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02.10.2006
Folge 11

WEB 2.0 - mehr als nur Spekulation?

Plötzlich war der Begriff geboren und alle reden mit. Tim O'Reilly und Dale Dougherty vom Computer-Fachverlag O'Reilly erfanden den Begriff im Frühjahr 2004.

Seitdem hat er sich geradezu inflationär verbreitet. Gibt man den Begriff  „Web 2.0“ bei Google ein, dann wirft die Suchmaschine 13.300.000, also über 13 Millionen, Seiten aus.

Für viele ist das Web 2.0 nur eine konsequente Weiterentwicklung der Technik von gestern Andere sehen neue Qualitäten in der Betrachtung von Web 2.0.

Einmal hörte ich schon: Microsoft, das ist Web 1.0 und Google das ist Web 2.0. Natürlich haben sich Dinge verändert und sie sind vollkommen neu in unseren Alltag eingedrungen.

Der etwas „überspitzte“ Tagesablauf eines Web 2.0 Nutzers könnte heute schon so aussehen: Abends schon lädt er seine abonnierten Podcasts aus dem Netz auf den MP3 Player, damit er in der U-Bahn , im Auto oder auf dem Fahrrad „frisches Futter“ für seine Ohren hat.

Am Arbeitsplatz nutzt er einen RSS-Feed, um die geposteten Nachrichten zu lesen. Seit einiger Zeit lässt er seine Emails bei Google – Mail. Mit einer intelligenten Suche kann er die wichtigsten Meldungen heraussuchen lassen. Bookmarks stellt er schon lange nicht mehr selbst in den Browser. Er nutzt die Lesezeichen seiner Community, die immer besser werden. Die wenigen Einträge, die er doch selbst geschrieben hat, stellt er der Community zur Verfügung. Warum soll er sich die viele Arbeit machen? Sein WORD hat er längst vom Computer runtergeschmissen. Briefe an jemanden schreibt er heute Writely, ein browserbasiertes Programm. Die Nutzung ist kostenlos und kann im Netz gemeinsam mit anderen daran arbeiten.

Den Brockhaus mit seinen 15 dicken Bänden hat er gerade noch günstig bei eBay verkaufen können. Ihm genügen die Angaben aus der Wikipedia, der Online Enzyklopädie , falls er etwas genauer wissen will. Für das Abendessen braucht er keine persönlichen Tipps mehr, das macht die Community, indem sie in Google Maps die Plätze einsieht, die dort von anderen Usern beschrieben sind. Die Tageszeitung hat er übrigens auch abgeschafft, denn das ist ja alles schon veraltet und man bekommt viel zu viel, was einen gar nicht interessiert. Er kennt da im Netz ein paar Dienste, die Informationen liefern, die genau auf ihn zugeschnitten sind.

Wenn er dann doch einmal in den Urlaub fährt, so braucht er kein Reisebüro mehr, er sieht sich die Hotels im Internet an, klickt auf den 360 Grad Knopf und lässt sich das Zimmer von allen Seiten als Panoramabild zeigen. Dann bucht er das Hotel  und natürlich auch den Flug. Vielleicht ruft er noch Google Earth auf, um sich die Umgebung etwas genauer anzusehen. Und nach de Ferien werden die Urlaubsbilder nicht mehr entwickelt oder gar auf Papier abgezogen. Sie kommen bequem in ein Webalbum und das Passwort für den Zugang der Freunde wird gemailt. Über den Local Based Information Kanal  kann man sehen, wer von den Buddys sich wo herumtreibt und ob es Sinn macht, sich mit ihm zu treffen.

So futuristisch, wie das vielleicht klingt, ist es heute gar nicht mehr. Alles ist möglich und wenn das WEB 2.0 ist, dann hat es unser Leben schon sehr verändert.

In der Sendung sprechen wir mit Uli Klinkhammer, Geschäftsführer des Internetproviders Kontent.de. Auch er konnte nicht genau sagen, was das Web 2.0 ist.



Doch er vermittelte interessante Ansätze. Der Unterschied zu dem Vorgängernetz kann auch so gesehen werden, dass vorher zentral von wenigen bestimmt wurde, was anschließend viele nutzten.

Bei Web 2.0 machen viele mit und bestimmen damit eine Community. Podcast, Fernsehen, Drucken, veröffentlichen usw. kann heute jeder mit Mitteln von WEB 2.0.Eine Zentralstelle wird nicht mehr benötigt.

Letztendlich ist dies die gelebte Demokratie.

Manche schöne Idee kann auch unterlaufen werden. So brachten wir ein, dass eine schlechte Bewertung bei eBay wieder eine schlechte Bewertung nach sich zieht. Da muss man auf mehr Einsicht appellieren und auch mal zugeben, dass die Berwertung wohl richtig war.


Er appellierte auch an mehr Vertrauen und Ehrlichkeit in der Gemeinschaft. Wir müssen solche Begriffe wieder lernen, wenn diese neue Community funktionieren soll. Man hört es derzeit öfter, dass diese alten Tugenden wieder neu belebt werden. Vor allem auch in Schulen sollten die Kinder dazu erzogen werden.

