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11.08.2008
Folge 121

Wir haben keine Angst vor der chinesischen Zensur - wir werden bereits zensiert

Mit Peter Welchering haben wir einen guten Mitarbeiter im Team. Er ist ein vorzüglicher Jouranalist und kennt sich wirklich auch in heiklen Themen aus. Ein aktuelles Thema ist ja im Moment die Internetzensur in China. Welchering war im letzten Jahr in China im Vorfelde der Olympischen Spiele in dem Zentrum der dortigen Organisation. Er konnte sogar mit einigen Verantwortlichen der Internetorganisation sprechen.
Normalerweise sind 30000 Zensoren am Werk, die darauf achten, dass nichts unerwünschtes zu den Chinesen durchgeleitet wird. Der Aufwand ist immens. Alle IP Pakete werden auf Schlüsselwörter gescannt, Lieferanten von unerwünschten Informationen werden dauerhaft ausgeblendet.
Er schätzt, dass jetzt zu den Olympischen Spielen, weitere 50000 Zensoren ihre Arbeit tun werden.


Peter Welchering, freier Journalist

Die internationalen Journalisten werden natürlich extra behandelt. Für sie werden die Heimatzeitungen freigeschaltet, die sonst kein Chinese zu sehen bekommt.
Schön ist es zu hören, dass einige Aktivisten es doch für mehrere Stunden geschafft haben, das System auszuhebeln, indem sie mit neu aufgesetzten Proxys Informationen durchschleusten.
Und Peter Welchering konnte auch ergründen, dass die CCZwei Webseite in China nicht zu den "geliebtesten" Seitenin den Augen der Zensoren ist.
Das ist eigentlich ein Kompliment für uns.


SaaS - Software as a Service

Im Regelfall erwirbt man mit dem umgangssprachlich ausgedrückten Kauf einer Software lediglich die Lizenz zur Nutzung einer Software, jedoch nicht die Software selber. Damit die Software genutzt werden kann, muss sie jedoch dem Käufer der Nutzungslizenz zur Verfügung gestellt werden.
In der Regel geschieht das heute mit einem Installationspaket. Der Käufer hat dafür zu sorgen, dass er eine EDV-Umgebung bereitstellt, auf der die Software installiert werden kann. Der Käufer hat ebenfalls für die Betreuung dieser EDV-Umgebung zu sorgen und die nötige Wartung, Installationen, Aktualisierungen, Anschaffung und Erneuerung der Hardware vorzunehmen.

Das Modell Software as a Service verfolgt im Gegensatz dazu den Ansatz, dass die Software bei einem Dienstleister betrieben wird. Der Endbenutzer benötigt nur noch eine minimale EDV-Infrastruktur für den Zugriff auf die bereitgestellte Software: PC oder Notebook mit Internetanbindung, respektive ein Endgerät, das Terminal-, Webbrowser- oder Java-fähig ist. Diese Endgeräte werden auch Thin Client genannt.

Dieses ist nicht neu. Die Ideen dazu gab es schon sehr viel länger. Der sogenannte Netzcomputer sollte ein einfacher Rechner sein, der seine Intelligenz aus dem Netz bezieht. Dazu gehörte auch, dass er Softwaremodule sich quasi "leiht" und sie per Netz bezieht. Doch damals hapertes es noch an dem "always online" des Internets. Flatrate war zu jener Zeit ein Traum, den keiner verwirklichen konnte. Heute aber kann das Thema wieder angegangen werden, denn in nur wenigen Jahren stieg die Flatrae zum Normalbetrieb bei den Deutschen auf.
Auch bei 1&1 denkt man verstärkt über dieses Thema nach. Wir konnten in einem Telefoninterview mit dem Pressesprecher Web Hosting bei 1&1, Andreas Maurer sprechen.


Andreas Maurer

Wird eine Softwarelizenz erworben, ist der Hersteller dieser Software nur verantwortlich für das fehlerfreie Arbeiten dieser Software unter den von ihm beschriebenen Systemarchitekturen. Der Käufer entscheidet selber, ob er diesen Anforderungen folge leistet oder nicht, und kann für etwaige dadurch folgende Fehlleistungen den Anbieter der Software nicht haftbar machen. Der Betreiber einer Software als Dienstleister oder Provider verpflichtet sich vertraglich gegenüber seinen Kunden, die Software in genau dieser Infrastruktur zu betreiben. Im Gegensatz zum Outsourcing, wo ebenfalls über die Servicelevel verhandelt wird, setzt nicht der Kunde die Servicelevel fest, sondern der SaaS-Anbieter.

Der Grund ist, dass die Philosophie des SaaS auf eine einzelne Applikation zielt, die vielen Kunden angeboten werden kann, und erst nachgelagert auf eine gesamtheitliche Betreuung aller relevanten Softwareapplikationen ausgedehnt werden kann.

Als eine Musteranwendung wurde immer die Textverarbeitung angeführt. Ohne dass man als User sich um gerade aktuelle Version kümmern muss, überlässt man dies dem Provider, der natürlich lokal für viele Anwender den neuesten Stand vorhalten kann. Dies könnte letztendlich zu einer kompletten Änderung des Softwaremarktes führen. Das könnte auch Microsoft empfindlich treffen. Wenn man nur noch die gerade benötigten Module lädt, so wird der Preis bis zuu einer Vollversion von MS Office lange nicht erreicht werden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der "Deutsche" auf diese Veränderung einstellt.


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