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29.12.2008
Folge 141

Die Mutter aller Netze - das Internet. mit Klaus Birkenbihl

Das Thema war lange schon in der Pipeline. Natürlich haben wir einiges dazu zu sagen, denn schließlich haben wir mit dem Computerclub die Geburt des WWW mitverfolgt. Natürlich ist "das Internet" älter als der Termin in den 90er Jahren, der gerne als Beginn des Internets angegeben wird. Das Internet, auch wenn es damals noch nicht so hieß, kann man auf das Jahr 1958 zurückdatieren, als die Russen mit ihrem ersten Satelliten im All den Amerikanern einen Schock versetzten.
Jetzt ging es plötzlich ganz schnell. Der kalte Krieg zwischen den Supermächten musste mit Gewalt gewonnen werden. Die Militärs in Amerika wurden mit viel Geld ausgestattet und sie starteten das sogenannte ARPA Net. Es sollte damit auch eine Möglichkeit geschaffen werden, Informationen so zu speichern, dass bei Zerstörung eines Rechenzentrums die fehlenden Daten aus anderen Rechenzentren wieder zugeführt werden konnten.


Die 3 von der Tankstelle. In der Mitte Klaus Birkenbihl

Dieser Abschnitt wurde komplett mündlich diktiert, so dass sich vielleicht der eine oder andere Schreibfehler eingestellt hat.

Das Internet begann für uns in den achtziger Jahren, als die Daten Fernübertragung so langsam interessant wurde. 1983 stellten wir kommen kommen vor. Das war einer der ersten deutschen Mailboxrechner. Er hat in seiner Lebenszeit bis in die Neunzigerjahre mehrere Millionen Telefonanrufe entgegengenommen und viele Informationen verteilt. Die Daten fern Übertragung von noch mit Modems schwarz oder ganz am Anfang sogar mit Akustikkoppler. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung war gerade zufällig mit 300 Bit/s ging es los, man sagt auch 300 baud dazu. Ich war eine Geschwindigkeit, bei der man noch mitlesen konnte, was die Gegenstelle zurückschickte. Das ging eigentlich auch gar nicht anders, denn wir hatten keine Speicherplätze, wo wir das gelesene hätten hinspeichern können.
Später dann erhöhten die eingesetzten Modems ständig ihre Geschwindigkeit. Bei BTX war es bereits 1200 Bit/s im Download und nur 75 Bit/s im Upload. Schon bald kam 2400 Bit/s, dann 4800 Bit/s längere Zeit hielt sich dann 9600 Bit/s schließlich landete man bei 57.000 Bits/s. Das war immerhin schon fast ISDN Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit war eine Sache, die beim Internet surfen etwas ausmacht. Die zweite Sache war natürlich der Zugang zum Internet. Am einfachsten gegen das längere Zeit über das Netz von Bildschirmtext.
Und damit bekamen wir gemächliche Bildschirmtext plötzlich sehr viele neue User. Im Jahre 2000 konnten wir den 1.000.000. BTX User in einer Feier in Königswinter begrüßen.
Doch das Internet war am Anfang nicht kostenlos. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, wo 1 min Internet so ungefähr 1,60 DM kostete. Der Traum von einer Flatrate konnte lange nicht eingelöst werden. Wir müssen dort immer auf Amerika verweisen, oh so etwas bereits gang und gäbe war. Eigentlich rechnete kaum jemand damit dass es später waren wirklich so schnell bei uns vorwärts ging. Heute haben wir uns daran gewöhnt mit 16 Mb/s oder noch mehr zu dürfen. Damals begann alles sehr sehr gemütlich. Der DDR hatte eine halbe ISDN Leitung zu einem Provider in Köln PORZ geschaltet. Das bedeutete also 64 kb/s für den gesamten Westdeutschen Rundfunk. Natürlich gab es damals um 1994 herum nur sehr wenige User. Als dann ein paar Jahre später die Rede von einem Anschluss mit 1 Mb/s war, da dachte ich an einen Traum, den ein Privatmann wahrscheinlich nie erleben wird.
Ende der Neunzigerjahre sah ich zum ersten Mal in Darmstadt im Future Lab eine ADSL Verbindung. Man zeigte uns eine Holzrolle, auf die 6000 m Telefonkabel gewickelt war. Dann schloss man an der einen Seite des Kabels mit Krokodilklemmen den Ausgang einer Kamera an und auf der anderen Seite machte man die Verbindung zu einem Fernsehgerät. Dazwischen war etwas Elektronik. Und das was wir nie für möglich gehalten hätten, passierte dann. Das Kamerabild war mehr oder weniger gut auf der anderen Seite zu sehen. Unglaublich-was soll über eine einfache Kupferleitung funktionieren? Aus dem schlimmen Wort ADSL (Analoge Digitale Subscriber Line) wurde dann das leichter auszusprechende DSL.
Man muss sich vorstellen das plötzlich aus den gemächlichen 57 kb/s mehr als zehnmal so schnell, nämlich 768 kb/s, das Surfen ermöglicht wurde. Jetzt liefen auch schon die Videos viel besser, der Sound ruckelte nicht mehr und alles war wirklich viel viel besser.
Das Jahr 2000 war sicherlich ein großer Meilenstein. Zum einen sprach man von dem Chaos, das die Computer anrichten werden, weil ihr Datum nicht richtig eingegeben wurde, zum anderen begann aber auch eine Revolution im Netz ist. So nach und nach setzte sich der Begriff Web 2.0 durch. Neue Applikationen machten das Internet noch interessanter. EBay kam als Versteigerungsplattform hinzu und veränderte die Welt. Google Earth ermöglichte völlig neue Einblicke auf die Erde von oben. Alle Kommunikationsformen wurden verändert. So verlor so langsam die Internettelefonie den Charakter einer Ruckelverbindung


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