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04.12.2006
Folge 20

ClipInc - die eigene Hitparade

Vieles hat sich durch das Internet in unserem Leben bereits geändert. Dazu gehört auch das Besorgen von Musik. In der Vergangenheit war dies nicht immer ganz legal und die Musikindustrie <legte ihre Widerstände ein. Was kopiergeschützt geliefert wurde, das durfte auch nicht kopiert werden. Programme, die den Kopierschutz umgingen, wurden verboten.
So ganz legal war auch diese Methode nicht, denn uns stand immer ein Recht auf eine private Kopie zu.
Was heute noch rechtens ist, ist die Aufnahme von Radiosendungen. Dieses Recht erwirken wir durch die Zahlung von der GEZ-Gebühr. Bisher war es dann meistens so, dass ich nur an analoge Kopien herankam. Da aber jetzt über Satellit z.B. Eins live auch digital ausgestrahlt wird, hindert einem keiner daran, auch diese Kopien -wohlgemerkt: für den Privatgebrauch anzufertigen.
Auch auf dem Radiosektor im Internet tut sich eine Menge. Bisher  war die ausgestrahlte Qualität recht mager. Das ging runter bis auf 32 kbit/s und hoch vielleicht auf 128 kbit/s. Für das Anlegen einer Musiksammlung ist dies vielleicht doch ein wenig mager. Doch mittlerweile gibt es auch Radios, die 192 kbit/s als Standard ausstrahlen. Hier macht es dann Sinn, diese Kopien aufzuzeichnen.
Seit einiger Zeit bietet die Softwareschmiede Tobit kostenlos ein Programm namens ClipInc an, das viel Verwaltungsarbeit übernimmt. Zu Beginn der Verbreitung der Software war es üblich, dass man den analogen Radioausgang (Kopfhörerbuchse) mit der Soundkarte in Verbindung brachte (Line in). Jetzt griff die Software auf die Soundkarte zu und speicherte die einzelnen Songs. Die Sender, die eine Liste der gespielten Titel anboten konnten dann per Internet Titel und Länge des Stücks in Erfahrung bringen und diese Informationen mit abspeichern.
Mittlerweile ist es einfacher, die Musik direkt aus dem Internet zu laden. Das macht natürlich nur Sinn, wenn man eine entsprechend schnelle Flatrate hat.Ein digital sendendes Internetradio gibt es laut Shoutcast.com 20.000  mal. Bei ClipInc werden ausgesuchte, vor allem auch Deutsche Sender, mitgeliefert.
Nach dem Laden der Software hatte ich als ersten Sender einen Volksmusikspezialisten angeklickt, um das einmal auszuprobieren. Zwar ist die Datenrate 'nur' 128 kbit/s- doch zum Ausprobieren reichte das. Und schon begann die Sammelwut von ClipInc. Ich ließ den Rechner einfach im Hintergrund weiterlaufen - auch nachts - und hatte am nächsten Abend 3,93 Gigabyte und 1713 Titel  in der Liste. Was ich jetzt mit dieser  Volsmusik machen soll, weiß ich noch nicht. Vielleicht bildet es ja einen Grundstock  für ein eigenes Radio. Wäre das dann noch legal? Es wäre wahrscheinlich keine  Privatkopie mehr.
Derzeit habe ich einen anderen Sender eingestellt, der mir 192 kbit/s liefert. Über das Radio http://www.Wunschradio.fm  wird 24 Stunden lang Popmusik ausgestrahlt. Mittlerweile habe ich da 774 Titel im Speicher.



In der Sendung ist  Peter Sommer von der Fa. Tobit zu Gast. Wir werden ihn zur Philosophie von ClipInc befragen und über die Reaktionen aus der Musikindustrie sprechen.


Erstes deutsches Netzradio mit 192 kbit/s

Für Kenner: 192 kbit/s ist schon eine ganz ordentliche Datenrate für MP3 Files. Vor allen Dingen ist es für mich ausreichend, weil ich gar nicht mehr bessere Qualitäten beurteilen kann. Als ich auf den  Sender www.wunschradio.de stieß, interessierten mich die Hintergründe, die man kennen muss, wenn man ein solches Radio auch rechtlich dicht aufzieht.


Guido Karminiarz

Ich konnte Guido Kaminiarz abends in seinem Radio telefonisch erreichen. Vor allem war er zunächst mit sich selbst ein wenig böse, weil er noch nicht mitgekriegt hat, dass der CCZwei wieder on Air ist.  Er hat dann sofort eine nette Meldung in seinen Redaktionsteil gestellt. Unter www.wunschradio.de kann man das nachlesen. Hier kann man auch das Radio hören und sich für einen von vier oder 5 Playern entscheiden. Oder aber auch ClipInc einsetzen, um die Speicherung zu automatisieren.

Das Radio wird automatisch gesteuert und es werden sogar aktuelle Nachrichten eingespielt, die von der Netzzeitung aus Berlin geholt werden, um dann zur vollen Stunde ausgestrahlt zu werden.  

Wie sieht es mit der GEMA aus, was kostet so ein Radio, bis es richtig läuft. Wie stellt man sich die Zukunft vor? Womit soll das einmal alles bezahlt werden. Guido wird zu uns in das Studio in Köln kommen. Ich bin mal gespannt, was ich von ihm alles erfahren werde.

