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01.06.2009
Folge 170

Newton ade?? Kann man an dem Grundgesetz wackeln?

Eine Tradition wurde in diesem Jahr am Ostermontag jäh unterbrochen. Keiner im Team dachte an die eigentlich fällig gewordene Sondersendung. Wir werden das demnächst nachholen und Anfang Juli eine 60 Minutensendung mit Prof. Pfitzmann aus Dresden produzieren.

Doch jetzt, am Pfingstmontag, haben wir daran gedacht. Diesmal haben wir ein sehr schweres Thema ins Programm gehoben. Doch keiner aus dem Team hat es bereut, dass wir mit diesem Thema den eigenen Grips etwas fordern.

Es geht um Astronomie in höchster Form. Dabei herausgekommen ist eine Sensation. Müssen wir etwa die althergebrachte Physik neu beschreiben? Stimmt das noch, was uns Newton mit seinen Gravitationsgesetzen gelehrt hat? Schließlich hat seit Jahrhunderten niemand an der Richtigkeit gedeutelt. Selbst Einstein konnte mit seiner Relativitätstheorie die formulierten Gesetze nicht außer Takt bekommen.

Doch unser Gast in der Sendung zweifelt an der Richtigkeit. Prof. Dr. Pavel Kroupa von der Universität Bonn ist Australier und hat den Lehrstuhl "Astronomie" inne.
Man stellt sich immer vor, dass Astronomen erweiterete Pupillen haben, da sie ständig durch die Fernrohre schauen. Auch die Messwerte über Himmelsbewegungen lässt er sich von anderen Astronomen liefern. Seine Arbeit besteht darin, aus dem Wust der wissenschaftlichen Dokumente die richtigen Schlüsse zu ziehen.


Prof. Dr. Pavel Kroupa, Uni Bonn

Und er fand heraus, dass da in Millionen Lichtjahren etwas nicht stimmt. Für die Erfüllung der Newton'schen Gestze, die so herrlich auf Erden erfüllt werden, passt die Umlaufgeschwindigkeit von Sternhaufen in der Milchstraße  überhaupt nicht.
Um diese Differenzen von den Naturgesetzen erklären zu können, haben die Wissenschaftler eine neue Energie erfunden: die Schwarze Materie oder auch die dunkle Energie musste herhalten, um Abweichungen erklären zu können. Niemand hat bisher diese Energie gesehen oder gar nachgewiesen - es ist lediglich eine Hilfsvorstellung.
Sollte es diese Energie gar nicht geben? Und wenn ja, wie kann man dann die "zu schnellen" Bewegungen in der Milchstraße erklären?

Das ist das Geheimnis von Prof. Kroupa. In unserer Sendung erklärt er die Zusammenhänge, die sich jedoch noch in der internationalen Astronomenszene durchsetzen müssen. Bisher gibt es noch viel Kollegenwiderstand, der jedoch nach und nach bröckelt. So ist es immer, wenn man ein Gedankengebäude zum Einsturz bringen will.


Prof. Kroupa, der bei seinen Stundeten nur Pavel heisst

Interessant waren die Exkurse, als Kroupa auch die Astronomie in ein philosophisches Umfeld stellte. Die Sicht auf die Astronomie wandelte sich je nach Umfeld. Als das Römische Reich sein Ende fand, begann im Mittelalter eine düstere Zeit, was die Naturwissenschaften anging. Wer das Weltbild der katholischen Kirche störte, der musste mit einer Anklage rechnen. Wenn die Inquisition zuschlug, dann war Andersgläubige eigentlich schon auf dem Scheiterhaufen. Selbst Galileo, als anerkannter Wissenschaftler, musste Abbitte leisten, obwohl er die Physik anders erlebte. So musste die Astronomie immer wieder auf aktuelle Lehrmeinungen Rücksicht nehmen. Heute sind wir zum Glück etwas besser dran. Nur wer die besseren Messergebnisse vorweisen kann, wird seine Theorie aufrecht erhalten können.

Für W.R. und für mich war diese Sendung ein wahrer Gewinn. Das Nachdenken über das, was nicht neben uns passiert, war sehr kreativ. Das Weltbild, das wir verinnerlicht haben, kollidierte nur sehr wenig von der professionellen Astronomenmeinung. Und dennoch konnte ich ein verschmitztes Lächeln nicht unterdrücken, als es darum ging, dass wir die Physik etwas umschreiben müssen.

Das Lächeln kam jedoch aus einer Unsicherheit heraus. Die allgemeine Relativitätstheorie habe ich nie so ganz verstanden. So ein paar Ecken und Kanten blieben da schon unbedarft.
Doch wenn das sowieso nicht stimmt, dann hatte ich doch wieder mal recht gehabt. Sollen die sich erst einmal klar werden.


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