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07.12.2009
Folge 197

Kalter Krieg 2.0 - Aufrüstung für den Cyberwar

Die Großmächte rüsten wieder einmal auf. Zwar werden nicht die Atomwaffenarsenal aufgestockt, sondern die virtuellen Waffen werden geschärft. Nicht nur, dass Nordkorea ein Studiengang für Hacker hat. Russland, China, USA und alle anderen lassen digitale Schädlinge entwickeln mit denen der „Gegner“ matt gesetzt werden soll.  Zum Beispiel die Strom- oder Wasserinfrastruktur aushebeln, Ampeln schalten oder Telekommunikation stilllegen. Viren, Würmer und Trojaner manipulieren Netzwerkinfrastruktur, übernehmen Serverfarmen und legen die IT-Infrastruktur lahm.


Heinz Schmitz
Der aktuelle „Virtual Criminology Report“ des Sicherheitsherstellers McAfee beschäftigt sich intensiv mit der Cyberkriegsführung. Das virtuelle Wettrüsten ist dem Bericht zufolge Realität, ein "Kalter Cyberkrieg" hat bereits begonnen. Dieser könnte deutlich heißer verlaufen als das nukleare Wettrüsten des 20. Jahrhunderts.

Statt einem Duell droht ein allgemeiner Wettbewerb. Neben den Supermächten des Kalten Kriegs USA und Russland sind auch China, Frankreich und Israel bereits im Besitz von Cyberwaffen. "Das sind letztendlich Länder, die bereits öffentlich verkündet haben, dass sie in diesem Bereich aktiv sind", meint McAfee-Sicherheitsexperte Toralv Dirro. Die Dunkelziffer könnte allerdings deutlich höher liegen. Im Zusammenhang mit Cyberkriegs-Engagement wird etwa in den USA gerne von Cyber-Verteidigung gesprochen. Doch entwickeln die genannten Staaten im Rahmen des virtuellen Wettrüstens auch fortschrittliche offensive Cyberwaffen. "Wahrscheinlich wurden Programme für gezielte Infrastruktur-Angriffe entwickelt", sagt Dirro.

Der Einsatz von Cyberwaffen könnte letztendlich zu großen realweltlichen Schäden und auch echten Todesopfern führen, wenn neben Regierungsnetzwerken auch kritische Infrastruktursysteme ins Visier genommen werden. Diese sind gerade in Industriestaaten meist vernetzt. Ziele, denen Cyberattacken laut McAfee schnell und ohne großen Aufwand ernsthaften Schaden zufügen können, umfassen beispielsweise das Stromnetz, Telekommunikationssysteme, die Finanzwirtschaft und die Wasserversorgung.

In Industriestaaten liegen in der Regel zumindest einige Infrastrukturbereiche in privater Hand. Dementsprechend würde die Privatwirtschaft im Fall politisch motivierter Cyberangriffe höchstwahrscheinlich ins Kreuzfeuer geraten, warnt McAfee. Daher fordert das Sicherheitsunternehmen eine öffentlichere Diskussion.

Fest steht, dass Cyberkriegsführung längst Realität ist. Im Sommer 2008 war etwa der russisch-georgische Kaukasus-Konflikt auch online eskaliert. Unklar bleibt dagegen, wer für Denial-of-Service-Attacken gegen US-Regierungsseiten am 4. Juli 2009 verantwortlich war. Möglich sei, dass es sich um nordkoreanische Tests zur Störung der interkontinentalen Kommunikation zwischen US-Regierung und Streitkräften in Südkorea gehandelt hat, so Dmitri Alperovitch, Vice President of Threat Research bei McAfee.

Der vollständige Report steht zum Download im Internet breit:
http://resources.mcafee.com/content/NACriminologyReport2009NF



Aufgepasst - das Portemonnaie bekommt Löcher.

Peter Welchering berichtet in der Sendung von den Vorgängen auf dem Kreditenkartenmarkt. In Spanien wurde letztens bekannt, dass durch Unachtsamkeiten millionenfach Kreditkartendaten unberechtigt ausgelesen wurde. Was dann damit geschah, ist noch völlig unklar. Bisher hat man eigentlich sehr wenig von vorgefallenen Kontoplünderungen gehört. Es mag auch sein, dass die betroffenen Banken die Schäden ohne Aufhebens ausgeglichen haben.
Dies mag zum Teil billiger sein, als eine Imageschädigung.
Jeder Experte hält die Verwendung des Magnetstreifens für Geldgeschäfte als völlig veraltet. Doch die Umstellung auf ein sicheres System würde Milliarden verschlingen. Doch irgendwann wird es nicht mehr anders gehen.
Irgendwann wird man den Vorgang mit einer digitalen Signatur begleiten müssen. Die Einführung der digitalen Unterschrift in Deutschland ist völlig vermurkst worden, so wie derzeit die Gesundheitskarte vor einem Scherbenhaufen steht.


Peter Welchering

Die Idee, das Trustcenter für die digitalen Unterschriften privatwirtschaftlich zu organisieren, ist völlig aus dem Tritt geraten, weil damit Insellösungen gebildet wurden. Wer eine digitale Unterschrift vom Trustcenter XY hatte, der konnte evtl. bei Otto einkaufen, aber nicht bei einem anderen Versender. Wer eine Karte vom Anbieter YX hatte, der konnte sogar online in Bremen heiraten, aber wiederum nichts in einem Versandhaus bestellen.
Zudem gab es auch massive Einwände gegen die Gestaltung der digitalen Unterschriften.
Man sollte noch einmal ganz von vorn anfangen uund alle <einsprüche registrieren und umsetzen. Irgendwann wird es nicht anders gehen - es sei denn wir stimmen der Implantation eines Chps im Ohrläppchen zu.

Auch ein Bild der beiden Moderatoren soll mal wieder eingestellt werden, sonst könnte man vergessen, wie die eigentlich aussehen.



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