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18.12.2006
Folge 22

Weihnachtsgrüsse aus der Antarktis

Wer die richtige Telefonnummer zur Hand hat, der wählt mal schnell die Nummer und spricht Sekunden später mit der von Neumayer Station in der Antarktis. Natürlich spricht er nicht mit der Station, sondern mit einem Mitglied der dort gerade arbeitenden Crew. Uns wurde als Gesprächspartner Tobias Müller-Wrana vom Alfred Wegener Institut genannt. Er ist Geologe. Doch er war für Messungen unterwegs und hatte sein Funkgerät in der Station vergessen. So mussten wir eine halbe Stunde später noch einmal anrufen .


Tobias Müller-Wrana

Wenn man an die Strapazen von Scott und Amundsen denkt, als sie den Südpol als erste Menschen erreichen wollten, dann ist die Kommunikation mit den diesjährigen Überwinterern geradezu ein Kinderspiel. Man ruft über das normale Telefon Bremerhaven an und wird dann per Satellit über eine Standleitung zur Antarktis geschaltet. Lediglich die unvermeidlichen 2 Sekunden Delay sind beim Gespräch etwas störend.

Derzeit geht es mit vollen Schritten in den Sommeranfang hinein, so dass dort sicherlich nicht unbedingt Weihnachtsgefühle aufkommen werden, zumal Tobias Müller-Wrana froh ist, dass er dem kommerziellen Trubel in Deutschland entfliehen konnte.

Zum Südpol sind es  auch für ihn noch 3200 Kilometer. Wer das mal selbst erleben will, der sollte sich mal mit Google Earth dorthin bewegen. Die Koordinaten:  Ekström-Schelfeis, Atka-Bucht, nordöstliches Weddell-Meer  Position: 70°39´S, 08°15´W. Ich hatte die Hoffnung, dass ich die Station vielleicht entdecken könnte. Doch beim Lesen der Webseite wurde es mir dann schnell klar:  

Die Neumayer-Station steht auf 200 Meter dickem, nahezu ebenem Schelfeis und ist vollständig mit Schnee bedeckt. Aus der Ferne sind lediglich die Treppentürme zu erkennen, die den Schnee um wenige Meter überragen. Die Schelfeiskante, an der die Versorgungsschiffe anlegen, liegt zehn Kilometer entfernt. Die Station besteht aus zwei rund 90 Meter langen parallelen Stahlröhren von acht Metern Durchmesser. Darin sind Container mit Wohnräumen, Küche, Messe und Hospital sowie verschiedene Labore, Werkstatt, Funkraum, Sanitärräume, zwei Energiezentralen und eine Schneeschmelze untergebracht. Eine ebensolange Querröhre beherbergt Vorrats-, Abfall- und Tankcontainer und bietet Stellplätze für Fahrzeuge. Ein Tunnel verbindet die Station mit einer weiteren Halle, die vom Motorschlitten bis zur Schneefräse alle Fahrzeuge der Station aufnehmen kann.

Wenn man dann schon einmal Google Earth geladen hat, dann sollte man auch einmal zum Südpol fliegen. Er ist sogar markiert und wenn man auf den Infobutton drückt, erhält man ein Bild von der amerikanischen Station.

Dass es offensichtlich in den Sommermonaten recht erträglich sein kann, das zeigt das Bild mit der aktuellen Mannschaft.



What you see is what you never get

Diese Verballhornung der Überschrift stimmt, wenn es ums Ausdrucken von Farbbildern geht. Hier stoßen mehrere Welten aufeinander, die so ohne weiteres nicht miteinander harmonieren. WYSIWYG von damals, also der Spruch "What you see, is what you get" galt damals ja nur für den richtigen Textausdruck. Auch das war lange Zeit nicht selbstverständlich. Oftmals musste man Klimmzüge veranstalten, um einen Umlaut auf Papier zu bringen. Oder die Umschaltung von normaler Schrift in Fettschrift war nicht überall möglich. Das hat sich heute zumindest gebessert.

