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SENDUNGSARCHIV

11.12.2006
Folge 21

Wimax Frequenzen werden versteigert

Der 12. Dezember ist für einige Manager ein fürchterlich wichtiger Termin. An diesem Tag beginnt die Versteigerung der WIMAX Frequenzen. Wir alle erinnern uns noch, an die erste Versteigerung dieser Art. Es ging dqamals um die UMTS Frequenzen. Das Internet erlebte quasi seine Höchstzeit. Alles spekulierte auf zukünftige Geschäftsfelder. Nichts war unmöglich. Wer eine Geschäftsidee hatte, der konnte morgen schon Aktienmillionär sein. Und so war denn auch das Ergebnis der Versteigerung unglaublich - aber in den Augen der Verantwortlichen quasi ein Peanut. Das machen wir schon!!

Ungefähr 100 Milliarden DM kamen bei der Versteigerung heraus. Der Staat freute sich über dieses plötzliche Geschenk. Doch die Abnehmer für dieses Geld ließen nicht lange auf sich warten. Überall kamen Bittschreiben in das Geschäft. Dass später Schulen und Bildungswerke von dem Kuchen etwas abbekamen, war ja in Ordnung.

Doch natürlich gab es auch Kritiker, die in die Runde warfen, dass nunmehr die Lizenzinhaber für die nächsten Jahre keine Steuern mehr zahlen werden, weil sie ja die hohen Lizenzkosten abtragen müssen.

Ich erinnere mich da auch an einige kuriose und lustige Begebenheiten. Ein Teil der Lizenzgebühren war sofort quasi bar zu bezahlen. Die Benachrichtigung des Lizengfewinns per Post hätte zu lange gedauert, weil ja jeder Tag bei diesen Summen wirklich ins Geld geht.

So schickte man freitags Kuriere mit den Nachrichten los, die die Schreiben persönlich bei den Firmen abgeben sollten. Doch bei dem einen oder anderen Lizenzgewinner war man schlauer. Man verbot einfach dem Pfortenpersonal irgendetwas anzunehmen und konnte damit das Zustellungsdatum um zwei Tage verlängern. Pfiffig - an diesen beiden Tagen konnte das Geld noch für den Lizenznehmer arbeiten.

Das, was ich jetzt rechnen will, hat nichts mit der Realität zu tun. Doch wenn man mal ausrechnet, was die volle Lizenzgebühr so ausgemacht hat, dann lohnt es sich, zwei Tager herauszuschlagen.

Also 100 Milliarden DM angelegt als Tagesgeld für 4 Prozent macht 4 Milliarden Mark im Jahr.  Das macht dann immerhin ca. 11 Millionen Mark pro Tag. Da kann man schon mal die Pforte vorzeitig schließen lassen.

Bei der Wimax Frequenz Versteigerung wird die o.g. Summe nicht mehr herauskommen. Denn die potentiellen Betreiber müssen viel Geld in die Hand nehmen, um zuerst einmal eine Infrastruktur für dieses neue Funksystem zu installieren.

Wer die Frequenzen ergattert hat, der muss dann recht zügig mit dem Ausbau beginnen. Prognostizierte 3,5 Milliarden Euro werden sicherlich schnell auf 4 Milliarden € anwachsen.

Das Wimax Netz, das anfänglich antrat, als Lückenbüßer für  DSL - Ersatz-Netz leistet dann in seiner letzten Ausbaustufe viel mehr. Es kann zum Konkurrenten, zumindest zur Ergänzung von GSM und UMTS,  werden. Wer auf die Frequenzen bietet, ist im Moment noch nicht so ganz klar. Hier versteckt man sich auch, um die Frequenzen nicht unnötig teuer zu machen.



Wir haben in der Sendung ein Gespräch mit Wimax Fabio Zoffi, der (laut Wolfgang Rudolph die Taschen voller Geld hat). Er wird mitsteigern und er hofft auf eine der Lizenzen. Im Moment erfährt man von keinem der Beteiligten Fakten oder Absichten. Dafür ist das alles viel zu teuer und eine Indiskretion könnte verheerende Folgen haben.

Doch bald ist alles vorbei. In drei, vier Tagen erfahren wir das Ergebnis der Versteigerung. Noch findet die nicht bei Ebay statt. Jedenfalls wird CCZwei die Sendung sein, die so intensiv über die Versteigerung überhaupt berichtet. Wir drücken unserem Gesprächspartner alle Daumen, dass er bei dem Poker zu den Gewqinnern gehört.


Der Reiz der Arktis

Ich bin da wahrlich nicht alleine mit meinem Faible. Ich sehe unheimlich gerne im Ferensehen Berichte über die Entdeckung der "Weißen Welt". Ob es nun der Nordpol oder besser die Arktis ist, oder ob um die Erkundung der Antarktis geht, das spricht mein Gefühl irgendwie an. Nun möchte ich nicht unbedingt in die Rolle von Scott oder Amundsen schlüpfen, denn das war damals Entbehrung pur und total lebensgefährlich. Dennoch machen mich die Berichte darüber an.

So ist der Hang nach Natur pur, nach Kälte und Schönheit offenbar ein genetisch vorgegebenes Lebensziel.  So haben mich schon immer die "kalten" Länder mehr gereizt, als die ach so schönen  Strände im Süden.  Ich denke da gerne an Dreharbeiten zurück, die ich auf Grönland, auf Island, im Norden Norwegens oder Finnlands begleiten konnte.

