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11.01.2010
Folge 202

Welche Suchbegriffe geben Kids im Netz ein?

Überraschungen bringt der neuste Report des Sicherheitsanbieters Symantec. Er beschäftigt sich mit dem Nachwuchs. Detailliert beschreibt das Dokument, was Kinder und Jugendliche im Netz suchen

http://www.symantec.com/content/de/de/about/downloads/PressCenter/Top_Searches_of_2009_DataSheet_121409.pdf


Heinz Schmitz, Wissenschaftsjournalist

Kinder und Teens interessieren sich im Internet vor allem für Social Networks sowie aktuelle Film- und Musikstars. So finden sich Miley Cyrus, Taylor Swift und auch Michael Jackson ganz weit oben auf der Liste der meistgesuchten Begriffe. Die populäre Twilight Saga ist sogar mehrfach vertreten. Aber auch die Stichworte „Sex“ und „Porno“ stehen mit den Plätzen vier und fünf ganz oben auf der Liste – und sogar die Jüngsten suchen auffällig häufig nach entsprechenden Inhalten.

Überraschend ist auch, dass Stars nicht so beliebt sind wie Videos und Soziale Netzwerke. So stehen an der Spitze der Top 100 weder Miley Cyrus alias Hannah Montana noch „Jacob“ oder „Edward“ aus Twilight, sondern YouTube, Google und Facebook. Bestplatzierter Popstar in der Liste ist Michael Jackson – noch vor Taylor Swift. Beim Kino-Hit Twilight schlägt „Team Jacob“ (so der Name der Fancommunity im Netz) „Team Edward“ deutlich. Schauspieler Taylor Lautner kommt immerhin auf Platz 80, während Robert Pattison („Team Edward“) es erst gar nicht in die Liste schaffte. Weitere Top 100-Stars sind Lady Gaga, Megan Fox, Eminem, Rihanna und die Black Eyed Peas.

Bei Jungen und Mädchen gibt es wenige Unterschiede in der Top Ten. Ausnahme: Die Mädchen listeten Taylor Swift und den Hannah Montana-Hit „Party in the USA“, während die Jungen Wikipedia und Ebay in ihre Top Ten hievten. Allgemein suchten 42 Prozent der Mädchen bevorzugt nach Musikinhalten – bei den Jungen waren es nur 22 Prozent. Auf der anderen Seite waren Games ein Top Thema für 13 Prozent der Jungen, aber nur sieben Prozent der Mädchen.

Auch im Vergleich der einzelnen Altersgruppen ist die Top Ten nahezu deckungsgleich. Bewertet nach allgemeinen Kategorien zeigt sich, dass die Suche nach Musik mit steigendem Alter wichtiger wird, während die Attraktivität von Spielen deutlich nachlässt. Bei allen Altersgruppen (unter 7, 8 bis 12, 13 bis 18) belegen Musik, TV/Movies und Social Networks die ersten drei Plätze.

Die Vorlieben der Kinder und Teens sind eindeutig – leider bergen sie aber auch bestimmte Risiken. So sind Social Networks bei Online-Kriminellen beliebte Ressourcen für private Daten aller Art, die sich auf vielfältige Weise missbrauchen lassen. Ähnliches gilt für Prominente. Das Interesse an Stars wird bevorzugt von Spammern und Phishern missbraucht, um ihre Opfer mittels Links auf verseuchte Webseiten zu lenken.

Über die Kindersuchmaschinen können Kinder das Internet erkunden, ohne dass sie auf Seiten mit für sie ungeeignetem Inhalt gelangen können.  Hier ein kleine Hilfe für besorgte Eltern:
http://www.FragFinn.de
http://www.blinde-Kuh.de  
http://www.milkmoon.de  


Die Deutsche Digitale Bibliothek wird zur Superdatenbank

Schon 2011 soll die Deutsche Digitale Bibliothek online gehen. Damit erhält zumindest in Deutschland Google Books eine unerwartete Konkurrenz?


Peter Welchering, Wissenschaftsjournalist

Peter Welchering im Studio:

Nein, das stimmt nur in Teilen, nicht direkt. Denn die Deutsche Digitale Bibliothek und Google Books werden ja nicht direkt miteinander konkurrieren. Sie sind ja zu unterschiedlich in ihren Zielen. Die Digitale Bibliothek, die da jetzt als eine Art nationales Angebot entstehen soll, als Antwort auf Google Books zu bezeichnen, wie Bernd Neumann das gemacht hat. Das ist schon ein schönes Schlagwort, aber mehr eben auch nicht. Natürlich wird der Nutzer der Deutschen Digitalen Bibliothek auch eingescannte Bücher nutzen können, aber in erster Linie soll eben diese Deutsche Digitale Bibliothek der Beitrag Deutschland zur europäischen digitalen Bibliothek namens Europeana sein. Und dieser Beitrag ist schon vor einigen Jahren verabredet worden. Der wurde eben noch einmal sozusagen in nationales Recht umgestellt. Europeana hat aber eine ganz andere Ausrichtung als Google Books. Die Europeana, die soll das Internetportal für europäische Kultur und Wissenschaft sein. Und die Deutsche Digitale Bibliothek, die deckt eben die Portalaktivitäten für Deutschland ab.

Kulturstaatssekretär Bernd Neumann sprach bei der Vorstellung der Datenbank von Büchern, noch einmal Büchern und wiederum Büchern. Aber wenn man da mal genau in die Programme schaut, dann werden dort die bisher schon bestehenden Datenbanken von rund 30.000 Wissenschaftseinrichtungen und Kulturorganisationen zusammengeschaltet, also vernetzt. Und damit werden natürlich auch Bücher, aber genauso gut Filme, Musikstücke, Bilder, Fotos, Zeitschriften und Zeitungen digital verfügbar sein. Ziel der Deutschen Digitalen Bibliothek ist eben die komplette digitale Archivierung der gesamten Bestände deutscher Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen.

Ausgangspunkt wird eben das sein, was jetzt an Beständen in mehr als einer Million Datenbanken dieser Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen schon vorhanden ist. Das soll dann aber rasch ausgebaut werden. Und in diesem Zusammenhang werden dann auch Bücher digitalisiert, also eingescannt. Wichtig ist aber, dass in der Deutschen Digitalen Bibliothek Zeitschriftendatenbanken, Faktendatenbanken, Buchdatenbanken, Suchmaschinen und eben enzyklopädisch erschlossene Archivbestände recherchiert werden können. Insofern ist auch der Name ein bisschen unglücklich, denn bei Deutsche Digitale Bibliothek da denkt man natürlich gleich an eine Art digitale Nationalbibliothek. Die hat aber eine andere Ausrichtung. Die Nationalbibliothek gibt's ja, die sammelt auch digital, aber der Bereich der Recherche und Suche und die datenbankgerechte Aufbereitung sind hier in der Deutschen Digitalen Bibliothek sehr viel wichtiger.


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