Das Wissen um die Farbräume verschiedener Geräte ist nicht trivial. Um das alles richtig verstehen zu können, muss man sich intensiv informieren. Für das Endprodukt "Bild" spielen drei oder gar vier Faktoren eine Rolle.

Die erste Hürde ist die Kamera, die eigenwillige Kapriolen schlagen kann. Hier sind Pixel, Weißabgleich, Farbsättigung, Blitzcharakteristik u. v. m ausschlaggebend.  

Dann ist der Monitor des Computers die nächste Schnittstelle auf dem Wege zum fertigen Produkt. Dass man einen Computermonitor überhaupt einstellen kann, ist das nächste Übel. Hier kommen die eigenen Vorlieben zum Zuge. Der eine hätte gern ein kontrastreiches und sehr helles Bild mit viel Rotanteil, der andere wiederum völlig andere Präferenzen. Auch die Qualität der Grafikkarte und des Monitors selbst spielen hier eine wichtige Rolle.


Oftmals kann man die Auswirkungen des Falscheinstellens beim Fernsehgerät beobachten. Wenn ich da an meinen Vater denke, der hatte nach einigen Wochen wieder ein fast grünes Bild eingestellt. Dies empfand er aber als völlig normal und optimal eingestellt. Das hing sicherlich mit seiner Grün-Rot- Blindheit zusammen.

Bleiben wir einfach einmal bei diesem Beispiel. Wenn er auch den Monitor so eingestellt hätte und hätte dann ein Farbbild gedruckt, dann wäre er sicherlich enttäuscht gewesen, wenn das Endprodukt nicht seinen Einstellungen entsprochen hätte.

Genau das ist das Problem bei vielen Usern. Das Monitorbild stimmt nicht mit dem späteren Ausdruck überein.

Im professionellen Druck gibt es teure Lösungen, um die Farbräume abzustimmen. Es wäre für die Profis auch katastrophal, wenn teure Ausdrucke später nicht mit dem Original übereinstimmten. Für den Hobbyisten sind diese Lösungen zu teuer, so dass man versucht hat, dem engagierten "Qualitätsdrucker" ein Handwerkszeug in die Hand zu geben, mit dem er alle Geräte aufeinander abstimmen kann.

Als dritter Mitspieler in der Qualitätsrunde kann der Drucker angesehen werden. Was leistet er an Auflösung, wie gut sind seine Tinten, wie geht er mit den Farbräumen um? Und schließlich noch ist das Papier zu nennen, das je nach Qualität verschiedene Ausdrucke erzeugt. Und wenn man will, dann kann man auch noch den Lagerungsort der Bilder nennen. Wenn es an die Pinnwand kommt, die einen halben Tag lang die direkte Sonneneinstrahlung mitbekommt, dann ist alle Mühe umsonst gewesen.



Karl Heinz Zahorsky ist unser Gesprächspartner. Er beschäftigt sich mit den oben angesprochenen Problemen. Er ist Geschäftsführer und Gründer  der LaserSoft Imaging AG


Wer sich über die Problematik informieren will, der bekommt hier einen guten Überblick. Der Artikel ist von unserem Gesprächspartner verfasst.

http://www.silverfast.de/img/photokina2006/AufloesungderMegaPixels.pdf


Propeller - ein toller Microcontroller

Messen, Steuern und Regeln, auch kurz als MSR bezeichnet, erhält von Zeit zu Zeit doch immer wieder neue Impulse. So ist seit einiger Zeit ein neuer Steuercomputer auf dem Markt, mit dem man völlig neue Dinge machen kann. Schon durch die Beschreibung kommt man auf die eine oder andere Idee, was man damit anfangen kann.
Man staunt nicht schlecht, wenn man erfährt, dass die Corephilosphie von Intel und AMD bei diesem kleinen Chip schon weitergeführt ist. Ganze 8 Microcontroller können unabhängig voneinander werkeln. Alle Controller haben aber Zugriff auf ihre Kollegen und können Prozesse starten und anhalten. Alle 8 arbeiten gemeinsam auf einen Speicher, so dass jeder was von den Ergebnissen der anderen haben kann. Und dann wundert man sich über den Preis. 18 Euro habe ich gesehen bei Einzelstückabnahme. Kauft man gleich 10 dieser Propeller, dann geht der Preis runter auf 15 Euro. Macht 150 Euro für 80 Microcontroller.



