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17.05.2010
Folge 225

Der billigste PC der Welt

Bereits für weit unter 100 Euro lässt sich heute ein nagelneuer PC bauen,
der alles kann, was normale Anwender brauchen: Surfen, Mail, Office, Videos
gucken und mehr.

"Wenn es beim Lebensmittelhändler eine Kiste für 500 Euro gibt, dann lobt
die Fachpresse das Angebot für ein tolles Schnäppchen. Und dabei blechen
Unwissende dann zig Mal mehr Kohle als eigentlich nötig. Weil sie da einen
Rechner kaufen, der mehr kann als sie brauchen und der Highend-Ansprüchen
ebenfalls nicht gerecht wird" schimpft Michael Nickles von www.nickles.de
und erklärt, dass es auch ganz anders geht.

Und: es wird ein spannendes Projekt angekündigt, bei dem jeder mitmachen
kann!


Michael Nickles

Infos, wie so ein "99 Euro PC" geplant, gebaut und konfiguriert wird, gibt
es in einem großen Schwerpunkt auf www.nickles.de:

http://www.nickles.de/99

Natürlich sind wir nicht alleine auf der Welt. In den Köpfen der Anbieter für Computertechnik kann natürlich ein ebensolches Projekt in die Tat umgesetzt werden. Bei der Kette Real wurde heute ein Computer vorgestellt, der genau die 99,90 Euro kostete. Doch dies war natürlich kein normales Angebot, denn schon um 10:00 Uhr war in einer Kölner Filiale schon Schluß mit dem Angebot. Man nennt so etwas einen Lockvogel, der eigentlich verboten ist.
Wir versuchten noch über die Pressestelle von Real einen solchen Computer aufzutun, denn wir werden diese Bastelaktion auch in unserer Fernsehsendung über das Projekt von Mike berichten. Was aus dem Computer von Real wird, wissen wir noch nicht.


Superrechner brauchen neue Software - ein Seminar in Dagstuhl gab Auskunft

Wir sehen derzeit eine rasante Entwicklung im Bereich der Computersysteme
für das Höchstleistungsrechnen. Die leistungsstärksten Rechner der Welt
bestehen aus zehntausenden von Prozessoren. Seit ein paar Jahren werden
jedoch als Grundbausteine für die Rechnenknoten Multicore-Prozessoren
eingesetzt. Da sich die Anzahl der Cores pro Prozessor von Generation zu
Generation verdoppelt, führt das zu einem rasanten Anstieg bei der Größe
heutiger HPC-Rechensysteme. So hat der derzeit mächtigste Rechner Europas,
JUGENE, der am Jülich Supercomputing Centre im Westen Deutschlands
installiert ist, 73728 Quadcore-Prozessoren vom Typ IBM PowerPC 450, was
zu einer Gesamtzahl von 294.912 von Rechenkernen mit einem Hauptspeicher
von insgesamt 144 TeraByte führt. Das angeschlossene Plattensystem hat
eine Kapazität von 5,6 PetaByte. Und ein Ende ist nicht abzusehen: in den
Plannungen für Rechner der Exascale-Klasse (10 hoch 18 Rechnenoperationen
pro Sekunde), die man bis zum Ende des Jahrzehnts 2018 oder 2019
entwickelt haben will, ist von 10 Millionen oder mehr Rechenkernen die
Rede.


Jugene Installation in Jülich

Leider hält die Entwicklung entsprechender Software für solche Rechner
mit dieser rasanten Entwicklung nicht Schritt. Diese basiert immer noch
auf Programmiermethoden aus den 90ziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Der Programmierer muss sich selbst um die Parallelisierung des zu
lösenden Problems kümmern, also selbst die Verteilung der notwendigen
Berechnungen und Daten auf die zu Verfügung stehenden Prozessoren
entwerfen und programmieren. Dies ist heutzutage nur noch mit Hilfe eines
Teams aus Anwendungswissenschaftlern, Mathematikern und Informatikern
möglich.

Das Seminar "Program Development for Extreme-Scale Computing"
brachte praktisch alle führenden Wissenschaftler aus Europa und den USA,
die sich mit der Entwicklung von Softwarewerkzeugen zum Debuggen oder zur
Leistungsanalyse für hochskalierende Rechner beschäftigen, zusammen in das
Begegnungszentrum Schloss Dagstuhl, um dieses komplexe Thema zu
diskutieren. Wir sprechen mit einem der Organisatoren
dieses Seminars, Dr.-Ing. Bernd Mohr vom Jülich Supercomputing Centre.


Dr.-Ing. Bernd Mohr, Jülich

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Höchstleistungsrechnen findet
man z.B. unter
http://www.fz-juelich.de/portal/forschung/highlights/supercomputer



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