Eines glaube ich Moment noch nicht, mal sehen, ob ich eines Besseren belehrt werde. Im Radio wird öfter behauptet, dass das Wunschradio die größte Musikdatenbank der Welt hätte. Das ist ein großes Wort. Wenn man z.B. nach so etwas Abartigem wie 'Heino' sucht, dann kommt gerade mal ein Titel. Das weiß selbst ich, dass Heino mehr gesungen hat.

Nachdem der Text lesbar für die Hörer wurde, kamen auch schon Hinweise, dass das Wunschradio nicht das einzige Radio mit einer Datenrate von 192 kbit/s ist. Wir werden auch darauf reagieren.


Google - auf dem Wege zur Allmacht



Unerwartet gute Zahlen im dritten Quartal haben den Börsenwert von Google an einem einzigen Handelstag um rund 10 Mrd. $ erhöht. Die Internetsuchmaschine überholte damit den Computerriesen IBM.

Mit knapp 140 Mrd. $ war Google den Börsianern am Freitag fast 1,5 Mrd. $ mehr wert als IBM. Traditionelle Industriekonzerne geraten weit ins Hintertreffen. Der Flugzeughersteller Boeing beispielsweise ist an der Börse nur knapp halb so viel wert wie Google, obwohl er derzeit von der Airbus-Krise profitiert.

Die Szenerie erinnert an die erste Phase der Interneteuphorie vor sechs Jahren. Erwartungen auf ungebremstes Wachstum lockten damals so viel Anlagekapital in die neue Branche, dass es zu einem pauschalen Kursboom kam. Dieser brach jedoch zusammen, als klar wurde, dass die Hoffnungen weit überzogen waren. Diesmal verläuft die Entwicklung differenzierter. Die Verlagerung von Werbeausgaben aus Zeitungen und dem Fernsehen zu Internetfirmen begünstigt insbesondere Marktführer Google. Rivalen wie Yahoo fallen dagegen zurück.


Solche Meldungen wird man wahrscheinlich noch öfter lesen können, denn Google ist ungebremst auf dem Wege zu einer Allmacht. Überall findet man mittlerweile den berühmten bunten Namen. Ob ich etwas suche, Werbung schalten will, ein Buch lesen will, Bilder anschauen möchte, Videos betrachten, gemeinsame Dokumente bearbeiten will, einen virtuellen Flug auf unserer Erde unternehmen will, usw. : überall stoße ich auf den Namen.

Wer hätte das gedacht, dass Google in kürzester Zeit so Traditionsfirmen wie IBM oder fast alle Autofirmen gemeinsam in dem Aktienwert überholen würde? Das gab es noch nie, dass eine so junge Firma (8 Jahre) zu den wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen kann.

Und doch kann es einem beim Nachdenken schon schwindelig werden, wenn man überlegt, was sich da zentral zusammenbraut. Google hat konsequent 'geistige' Roboter eingesetzt, um automatisch an ein unglaubliches Weltwissen zu kommen. Dazu gehören nicht nur Inhalte, sondern auch erreichbare persönliche Daten. So sind IP Adressen und besuchte Seiten mal schnell an Google geschickt. Was man mit all diesem Datenwust anfangen kann, das weiß wohl keiner so recht einzuordnen. Wenn man das etwas weiterspinnt, dann entstehen dort in Computern Abbilder existierender Menschen. Die Zusammensetzung der Daten wird immer feiner und filigraner, je länger man Daten sammelt. Und sie kommen ja von überall. Vom Suchen, von Google Earth usw.

Es ist vorstellbar, dass Roboter im Netz entdecken, dass ein Erdenbürger geboren wird, dass die Eltern ihn so oder so taufen, dass sie ein Bild von ihm bei Flickr.com ablegen. Google legt jetzt die Stammdaten an. Während seines Lebens wird dieses Kind noch oft im Netz zu finden sein. Sei es bei der Taufe, bei der Einschulung, als Gewinner einer Medaille bei einem Sportfest, als bester jugendlicher Pianist usw. usw. Nach und nach entsteht eine gut beschriebene virtuelle Person, die ein reales Abbild besitzt.

Das Geheimnis: der Einsatz unermüdlicher Robots, die mit ihren eigenen   Lebensjahren an Intelligenz gewinnen. Mag sein, dass wir da noch ein bisschen zu dumme Maschinen laufen haben, um sinnvolle Rückschlüsse auf eine Person ziehen zu können.

Wenn Sie diese Seite beobachtet haben, dann werden Sie mitbekommen habe, wie ich versucht habe die Robots auf bestimmte Schlüsselwörter zu bringen. Stand da Aldi oder Lidl auf der Seite, so wurde die entsprechende Werbung geschaltet. Stand da das Wort Philosophie, so wurden Philosophiekurse und Philosophiebücher beworben. Man hat gesehen, dass man die Robots noch täuschen kann; aber das wird von Monat zu Monat besser werden.

Genauso wird man festhalten, was die oder die Person denn so eigentlich sucht. Mag sein, dass da ganz interessante Schlüsse gezogen werden können.

Wir werden in der Sendung ein Szenario entwickeln, über das der Hörer einmal genauer nachdenken sollte.

Aufgrund unserer Sendung wurde uns von Markus Immerheiser ein sehr schöner Link zugesendet, der den Weg zur Google Allmacht viel besser beschreibt, als wir es konnten. Schöne Zukunft.

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