Beschrieben wird das Wunderding mit den folgenden Worten.

Der Name Propeller für einen RISC-Prozessor ist etwas ungewöhnlich, beweist den Humor des Herstellers Parallax Inc. und steht für eine hohe Verarbeitungsleistung. Die Leistungsfähigkeit wird aber nicht nur durch die hohe Taktfrequenz von bis zu 80 MHz erreicht sondern vor allem durch die innovative Architektur. Auf dem Chip arbeiten acht RISC-CPU’s (sogenannte Cogs) gleichberechtigt. Jeder Cog kann Tasks auf dem eignen oder einem anderen Cog initialisieren, starten und stoppen. Damit ist echte Parallelverarbeitung garantiert. Neben dem globalen RAM und ROM von je 32 KByte hat jeder Cog einen eigenen RAM von 2 KByte. Auf den globalen Speicher kann jeder Cog nach dem Robin-Round-Verfahren zugreifen. Ebenso können alle acht Cogs auf die 32 I/O-Pins zugreifen. Durch die Verarbeitungsbreite von 32 Bit sind zeitaufwändige Operationen sehr schnell ausführbar.



Da lassen sich jetzt völlig neue Strukturen verwirklichen. So kann man jedem Cog eine eigene Aufgabe geben. Zum Beispiel kümmert sich Cog1 um die Alarmanlage. Cog2 ist für die Überwachung der Satellitenanlage zuständig usw.  Ich werde mir auf jeden Fall so ein Wunderding einmal besorgen. Vielleicht entsteht ja in der Sendung etwas Neues. Denn Hardwareprojekte werden immer wieder nachgefragt.


Das Ende für Gaia

Gaia war für kurze Zeit ein freier Browser für Google Earth, der den Linux Usern einen besseren Viewer bot, als die Linuxvariante von Google. Alles soll reibungslos und bedeutend schneller gelaufen sein. Der russische Programmierer, der fantastisches geleistet hatte, dachte wohl nicht so genau über die rechtlichen Konsequenzen nach. Denn bald schon kam eine Nachricht aus Amerika.

Michael Jones, Chefentwickler von Google Earth, weist darauf hin, dass auch Google die Daten nur lizenziert habe. Die Vereinbarung mit dem Bildlieferanten bestehe auch darin, dass nur über Googles Programme auf die Daten zugegriffen werden kann. Daher habe man entsprechende Verschlüsselungstechniken in die Software eingebaut. Der Gaia-Entwickler hingegen hatte das Protokoll via Reverse Engineering nachgebaut.

Google hat wohl von weiteren rechtlichen Schritten abgesehen. Denn sie hätten ihm wohl durch sein Reingeneering einen dicken Prozess anhängen können. Die Passwörter wurden von ihm geknackt und das komplette Knowhow von Google Earth hat er zurückentwickelt.
Es ist klar, dass der Suchmaschinenanbieter die Lizenzbedingungen des Dienstes verletzt sieht.

Der Gaia-Autor folgte Googles Bitte sofort, so dass sich das Projekt nicht weiter herunterladen lässt. Weiterhin bittet er die Nutzer darum, das Programm zu deinstallieren und auch die zwischengespeicherten Bilder wieder zu löschen. Auch auf eine weitere Nachfrage von ihm erläuterte Jones, dass es keine Möglichkeit für einen freien Google-Earth-Client gebe. Google zahle sehr viel Geld für die Lizenzen und die Anbieter der Satellitenbilder würden darauf vertrauen.

Schade, dass Google nicht schlauer reagierte. Wenn da eine freie Version für Linux existiert, dann hätte man die doch lizenzieren können und sie der Community zur Verfügung stellen können. So quälen sich die Linuxleute wieder mit einer ätzend langsamen Version herum.


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