mehr geisterte überall der Datenhandschuh herum, mit dem man Dinge vollbringen konnte, die nicht hier vor Ort passierten, sondern durch die Zusammenschaltung von schnellen Leitungen ermöglicht wurde. Damals konnte man bereits mit haptischen Reaktionen hantieren. Wenn man seinem Partner im Netz die virtuelle Hand gab, so verspürte man gar die Gegenreaktion: der Handschuh erzeugte eine Gegenreaktion, so dass eine "ähnliche" Empfindung auftrat, als hätte mir der Partner die Hand gegeben

Am Telefon begrüßten wir Prof. Guido Brunnet, der in Chemnitz den Lehrstuhl für Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung innehat. Das Thema Virtuelle Realität ist für ihn ein noch nicht abgeschlossenes Themengebiet, denn hier werden noch viele Entwicklungen erwartet. Zum Teil lässt sich diese Thematik von der reinen Technik her betrachten, zum Teil ist es aber auch ein philosophisches Gebiet.
Was ist Realität? Können wir das immer mit Gewissheit sagen? Wir wissen, dass ein Hund die Welt viel besser mit der Nase erfährt. Das ist seine Realität. Wir als Menschen können da nicht mithalten.
Andere Tiere haben andere Fähigkeiten, die uns nicht gegeben sind. Eine Fledermaus nutzt Ultrschallsignale, um Beute auszumachen, eine Taube nutzt ein inneres Navigationssystem. Für diese Tiere ist das alles selbstverständlich und gehört zu ihrer Realität.
Wir wissen, dass unsere Augen nur ein schmales Wellenband bedienen, wir wissen, dass unsere Ohren nur ein schmales Audioband bedienen, wir wissen, dass unsere Geschmacksnerven nicht immer ausgebildet sind, wir wissen, dass unser Geruchssinn zwar vieles zustande bringt, doch ist er nicht leicht reproduzierbar.


Prof. Dr. Guido Brunnet, TU Chemnitz

Wird es die Technik schaffen, einige unserer Erfahrungen zu synthetisieren? Wird man in einigen Jahren auf lange ermüdende Fahrten zu einem Meeting verzichten? Wird man per Konferenz das meiste berufliche Tun zusammenschalten und diskutieren? Wird man durch eine verbesserte 3D Animation evtl. auf Reisen in fremde Länder verzichten können? Wird man einen Maya Tempel in Südamerika evtl. besser erkunden können, wenn man eine großartige VR Animation nutzt?
Ein wahrlich interessantes Thema, das heute in der Sendung angesprochen wird.

Um aufzuzeigen, dass nicht alles, was sich mit VR beschäftigt, so hoch gehängt sein muss, wie eben in Beispielen gezeigt, habe ich hier ein praktisches Thema herausgesucht, das schon zwei Jahre alt ist. VR im Dienste der Schuhmacherbranche.

Die Musterproduktion für ein Schuhmodell ist ein kostspieliges und oft auch langwieriges Unterfangen. Das Forscherteam um Prof. Dr. Guido Brunnett, der die Professur für Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung an der TU Chemnitz inne hat, arbeitet mit seinem Forschungsteam daran, das Schuhdesign über eine virtuelle Präsentation zu perfektionieren und kostengünstiger zu gestalten.

Durch das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit über die AIF geförderte Projekt sollen Industrie und Handel in naher Zukunft enorme Kosten und Zeit bei der Musterproduktion von Schuhen einsparen. Um die neuesten Forschungsergebnisse mit Schuhproduzenten und Händlern zu besprechen, präsentieren die Chemnitzer ihr Projekt vom 15. bis 17. September 2006 auf der Schuhmesse GDS in Düsseldorf.

Auf der Ausstellungsfläche des Projektpartners Prüf- und Forschungsinstitut Pimasens in Halle 12 werden die Forscher um Prof. Brunnett den Messegästen auf einer 2 mal 3 Meter großen Rückprojektionswand zeigen, wie die VR-basierte Modellierung virtueller Schuhmodelle die Entwurfsfindung unterstützen kann. Dabei geht es insbesondere darum, möglichst früh Fehlentwicklungen bei der Modellherstellung zu vermeiden.

"Heutzutage benötigen die Hersteller etwa fünf Monate für die Entwicklung einer Kollektion. Enorme Zeit könnte eingespart werden, wenn die Entwicklung der einzelnen Komponenten parallel verlaufen würde", so Projektmitarbeiter Horst Wagner. Schon jetzt arbeiten Unternehmen mit modernen rechnergestützten Konstruktionssystemen (CAD-Systeme), die zwar eine 3D-Darstellung von einem Schuhmodell ermöglichen, aber keinesfalls eine komplette stereoskopisch-fotorealistische Darstellung mit allen Komponenten im Zusammenspiel.

Prof. Dr. Guido Brunnett
Graphische Datenverarbeitung und Visualisierung
Fakultät für Informatik  Technische Universität Chemnitz        
D-09107 Chemnitz
Fon: +49 (371) 531 31533       Fax: +49 (371) 531 25719
E-mail: brunnett@informatik.tu-chemnitz.de
Web: https://www.tu-chemnitz.de/informatik/GDV/


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