Ein positiver Ausblick könnte diese neue Entwicklung beinhalten. Es wird auch wieder mehr Geld in neue Ideen gesteckt. Es ist leichter geworden, in USA Risikokapital aufzutreiben für Ideen, die mit WEB 2.0 zu tun haben.

Aber manche Kritiker warnen auch schon davor, dass die neue DotCom Blase wieder platzen könnte – so wie 2000/01. Warten wir’s ab.


Free TV bald nicht mehr free?

Vor ein paar Tagen wurde die Diskussion wieder angestoßen.

SES, der Luxemburger ASTRA Bertreiber will seine Plattform gebührenpflichtig machen. Das, was man bisher als Free TV empfangen konnte, soll jetzt im Monat 3.50 € kosten. Offenbar hat sich die RTL Gruppe schon dafür entschieden.

Ausschlaggebend ist wohl der Werbeeinbruch bei den Sendern. Das Budget der Werbeagenturen wurde start gestrichen und daher leiden die Sender unter den Sparmaßnahmen. Natürlich hat das Konsequenzen für den Verbraucher. Er  muß dafür sorgen, dass seine Fernsehgeräte entsprechende Boxen erhalten, um die verschlüsselten Programme wieder darstellen zu können. Natürlich muss man dann für jedes Gerät die monatliche Gebühr von 3.50 € bezahlen.

Ob dieses Modell überhaupt in Deutschland tragbar ist, bleibt dahingestellt. Fakt ist: in Deutschland ist es schwer, Zuschauer an das Pay TV heranzuführen, weil bisher zu viele freie Sender empfangbar waren. Wer GEZ bezahlt, der will wahrscheinlich nicht noch mal das gleiche für seine 5 Fernsehgeräte in der Wohnung bezahlen. Es könnte sein, dass sich die Sender dort stark verkalkulieren.

Vielleicht aber ist dies alles schon geeignet, dem neuen Fernsehstandard IPTV die Bahn zu ebnen. Dort wird es dann möglich sein, bestimmte Sendungen z.B. von RTL als Einzelware zu beziehen. Ein „Wer wird Millionär“ dann vielleicht für 15 oder 20 Cent. Es bleibt auf jeden Fall abzuwarten, wie sich diese Welt des Free TV entwickelt. Dann können wir auch das Wort aus unserem Sprachschatz tilgen. Dann heißt es nur noch Pay TV.

Word macht es schon vor. Während es Free TV kennt und es ohne rote Kringel belässt, stört es sich an Pay TV – und zwar an dem Begriff Pay. Das kann man dem Word aber schnell beibringen, wahrscheinlich schneller als uns Zuschauern.


Die Entwicklung der Laptops

CCZwei hatte die Möglichkeit, den Entwicklungsleiter und Chefingenieur Europa der Fa. Panasonic in Cardiff in England zu interviewen. Die Antworten waren recht interessant und sie entsprachen auch unseren Erwartungen. Die Laptops der Zukunft werden immer mehr

Die Desktopmaschinen verdrängen. Sie werden sehr leicht und damit sehr mobil sein.

Es ist bald selbstverständlich, dass der Rechner ständig im Netz ist. Damit sind dann auch einige der oben beschriebenen WEB 2.0 Voraussetzungen gegeben. Z. B. wird man nicht mehr alle Software auf dem Rechner haben, sondern sich bei Bedarf über das Netz bedienen.

Wichtig ist natürlich, dass die Schnittstelle Monitor verbessert wird. Wer mobil sein will, der muss einen hellen Bildschirm haben, damit er auch Outdoor im Sonnenlicht mit dem Laptop arbeiten kann.

Bei Panasonic konnten wir einen neuen Bildschirm betrachten. Die Helligkeit des Displays betrug 1000 candela. Dieser Wert ist extrem hoch, wenn man bedenkt, dass die normalen Kaufhausmonitore so um die 250 bis maximal 300 candela haben. Man konnte diesen Bildschirm mit in die Sonne nehmen und das Bild war noch klar zu sehen, so als hätte man eine Zeitschrift in der Hand.

Für einen Technologiersatz von LCD hin zu OLED ist es noch zu früh. Die organischen Leuchtdioden sind noch nicht haltbar genug. Vor allem die blauen Dioden haben eine viel kürzere  Lebensdauer als grünen und vor allem die roten, die heute schon mehrere Jahre halten. Aber der Vorteil der geringen Energieaufnahme, der hellen Leuchtkraft und der Möglichkeit, die Leuchtfläche auf eine Folie aufzubringen, wird die Ingenieure anspornen, auf diesem Gebiet schnell Fortschritte zu machen.

Vielleicht muss man dann auch weniger Sorgfalt aufwenden, was den Akku angeht, denn die Stromaufnahme von OLED’s ist bedeutend geringer. Mit den Akkus hatte Panasonic ja auch etwas Pech. Kurz nachdem ich Deutschland zurückwar, kam die Meldung, dass neben Dell und Apple nun auch die Probleme mit den Lithium Ionen Akkus hatte und 6000 zurückrufen musste.


