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30.03.2009
Folge 161

Wie digitale Musik besser interpretiert werden kann

In der heutigen Sendung ist wieder ein hochinteressantes Dagstuhl- Thema, das wir mit Dr. Jörg Garbers als Telefonpartner führen konnten.



Dagstuhl veranstaltet jede Woche Seminare zu aktuellen Themen der Informatik, bei denen hochrangige Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen kommen, um über neueste Forschungsergebnisse zu diskutieren.

In dem Dagstuhl-Seminar wurde die Computer-basierte Speicherung und Verarbeitung von Musik studiert. Hierbei ging es nicht um Audiosignalverarbeitung, sondern um die Modellierung von musikalischen Fähigkeiten, die etwa zur Komposition, zur Analyse und  Performance von Musik, und zur Erforschung musikalischer Zusammenhänge benötigt werden, aber auch um kognitive Prozesse, die implizit bei Musikern und Musikhörern ablaufen.

Die bisher entwickelten Formate wie MEI, MusicXML, MPEG7 kodieren bereits viele Merkmale von Musik, jedoch gibt es neuerdings bessere Ansätze um Musik zu repräsentieren. Diese Ansätze passen zu den Prinzipien der Wissensrepräsentation, d.h. die Spezifikationen  
berücksichtigen explizit Interferenzsysteme; das sind Systeme, die es  erlauben, Rückschlüsse zu ziehen und Daten genauestens zu interpretieren. Gerade der Interferenzansatz ist immens wichtig: die Kodierung von Daten ist wertlos ohne eine Methode zur Interpretation.

Ein wichtiges Anwendungsgebiet liegt im Bereich kritischer digitaler Editionen von Musik: während Papiereditionen nur eine ausgewählte statische Sicht auf eine Komposition bietet, erlauben digitale  Editionen eine komplette Repräsentation des Quellmaterials und bieten  
darüber hinaus verschiedene Sichten, die automatisch generiert werden können. Passende Wissensrepräsentationen unterstützen dann die Inferenz fehlender Informationen, die für das moderne Studium und die Ausführungspraxis essentiell sind, wie z.B. nicht notierte Tonwechsel in der Renaissancemusik, Stimmführung in Griffschriften für Lauten  
und Realisierung durch einen Generalbass implizit gegebener Akkorde. Ebenso sollen Vorschläge gemacht werden können bei unklaren, illegalen, beschädigten und verlorener Passagen. Letztendlich unterstützt eine passende Wissensrepräsentation eine große Anzahl  
musikanalytischer und musikvergleichender Abfrage-Methoden, auf denen Music-Information-Retrieval-Systeme basieren.
Etwas mehr praktische Anschauung brachte der Einsatz von Prof. Wiering, der das Interview von seinem Mitarbeiter Garbers machen ließ, dann aber ein holländisches Volkslied intonierte.


Prof. Wiering, Universität Utrecht


Reporter ohne Grenzen haben ein waches Auge

Die Organisation Reporter ohne Grenzen ist ein wichtiger Zusammenschluß, um unsere Grundrechte zu wahren. Auf der Homepage beschreiben sie ROG in der Rubrik "Wir über uns" mit diesen Worten:

1985 im südfranzösischen Montpellier von einer Hand voll Journalisten gegründet, ist Reporter ohne Grenzen heute eine weltweit agierende Menschenrechtsorganisation. Ein Netzwerk aus über 120 Korrespondenten, vier Büros und neun Sektionen. Wir  setzen uns rund um den Globus für Meinungs- und Pressefreiheit ein. Unser Hauptsitz ist in Paris; seit 1994 ist die deutsche Sektion von Berlin aus tätig.

Meldungen - wie die untenstehende - würden vielleicht lokal verhallen. Durch den Einsatz von ROG erhalten sie ein weltweites Echo. Auch die Hinweise auf die Zensur des Internets in China während der Olympischen Spiele in Peking im vergangenen Jahr wurde durch ROG bekannt.

26.03.09 - Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über den Mord an Anil Majumder am 24. März abends in Guwahati, der Hauptstadt der Provinz Assam, im Nordosten des Landes. Der Chefredakteur der lokalen Tageszeitung „Aji“ wurde von unbekannten Männern erschossen, als er von der Arbeit nach Hause kam.

China ist nach wie vor zum Dauerthemadenn hier scheint sich Besserung einzustellen. Auch wir wurden von der Zensur erfasst. Der cczwei hatte sich erlaubt, einige kritische Worte zu deren Internetpolitik zu vermelden. Doch wir erhalten immer wieder Emails von Deutschen, die in China arbeiten und den Weg um die Zensur herum finden.


Wir konnten mit der Referentin für Pressefragen, Anja Viohl, von ROG sprechen.

Auf der Homepage von ROG http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ findet man eine aktuelle Statistik, wieviele Journalisten unter ihrer Arbeit zu leiden haben. Die 69 Online Dissidenten gehen fast alle auf das Konto China.  
Barometer 2009
16 Journalisten getötet
0 Medien-Assistenten getötet
143 Journalisten inhaftiert
9 Medien-Assistenten inhaftiert
69 Online-Dissidenten inhaftiert

Interessant ist auch ein Blick auf die Rangliste der Pressefreiheit. Hier geht es bis Platz 173, den derzeit der Staat Eritrea einnimmt. Deutschland landete hier auf Platz 20.
Doch wenn die Bundesregierung weiterhin so massiv die Datenfreiheit beschränken will, dann kann dieser Platz schnell verlorengehen.


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