ComputerClub 2
Sitemap Kontakt
  Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
Suche:   Wolfgang Back & Wolfgang Rudolph
  Aktuelle Sendung
  Nächste Sendung
  Sendungsarchiv
  Downloads


SENDUNGSARCHIV

12.04.2010
Folge 220

Open Source Kosten

Heinz Schmitz

Umsonst heißt nicht kostenlos! Dieser platte Spruch gilt auch für den Einsatz von Open Source Software. Obwohl wir immer wieder auf die Vorteile und Qualität quelloffener Software hinweisen, können Firmen nicht ohne genaue Analyse auf den Open Source Zug aufspringen.


Heinz Schmitz zu Open Source in Unternehmen

Die Qualität quelleoffener Software ist heute vielfach mindestens so gut, wie der von Kaufsoftware. Für Privatleute gibt es eigentlich keinen Grund, teure Kaufsoftware einzusetzen – es sei denn für besondere Anwendungen wie zum Beispiel Videoschnitt und verschiedene Musikprogramme. Open Office ist zum Beispiel eine echte Alternative zu Microsoft Office – jedenfalls für Privatanwender.

Im Firmenumfeld ist die Frage nicht so einfach zu beantworten. Zum Beispiel benötigte die Stadt München für den Umstieg auf Linux viel Zeit und investierte immense Summe um die Anpassung der Software und der Arbeitsabläufe auf das quelloffene Betriebssystem zu realisieren.

Ähnliche Situationen finden sich in Firmen. Wenn es nur darum geht, die Textverarbeitung umzustellen oder die Präsentationen nicht mit Powerpoint zu erstellen, so geht das problemlos. Linux als Betriebssystem mit einer grafischen Benutzeroberfläche wir KDE oder Gnom, Open Office Programme und schon kann auch mit alten Daten weitergearbeitet werden. Schwieriger wird es aber schon, wenn ein Exchange-Server als zentraler Mailserver dient. Dann sind Windows-Server und vor allem Outlook erforderlich. Damit ist Linux außen vor.

Noch komplexer wird es bei Programmen, die im kaufmännischen oder im technischen Bereich das Rückgrat der Firma bilden. Gibt es dafür im Open Source Umfeld gleichwertigen Ersatz? Wenn nicht, ist das vorhandene Produkt  auf Linux lauffähig oder protierbar? Was ist mit den Altdaten, können die problemlos übernommen werden?

Bei einem geplanten Umstieg sollten sich die Verantwortlichen darüber klar werden, welche Arbeitsabläufe von welchen Programmen unterstützt werden. Die Frage ob ein Ablauf vollständig nachgebildet werden kann oder eine Umorganisation sinnvoll ist, sollte geklärt werden, bevor die Aktivitäten beginnen. Viele Anbieter von Open Source Software bieten professionelle Beratung an und sind unter Umständen bereit ihre Software den Gegebenheiten anzupassen. Eventuell plant man aber auch eigene Entwicklungskapazität aufbauen. Die Geschäftsmodelle der Linux Distributoren und vieler Open Source Anbieter beruhen auf Schulung und Beratung. Sie stellen ihre Software kostenfrei zur Verfügung und verdienen an Anpassungen, Beratungen und Schulungen.

Unternehmen wird man selten vollständig auf Open Source Software umstellen können. Sinnvoller ist eine Prüfung des Open Source Angebotes, wenn neue Systeme eingeführt werden. Oft lohnt auch die Frage, ob Kaufsoftware auch auf Linux und nicht nur auf Windows läuft. Allerdings, muss die Firmenleitung auch beachten, dass das notwendige Kow-How vorhanden ist um die Applikationen zu betreiben.

In Zukunft wird Open Source Software sicher ein wichtiges Standbein auch in Unternehmen sein. Die stetig steigende Qualität der Programme drängt auch vorsichtige Anwender in Richtung quelloffener Software. Bei allen Bedenken sollte vor allem bei neuen Projekten emotionsfrei geprüft werden, ob Open Source die bessere und nicht nur die billigere Alternative ist.


zurück zum Archiv
Anhören:


Audiodatstream
Download 128 Kbit/s (~27 MB)
Download 32 Kbit/s (~7 MB)
Ogg Vorbis 56 Kbit/s (~12 MB)
RSS Feed (Audiocast, letzte 5 Sendungen)
RSS Feed (Audiocast, alle Sendungen)

Druckversion Impressum Haftungsausschluss