Irgendwann werden wir die Energieversorgung unserer Rechner auch per Brennstoffzelle erledigen. Die ersten Muster sind bereits vorgestellt. In einem der CC1 – Sendungen zeigten

Wir bereits ein Modell der Fraunhofer Gesellschaft. Ein bisschen flüssigen Wasserstoff im Drucktank und schon arbeitet die Brennstoffzelle.


Da ist mir letztens ein schönes Erlebnis passiert. Bei einer Zugfahrt von München nach Köln saß mir jemand gegenüber, der ständig an seinem Laptop herumfummelte. Irgendwie war er nicht zufrieden mit seinem Gerät. Er murmelte sogar ein paar Flüche daher. Und ständig machte er hinten am Laptop eine Klappe auf, die ich sonst noch nie gesehen habe. Er drehte daran herum; doch ich konnte nicht genau sehen, um was es da ging.

Und dann ging mir ein Licht auf. Er holte aus seinem Aktenkoffer eine kleine Gasflasche heraus und ersetzte das Modell im Laptop. Übrigens waren in seiner Aktentasche mindestens zehn dieser Fläschlein.

Jetzt war ich mir sicher. Es ging wohl um das Modell Brennstoffzelle von Fraunhofer. Ich sprach ihn daraufhin an. „Die Brennstoffzelle macht wohl noch ein paar kleine Probleme“. Er wunderte sich, dass ich zielgerecht hinter dem Wasserstofftank eine Brennstoffzelle vermutete. So kann man manchmal Leute verblüffen, wenn man einen bestimmten Vorlauf hat. Jedenfalls entwickelte sich während der Fahrt ein sehr interessantes Gespräch.


Dr. Fischer von Panasonic sprach auch von Brennstoffzellen, die uns einmal in den Laptops der Zukunft über lange Zeit mit Energie beliefern werden. In dem Interview stellte sich heraus, dass Panasonic einen eigenen Weg geht bei der Zusammenstellung der Laptops. Sie achten darauf, dass weitgehend alle Bauteile aus ihrer eigenen Fabrikation stammen, weil sonst sehr schnell eigenes Knowhow verloren geht. Im Gegensatz zu vielen Herstellern, die nach Tagespreisen die Festplatten hier oder da bestellen, die Displays mal von dem und dann von dem nehmen, versuchen sie die Festplatten eben selbst zu bauen, die Displays selbst zu entwickeln. Das, so ist die Meinung, führt nicht zum riesigen Massenprodukt, sondern es erfüllt die Erwartungen der Profis, die Laptops im täglichen Einsatz haben. Die Fehlerrate konnte dadurch kräftig gesenkt werden.


Klicktel und die geschützten Daten!!

Es gab mal eine Meldung, über die wir uns in der Redaktion halb krank gelacht haben. Da behauptete die Fa. Klicktel, sie habe in China Telefonbücher abschreiben lassen, um auf einer CD das gesamte Telefonverzeichnis anbieten zu können. Wir glaubten das nicht und ich glaube es auch heute noch nicht, obwohl Bilder in Umlauf gebracht wurden, wo da so arme kleine Chinesinnen an einem Computer saßen und offenbar irgendwas tippten.

Es war nämlich verboten, eine bestehende Datenbank einfach zu kopieren. Das hätte wahrscheinlich große Auseinandersetzungen gebracht. Doch ich kann mich entsinnen, dass da Einträge gefunden wurden, die zwar auf der CD eines anderen Herstellers, jedoch nicht im Telefonbuch, das in China abgeschrieben sein sollte. Das machte viele skeptisch. Und dann kam die CD mit der Revers Suche. Ich verfolge zum Beispiel ein Mädchen, an das ich ran kommen möchte, sie verschwindet in einem Haus mit der Hausnummer 10. Ich gehe nach Hause, werfe den Computer an und tippe Ort, Straße plus Hausnummer ein und schaue nach, wer da wohnt. Wenn ich Glück habe, gibt es dort nur eine weibliche Person und ich starte meinen Telefonterror.....

Das wurde dann Gott sei Dank verboten und heute ist es wieder erlaubt. Wolfgang Rudolph hat da seltsame Erfahrungen gemacht. Obwohl er der Veröffentlichung seiner Telefondaten explizit widersprochen hatte, fand er sich auf der Klicktel CD. Wie kann das sein, wo ist die undeichte Stelle? Er berichtete dies dem Datenschutzbeauftragten, der ziemlich dumm  reagierte. Er empfahl ihm, dagegen zu protestieren, als ob er das nicht schon längst gemacht hätte. Klicktel reagierte recht mürrisch, als Wolfgang Rudolph verlangte, die Telefonnummer zu entfernen. Diese geschah eine Woche später. Doch wer jetzt nach Rudolph suchte, der bekam ein Bild gezeigt mit einem roten Punkt, der genau auf sein Wohnhaus zeigte und die Aussage: „Dieser Eintrag wurde gelöscht“. Wolfgang Rudolph hat dann Anzeige gegen die Firma erstattet. Und jetzt wartet er, dass sich bei der Staatsanwaltschaft etwas bewegt. Wir werden sicherlich das Thema noch einmal aufgreifen, denn wie immer „wehret den Anfängen.....“


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