Das spektakulärste Erlebnis war sicherlich der Besuch einer Frühwarnstation auf Grönland - mitten auf dem Ewigen Eis. Das muss so 1984 gewesen sein, als Dornier ein Flugzeug für die von Neumayer Station in der Antarktis fertigstellte. Bei dem Flugzeug musste noch die Funktion der Kufen/Räder-Landehilfen getestet werden. Deshalb konnte ich dabei sein, als dieses eine Woche lang auf dem Eis geprobt wurde.



Diese Maschine hat 20 Jahre ihren Dienst versehen, bis sie im Jahre 2005 in der Antarktis unsanft gelandet wurde. Demnächst erhält die Station wieder eine neue Maschine.

Die Zeiten der großen Entdeckungen sind vorbei. Mittlerweile sind die Forschungsstationen in der Arktis und in der Antarktis längst ein Teil der menschlichen Zivilisation. Zumindest was die Kommunikation angeht.


Carl Koldewey


Zur Arktis liegt ein Telefonkabel als Lichtwellenleiter bis zur Nordspitze von Norwegen.  Von dort geht es dann per Funk weiter zur Koldewey - Station auf Spitzbergen.



Hier haben wir  den Stationsleiter Rainer Vockeroth erreichen können und erhielten von ihm einen Überblick über die wissenschaftlichen Untersuchungen, die dort vorgenommen werden. Er kam an diesem Tage gerade aus dem Urlaub zurück auf die Station und er bleibt jetzt ein Jahr ununterbrochen auf der Station. Derzeit ist es natürlich sehr dunkel, da die Winterpolarnacht Einzug gehalten hat.

Über diesen Link zur Spitzbergener Zeitung  erhält man einen guten Überblick über die Tätigkeiten der Station. Vor allem sind hier schöne Bilder von Rainer Vockeroth zu sehen.


Das Google Copy Paste Syndrom

Jeder, der die Entwicklung des Internets mitgemacht hat, wird sich einmal die Frage gestellt haben: wie ist das eigentlich mit  den akademischen  Arbeiten , mit Doktorarbeiten oder auch mit Diplomarbeiten?  Da ist doch das Internet ein gefundenes Fressen. Man gibt das Thema ein und such jetzt in der Suchmaschine nach den entsprechenden Artikeln, die das Thema ausführlich behandeln. Wenn der gefundene Artikel gefällt, dann kommt oft die Maus zum Zuge, die dann den Artikel markiert, ihn kopiert  und per Pastefunktion in den eigenen Textbereich einfügt.

Dass dies ein probates Mittel ist, um die eigene Homepage durch kleine "Aufmotzungen" aufzuwerten, hat wahrscheinlich schon jeder Editor probiert. "Wird schon keiner merken", ist die Denke dahinter. Doch bei wissenschaftlich relevanten Veröffentlichungen kann dies sehr peinlich werden. Arbeitet jemand an einer Doktorarbeit und er entdeckt, dass da vieles von dem, was er eigentlich wissenschaftlich ergründen soll, schon in digitaler Form vorliegt, so ist die Versuchung sehr groß, einmal Cut und Paste auszuführen.

Aber Achtung. Genauso wie der Autor der wissenschaftlichen Arbeit von den Leistungen anderer profitieren kann, so ist auch auch die Chance, solche Manipulationen zu finden, enorm gestiegen.

Sowohl das Auffinden von Inhalten, wie auch wiederum das Auffinden von Originaltexten leisten die Suchmaschinen. Sie sind Werkzeug für Jäger und Gejagte.

Es kann sehr schnell ein gerade gewonnener akademischer Grad wieder aberkannt werden, wenn man feststellt, dass der Arbeit zur Bewerbung ein Plagiat  zugrunde liegt. Dieses ist schon öfter geschehen, als man glaubt. Früher ging das meistens ohne Konsequenzen über die Bühne. Da nannte sich mancher Herr Doktor, der in Wirklichkeit alles abgeschrieben hatte, was ihm diesen Titel einbrachte.

Damals - das war noch die Zeit, als Betreuer von wissenschaftlichen Arbeiten das Internet als Teufelskram beschimpften. Doch heute muss man  das Netz benutzen, um Duplizitäten zu vermeiden. Es wird immer peinlicher für wissenschaftliche Betreuer, wenn sie ständig irgendwelche Plagiate mit wissenschaftlichen Ehren auszeichnen.



Einer der Plagiatsfahnder ist unser Gesprächspartner. Dr. Stefan Weber kam auf die Thematik, als er feststellte, dass seine eigene Dissertation in verschiedenen Formen kopiert wurde und einigen zu wissenschaftlichen Ehren verhalf.  Er deckte dies auf und verfolgte die Aberkennung des akademischen Grads, der auf einem Plagiat aufbaute.
Das ist auch richtig so.

Cut and Paste kann also zu tiefgreifenden Konsequenzen führen. Ich finde, dass die Rückbesinnung zur eigenen Leistung ein Ansporn sein sollte, wenn man akademische Würden anstrebt. Eine lasche Beurteilung von Betreuern, die in in einer Welt schlummern, da alles noch humanistisch wertvoll ablief, ist heute nicht mehr angebracht, da Lug und Trug bei vielen, die sich wahnsinnig schlau fühlen, gang und gäbe ist.  

Deshalb unterstützen wir die Arbeit von Dr. Weber als Detektiv im Land des Cut and Paste. Hoffentlich bleibe ich sauber in meiner Arbeit.


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