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20.04.2009
Folge 164

Virtueller Arbeitsplatzrechner für Unterwegs

Ergebnisse der VmWorld Europe 2009 in Cannes
Heinz Schmitz

Virtuelle Maschinen ersetzen vielfach Arbeitsplatzrechner. Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Verwaltung kann zentral erfolgen. Aktualisierung können zentral aufgespielt werden. Am Arbeitsplatz kann so genannte Thin-Client oder ein beliebiger Rechner stehen, dessen Rechenleitung eventuell nicht mehr den modernen Anforderungen entspricht. Als Anzeigeeinheit ist er in der Regel aber noch Ausreichend. Für den Anwender haben diese virtuellen Clients den Vorteil, dass er, egal von wo er auf seinen „Arbeitsplatzrechner“ zugreift, er immer seine Anwendungen, seinen Desktop und seine Daten zur Verfügung hat. Außendienstmitarbeiter laufen nicht Gefahr, sensible Daten zu verlieren, wenn das Notebook verloren geht oder defekt wird.



Nachteil ist, dass diese zentralen Rechner nur erreichbar sind, wenn man sie über das Firmennetz oder das Internet erreichen kann. Steht, zum Beispiel im Flugzeug, kein Netz zur Verfügung ist die Hardware nutzlos. Eine Lösung von vmWare schlägt eine Brücke zwischen dem zentral installierten virtuellen Arbeitsplatz und dem mobilen Notebook.  Mit dem Client Hypervisor will vmWare im Laufe dieses Jahres eine Lösung anbieten. Der Arbeitsplatzrechner wird nach wie vor zentral betrieben. Für die Reise wird die virtuelle Maschinen  auf das Notebook geladen und kann lokal auf einem lokal installierten Hypervisor betrieben werden. Die Änderungen, die im „offline-Betrieb“ vorgenommen werden, werden dann bei der nächsten Verbindung mit dem Rechenzentrum automatisch abgeglichen. Diese Synchronisation läuft bidirektional, sodass zum Beispiel Betriebssystem-Patches auch auf das Notebook übertragen werden. Ein intelligenter Algorithmus sorgt dafür, dass nicht notwendige Dateien nicht abgeglichen werden. So ändert Windows beim Start zum Beispiel ca. 150 MByte Daten in temporären Dateien und der Papierkorb muss auch nicht synchronisiert werden. Dank solcher Mechanismen muss die virtuelle Maschine, die ja mehrer Gigabyte groß sein kann, nur dann vollständig übertragen werden, wenn die Hardware zum ersten Mal eingesetzt wird, sonst reicht die Übertragung der Änderungen. Allerdings, gehen bei einem Rechnerverlust die Änderungen, die seit der letzen Synchronisation vorgenommen wurden, verloren.


Ghostnet spioniert Regierungen aus

von Peter Welchering

Schlagzeilen: Kanadische Forscher finden Malware auf dem Rechner des Dalai Lama. Angriff richtet sich gezielt gegen Regierungen. Chinesische Urheber nutzen Laptop-Mikrofone zum Abhören.

Kanadische Forscher haben im Büro des Dalai Lama eine Spionagesoftware gefunden, die sich gezielt gegen Regierungen richtet. Das berichtet die New York Times. Die Forscher des Munk Centre for International Studies an der Universität Toronto gaben der Software den Namen GhostNet, übersetzt quasi "Geisternetz".

Die Wissenschaftler fanden die GhostNet-Software, als sie vom Büro des Dalai Lama gebeten wurden, die Computer im Büro auf Mal- und Spyware zu untersuchen. GhostNet ist keine klassische Phishing-Malware, die versucht, möglichst viele Computer zu erreichen, um etwa Bankzugangsdaten zu erhalten, sondern richtet sich mittels Whaling gegen besonders interessante Zielgruppen.

Als Ursprungsland konnten die Forscher China ausmachen. Eine Regierungsbeteiligung ließ sich allerdings nicht nachweisen. Die Forscher fanden insgesamt 1295 infizierte Rechner in 103 Ländern. Viele betroffene Rechner standen in Botschaften, Ministerien und anderen Regierungsstellen. Auch ein NATO-Computer befand sich darunter.


Peter Welchering berichtet für den CCZwei

Die Software lieferte ihren Urhebern nicht nur Einblicke in Dokumente und den E-Mail-Verkehr der infizierten Rechner, sondern bot auch die Möglichkeit, Kamera und Mikrofon einzuschalten, so dass Bild und Ton vom Standort des kompromittierten Computers übertragen werden konnte.

Obwohl die Wissenschaftler in diesem Fall keine Regierungsbeteiligung nachweisen konnten, gehen Experten davon aus, dass viele Regierungen, unter anderem der USA, Russlands und Chinas, gezielt Spionagesoftware platzieren. Wenqi Gao, Sprecher des chinesischen Konsulats in New York, dementierte eine Beteiligung seiner Regierung. Diese alten Geschichten seien Unsinn. Chinas Regierung sei gegen jede Art von Computerkriminalität und verbiete sie konsequent. Amen, die Redaktion.


Netzaktivismus sollte uns alle interessieren


Markus Beckedahl
netzpolitik.org ist ein deutsches Blog über Themen der digitalen Gesellschaft, unter anderem staatliche Überwachung, Open Source-Software, Telekommunikationsgesetze sowie Creative Commons und eine freie Wissensgesellschaft. Netzpolitik.org wurde 2002 von Markus Beckedahl gegründet, der es noch heute betreibt.

Netzpolitik.org wurde mehrfach ausgezeichnet, so im Jahr 2005 mit dem "Freedom Blog Award" von Reporter ohne Grenzen und 2006 mit dem Blogstipendium des Magazins jetzt. Bei den LeadAwards 2007 wurde netzpolitik.org in der Kategorie "Bestes Weblog des Jahres" prämiert. 2008 wurde netzpolitik.org in der Kategorie Information für den Grimme Online Award nominiert.

Abmahnung der Deutschen Bahn
Der Betreiber Markus Beckedahl wurde im Februar 2009 von der Deutschen Bahn abgemahnt, weil er das interne Memo des Berliner Landesdatenschutzbeauftragten Alexander Dix zur Datenaffäre der Deutschen Bahn zugänglich gemacht hatte. Die Abmahnung führte dazu, dass sich zahlreiche Blogger mit Beckedahl solidarisierten und das Memo ebenfalls veröffentlichten. Die E-Mail, die Beckedahl von der Rechtsabteilung der Bahn erhielt, wurde auf netzpolitik.org und auch auf Wikileaks veröffentlicht. Die Bahn berief sich unter anderem auf §17 des Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, indem es um Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen geht. Das Unternehmen drohte außerdem nach §823 und §826 des Bürgerlichen Gesetzbuches gegen Urheberrechtsverletzungen und sittenwidrige vorsätzliche Schädigung durch Beckedahl gerichtlich vorzugehen. Beckedahl kündigte darauf in einem Interview des Stern an, keine Unterlassungserklärung zu unterschreiben und seinen Blog notfalls ins Ausland zu verlegen.



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